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epa04823955 Burundian voters queue to cast their vote at a polling station in Bujumbura, Burundi, 29 June 2015. Burundi is holding a parliamentary elections despite the boycott by opposition parties and calls for postponement by international communities amid reports of grenade attacks on some polling stations. The United Nations and the African Union have urged the Burundian government to delay the polls but the government went ahead saying the delay would create a dangerous political vacuum, reports state.  EPA/AJAX NZEYIMANA

Bild: AJAX NZEYIMANA/EPA/KEYSTONE

Burundi wählt trotz monatelanger Proteste einen neuen Präsidenten



Im ostafrikanischen Krisenstaat Burundi hat am Dienstag die umstrittene Präsidentschaftswahl begonnen. Schon vor der Öffnung der Wahllokale wurde die Hauptstadt Bujumbura nach Angaben von Augenzeugen von Explosionen erschüttert, auch Schüsse waren zu hören.

Mehr als 3.8 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, nach monatelangen Unruhen mit etwa hundert Todesopfern einen neuen Präsidenten zu wählen. Neben dem 51-jährigen Staatschef Pierre Nkurunziza treten nur drei Bewerber an, die alle mit der regierenden CNDD-FDD verbündet sind.

Der seit zehn Jahren amtierende Nkurunziza strebt eine dritte Amtszeit an. Die Verfassung sieht lediglich zwei Amtszeiten vor. Die Kandidaten der Opposition wollen die Abstimmung aus Protest boykottieren. Letztere war zuvor auf Druck der Ostafrikanischen Staatengemeinschaft mehrmals verschoben worden.

Explosionen und Schüsse

Bereits am Montag und in der Nacht waren in Bujumbura Explosionen und Schüsse zu hören gewesen. Nach Angaben von Augenzeugen wurden mindestens zwei Menschen getötet, ein Zivilist und ein Polizeibeamter.

Ein Präsidentenberater liess im Kurznachrichtendienst Twitter wissen, damit sollten offensichtlich Wähler eingeschüchtert werden, berichtete der französische Auslandssender RFI am frühen Dienstagmorgen. Berater Willy Nyamitwe sprach von «Terrorakten».

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Behörden dazu auf, alles für einen sicheren und friedlichen Ablauf der Präsidentschaftswahl zu tun. Er rufe «alle Parteien auf, von jeder Form der Gewalt abzusehen, die der Stabilität Burundis und der Region schaden könnte», erklärte Ban in New York.

Harte Hand gegen Gegner

Ein ethnischer Bürgerkrieg der Volksgruppen der Hutu und Tutsi mit 300'000 Toten endete in dem armen ostafrikanischen Land erst vor zwölf Jahren. Seit Ende April kommt es immer wieder zu gewaltsamen Protesten gegen Nkurunziza. Mitte Mai scheiterte ein Putsch von Teilen der Armee.

Die Regierung ging mit harter Hand gegen ihre Gegner vor. Mehr als hundert Menschen wurden getötet. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen mehr als 158'000 Menschen ausser Landes, unter ihnen viele Oppositionelle.

Laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen kommen alleine in Tansania täglich rund 1000 neue Flüchtlinge aus Burundi an. Im überfüllten Lager Nyarugusu halten sich demnach bereits rund 80'000 Menschen auf.

Die ebenfalls von der Opposition boykottierte Parlamentswahl Ende Juni hatte die Regierungspartei CNDD-FDD erwartungsgemäss deutlich gewonnen. Die UNO kritisierte den Ablauf der Wahl als weder frei noch glaubwürdig. (sda/afp/dpa)

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