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«Wir haben gerade unseren gefährlichsten Rettungseinsatz beendet»: Über 600 Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

«Wir haben gerade unseren gefährlichsten Rettungseinsatz beendet»: Über 600 Bootsflüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet

07.08.2015, 06:5407.08.2015, 08:59

Bei einer riskanten Rettungsaktion auf dem Mittelmeer sind mehr als 600 Bootsflüchtlinge gerettet und damit ein folgenschweres Unglück wie am Vortag verhindert worden. Zwei Schiffe kamen offenbar einem völlig überladenen Flüchtlingsboot zu Hilfe.

Es seien 613 Menschen, darunter viele Kinder, gerettet worden, erklärte die italienische Küstenwache. Beim Rettungseinsatz mit den Schiffen «Phaenix» und Bourbon Argos" sei ein Kentern des gefährlich schwankenden Bootes verhindert worden, indem zunächst diejenigen Insassen, die schwimmen können, überzeugt wurden, ins Wasser zu springen. Dort konnten sie sich an aufblasbaren Bojen festklammern.

«Wir haben gerade unseren gefährlichsten und kompliziertesten Rettungseinsatz beendet», teilten die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und die maltesische Organisation Moas in der Nacht zum Freitag über Twitter mit. 

Alle seien in Sicherheit, teilte Ärzte ohne Grenzen mit. Die Menschen kamen der Organisation zufolge aus Syrien, Eritrea, Bangladesch und vielen anderen Ländern. Das Boot lief von Libyen aus. Ärzte ohne Grenzen und Moas beteiligen sich seit April an den Rettungseinsätzen vor der Küste Libyens.

Der US-Journalist Christopher Miller, der seit einer Woche an Bord der «Phaenix» ist, beschrieb bei Twitter die Panik unter den Flüchtlingen. Dennoch hätten zwei Männer dabei geholfen, zuerst die Frauen und Kinder an Bord in Sicherheit zu bringen.

Am Mittwochvormittag war ein aus Libyen gestartetes Flüchtlingsboot binnen kurzer Zeit gesunken, nachdem sich Rettungsboote genähert hatten - offenbar weil sich die Flüchtlinge massenhaft auf eine Seite bewegten.

Mehr als 370 Flüchtlinge wurden gerettet, allerdings wurden auch die Leichen von 25 Todesopfern geborgen. Die Opferzahl dürfte deutlich höher liegen, da etwa 200 Flüchtlinge seit dem Unglück vermisst wurden. (sda/afp/meg)

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