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Ziel: PKK «auslöschen» – türkische Truppen dringen in den Nordirak ein



epa04918700 Turkish Prime Minister Ahmet Davutoglu speaks during a press conference in Ankara, Turkey, 07 September 2015.  The Turkish army said on 07 September that 16 soldiers were killed and six wounded in an attack by Kurdish militants, local media reported. The army bombed 13 targets belonging to the banned Kurdistan Workers' Party (PKK), in retaliation for the attack on 06 September in the south-eastern village of Daglica.  EPA/STR

Will die PKK vernichten: Regierungschef Ahmet Davutoglu.
Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Nach dem Anschlag kurdischer Rebellen auf türkische Sicherheitskräfte hat Ankara Bodentruppen in den Nordirak geschickt. Zwei Bataillone einer Spezialeinheit verfolgten zwei Rebellengruppen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in dem bergigen Gebiet.

Dies berichtete die Nachrichtenagentur Dogan am Dienstag. Ein Militärsprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handle sich um einen kurzen Einsatz, um die Attentäter vom Sonntag zu fassen.

Laut Dogan wurden die Bodentruppen aus der Luft von Kampfjets unterstützt. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte zuvor berichtet, bei massiven Luftangriffen auf PKK-Stellungen im Nordirak seien am Dienstag «35 bis 40 Terroristen» getötet worden. Die türkische Regierung bezeichnet die PKK-Kämpfer grundsätzlich als Terroristen.

epaselect epa04889003 A picture made available on 19 August show a smoke rising during armed clashes between Turksih soldiers and PKK militants at Lice district in Diyarbakir on 18 August 2015. Four Turkish soldiers deid during clashes reports Turkish media. A ceasefire between the government and PKK collapsed in July 2015, after holding for more than two years. Most PKK attacks since have focused on security forces.  EPA/STR

Angriffe der türkischen Armee.
Bild: STR/EPA/KEYSTONE

Die jüngste Eskalation der Gewalt hatte am Sonntag begonnen: PKK-Rebellen verübten im südtürkischen Daglica in der Nähe der irakischen Grenze einen Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi. Nach Militärangaben wurden 16 Soldaten getötet und sechs weitere verletzt. Es war der mit Abstand folgenschwerste PKK-Angriff seit Mai 1993, als 33 unbewaffnete Soldaten getötet worden waren.

18 Polizisten getötet

Regierungschef Ahmet Davutoglu hatte am Montag gewarnt, die PKK werde nun «ausgelöscht» werden. Dessen ungeachtet wurden bei einem weiteren Anschlag am Dienstag 14 Polizisten getötet. Der vermutlich von kurdischen Aufständischen gelegte Sprengsatz zerstörte einen Kleinbus, der die Beamten nach Dilucu an der Grenze zu Aserbaidschan bringen sollte, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.

epa04881074 A handout picture made available by the Turkish Presidential Press Office shows Turkish President, Recep Tayyip Erdogan, speaking during a meeting with in Ankara, Turkey, 12 August  2015. According to reports Erdogan has vowed to carry on attacks on the PKK until none remain, claiming the group is responsible for a number of recent attacks throught the country. The airstrikes are also said to be targeting the group calling themselves the Islamic State (IS) though this has been questioned amid controversy over statements by the Turkish Prime Minister that Turkey along with the US will set up a defacto no fly zone in Syria's north, a claim denied by the US.  EPA/PRESIDENTIAL PRESS OFFICE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte der PKK den Kampf an.
Bild: EPA/PRESIDENTIAL PRESS OFFICE

Bei einem Bombenanschlag in Sirnak im Südosten der Türkei wurden am Dienstag drei Polizeibeamte getötet worden, wie der Sender CNN Türk berichtete. Damit stieg die Zahl der Todesopfer unter den Sicherheitsbeamten auf 18.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Dienstag, er werde «das Land nicht an die Terroristen ausliefern».

Die türkische Luftwaffe hatte schon am Montag zahlreiche PKK-Stellungen angegriffen, was die Spirale der Gewalt weiter beschleunigte. Schon seit dem Ende der Waffenruhe zwischen der Regierung und der PKK Ende Juli lieferten sich Sicherheitskräfte und Anhänger der Rebellenbewegung täglich Gefechte – etwa tausend kurdische Rebellen und hundert Sicherheitskräfte wurden seitdem getötet.

Spannungen nehmen täglich zu

Auch die Spannungen zwischen den türkischen und kurdischen Bevölkerungsteilen nehmen täglich zu. In einem Vorort von Ankara griffen dutzende Nationalisten kurdische Saisonarbeiter an und setzten Autos in Brand, wie die Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Es habe sieben Verletzte gegeben, darunter zwei Polizisten.

A woman sits in front of a flag of Kurdistan Workers Party (PKK) during a demonstration against the Turkish army operations on Kurdish militants, in central Brussels, Belgium, August 8, 2015.   REUTERS/Francois Lenoir

Bild: FRANCOIS LENOIR/REUTERS

Der Chef der kurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, suchte die Lage zu beruhigen. «Kurden, Türken, rückt zusammen!», sagte er vor Journalisten. «Der Frieden ist die beste Medizin

PKK lässt 20 Türken frei

Immerhin liess die PKK am Dienstag 20 türkische Bürger frei, unter ihnen zwölf Zollbeamte, die im August in den Nordirak verschleppt worden waren. Ankara bestätigte die Freilassung. Ein PKK-Vertreter sagte, die Gruppe wäre schon eher freigelassen worden, wenn die türkische Luftwaffe keine Angriffe in der Region geflogen hätte.

Der blutige Konflikt überlagert längst auch den Wahlkampf: Am 1. November wird in der Türkei ein neues Parlament gewählt, weil nach der Wahl am 7. Juni keine Regierungsbildung gelungen war. Die regierende AKP hatte massive Verluste erlitten. (sda/afp/dpa)

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