DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Zerstörtes Auto nach Gefechten in Bergkarabach.&nbsp;<br data-editable="remove">
Zerstörtes Auto nach Gefechten in Bergkarabach. 
Bild: AP/Kanal S TV

Gefechte fordern 30 Tote: USA und UNO warnen vor Eskalation in Berg-Karabach

03.04.2016, 04:2803.04.2016, 05:22

Nach den heftigen Gefechten zwischen Armenien und Aserbaidschan an der Frontlinie zum umstrittenen Grenzgebiet Berg-Karabach haben auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und die US-Regierung die Konfliktparteien zur Vermeidung einer weiteren Eskalation aufgerufen.

Ban liess am Samstag (Ortszeit) in New York erklären, er sei «beunruhigt» über die Gefechte, diese müssten sofort enden. Er sei «besonders besorgt über den Einsatz schwerer Waffen und die hohe Opferzahl, darunter welche in der Zivilbevölkerung», hiess es in der Erklärung.

Der UNO-Generalsekretär rufe alle Beteiligten auf, «den Kämpfen ein sofortiges Ende zu setzen, die Waffenstillstandsvereinbarung vollständig zu respektieren und sofortige Schritte zur Deeskalation der Situation zu unternehmen».

US-Aussenminister John Kerry verurteilte den Vorfall in einer Erklärung «auf das Schärfste». Er rief Armenien und Aserbaidschan auf, «Zurückhaltung zu zeigen, weitere Eskalation zu vermeiden und sich strikt an die Waffenruhe zu halten».

Treffen am Dienstag geplant

Die «instabile Lage vor Ort» zeige, warum die Beteiligten sofort in einen umfassenden Verhandlungsprozess für eine Beilegung des Konflikts treten müssten, der unter der Federführung der sogenannten Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stehen solle. «Wir bekräftigen, dass es keine militärische Lösung für den Konflikt gibt», mahnte Kerry in Washington.

Stepanakert, der Hauptort von Berg-Karabach.
karte: google maps

Für Dienstag sei ein Treffen geplant, teilte US-Botschafter James Warlick von der Minsk-Gruppe mit. Zu dem OSZE-Gremium gehören unter anderem Russland, die USA, Deutschland, Frankreich und die Türkei.

Ähnliche Appelle wurden von der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini, dem Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, und Frankreichs Staatschef François Hollande veröffentlicht. Auch der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier und Russlands Präsident Wladimir Putin hatten vor einer Eskalation der Lage gewarnt und zur Einhaltung des Waffenstillstand aufgerufen.

Dutzende Tote

Bei den Gefechten waren am Samstag auf beiden Seiten insgesamt mindestens 30 Soldaten getötet worden. Nach Angaben des von Armenien unterstützten Verteidigungsministeriums in Karabach wurde beim Beschuss armenischer Dörfer in der umstrittenen Region zudem ein zwölfjähriger Junge getötet.

Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan streiten seit vielen Jahren um die Region Berg-Karabach. Proarmenische Rebellen hatten das mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnte Gebiet, das zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugeschlagen worden war, Ende der 80er Jahre mit Eriwans Unterstützung unter ihre Kontrolle gebracht.

Im Zuge eines jahrelangen Kriegs wurden hunderttausende Menschen aus beiden Ländern vertrieben und schätzungsweise 30'000 Menschen getötet. Im Jahr 1994 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, einen Friedensvertrag gibt es aber bis heute nicht. International wird Berg-Karabach weiterhin als Teil Aserbaidschans angesehen, Armenien erkennt dies aber nicht an. (cma/sda/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Wieder kein Wahlsieger – Italien sucht weiter neues Staatsoberhaupt

Italien sucht nach dem fünften Wahlgang weiter nach einem neuen Staatsoberhaupt. Die 1009 Parlamentarier und Regionenvertreter fanden auch im ersten Wahlgang am Freitag keinen Kandidaten für das höchste Amt in der Republik.

Zur Story