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Ambulances are seen in front of the Italian hospital where some of the injured were evacuated to after an attack, in the city of Karak, Jordan, December 18, 2016.REUTERS/Muhammad Hamed

Ambulanzen vor dem Italienischen Spital im jordanischen Karak, in das einige Verletzte gebracht worden sind. bild: MUHAMMAD HAMED/REUTERS

Sieben Tote bei Anschlagsserie in jordanischem Touristenort Karak



Bei einer Serie bewaffneter Angriffe im Süden Jordaniens sind am Sonntag sieben Menschen getötet worden, darunter eine kanadische Touristin. Bewaffnete griffen im Touristenort Karak mehrere Polizeipatrouillen sowie eine Polizeiwache an.

Dabei töteten sie vier Polizisten, zwei jordanische Zivilisten und eine Kanadierin, wie die Sicherheitsbehörden mitteilten. Zuerst sei eine Polizeipatrouille beschossen worden, die zu einem Hausbrand gefahren war, zitierte die amtliche jordanische Nachrichtenagentur Petra aus einer Mitteilung der Behörden.

Die Angreifer, die sich in dem Haus aufhielten, hätten einen Polizisten verletzt und seien dann im Auto geflüchtet. Kurz darauf hätten bewaffnete Männer eine andere Patrouille angegriffen, jedoch niemanden verletzt.

In Zitadelle verschanzt

Zur gleichen Zeit hatten sich den Angaben zufolge mehrere Bewaffnete in der mittelalterlichen Zitadelle von Karak, einer der grössten Kreuzfahrer-Burgen der Region, verschanzt, das Feuer auf eine Polizeiwache eröffnet und mehrere Polizisten und Passanten verletzt. Die Verletzten seien ins Spital gebracht worden.

«Die Polizei und Sicherheitskräfte haben die Burg und die Umgebung umstellt und einen Einsatz gestartet, um die Bewaffneten zur Strecke zu bringen», hiess es laut Petra in der Mitteilung. Das Sicherheitsministerium ging von fünf oder sechs Bewaffneten aus.

Der jordanische Regierungschef Hani al-Malki sprach vor dem Parlament von zehn Bewaffneten. An dem Einsatz rund um die Zitadelle von Karak, das östlich des Toten Meeres liegt, seien auch Spezialkräfte beteiligt.

Geiselnahme dementiert

Ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitsbehörden sagte, mehrere Menschen sässen in einem unteren Stockwerk der Zitadelle fest. Medienberichte über eine Geiselnahme in dem von Touristen gern besuchten Bauwerk wies er zurück.

«Es gibt keine Geiseln», sagte er. Einige Menschen hätten aber Angst gehabt, die Zitadelle zu verlassen, «weil die Bewaffneten und die Sicherheitsbeamten sich gegenseitig beschossen».

Über die Lautsprecher der Moscheen nahe der Sehenswürdigkeit wurden die Menschen lokalen Medien zufolge aufgefordert, die Umgebung wegen des Gefechts zwischen den Bewaffneten und den Einsatzkräften zu verlassen.

Vergleichsweise stabiles Land

Zunächst bekannte sich niemand zu den Angriffen. In der konfliktreichen arabischen Welt gilt das Königreich Jordanien als eines der stabilsten Länder. Wegen zahlreicher Kulturdenkmäler zieht es auch viele ausländische Touristen an.

Tödliche Konflikte und Anschläge sind vergleichsweise selten. Zu einem tödlichen Anschlag auf das Militär nahe der syrischen Grenze bekannte sich im Juni allerdings die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Das Land hat Hunderttausende Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen und befürchtet, dass darunter auch IS-Kämpfer sind.

Jordanische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Sympathisanten des IS vor. Jordanien ist an der US-geführten Militärkoalition gegen die Dschihadisten in Syrien und im Irak beteiligt. (sda/dpa/afp/reu)

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