DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Stärkste Eruption seit 30 Jahren: Inseln in Tonga von Kommunikation abgeschnitten

17.01.2022, 05:4217.01.2022, 07:36

Inseln weiterhin ohne Kontakt

Zwei Tage nach dem gewaltigen Ausbruch eines unterseeischen Vulkans in der Nähe des Inselreichs Tonga ist das Ausmass der Schäden in dem Südseearchipel weiter unklar. Militärflugzeuge aus Neuseeland und Australien waren am Montag unterwegs in das Gebiet, um die Lage aus der Luft zu erkunden. Die Kommunikationsverbindungen dorthin waren weiter stark beeinträchtigt – speziell auf einigen der abgelegeneren Inseln Tongas, zu denen seit der Eruption des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai keinerlei Kontakt hergestellt werden konnte. Zu Tonga gehören etwa 170 Inseln, 36 davon sind unbewohnt.

Ein Flugzeug der australischen Luftwaffe hebt in Richtung Tonga ab.
Ein Flugzeug der australischen Luftwaffe hebt in Richtung Tonga ab. Bild: keystone

Pafizik-Staaten in Alarmbereitschaft

Der Ausbruch am Samstag war Tausende Kilometer weit zu hören. Er löste Flutwellen aus und versetzte viele Pazifik-Staaten in Alarmbereitschaft.

Tsunami-Wellen wurden nicht nur in Tonga, sondern auch in Neuseeland, Japan, Alaska und Südamerika registriert. Hilfsorganisationen warnten vor Gesundheitsschäden durch die gewaltigen Aschewolken und rieten den Bewohnern Tongas dazu, Masken zu tragen und nur Wasser aus Flaschen zu trinken.

Überflutungen wurden unter anderem auch aus Peru gemeldet, dort normalisierte sich die Lage am Sonntag (Ortszeit) laut Medienberichten aber wieder. In Chile gab es zwischenzeitlich eine Tsunamiwarnung für die Osterinseln und die Küstenregion, die dann wieder aufgehoben wurde.

Stärkste Eruption seit 30 Jahren

Der Ausbruch war nach Ansicht von Experten der weltweit stärkste seit 30 Jahren. Erste Daten zeigten, dass es seit dem Pinatubo auf den Philippinen 1991 keine derartig heftige Eruption gegeben habe, sagte der Vulkanologe Shane Cronin von der University of Auckland Radio New Zealand. Hätte sich die Eruption des Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai an Land ereignet, dann wären die Auswirkungen «apokalyptisch» gewesen, so Cronin. Unklar sei, ob der jüngste Ausbruch den Höhepunkt der Aktivität darstelle. Es könne auch sein, dass der Vulkan noch mehrere Wochen oder sogar Jahre unruhig bleibe.

Die von der Eruption ausgelösten Ascheschwaden hätten mittlerweile sogar Australiens Ostküste erreicht, teilte der Wetterdienst Weather Watch New Zealand mit. Die Wolke ziehe nach Westen über Queensland und werde im Laufe des Tages einen Grossteil des Bundesstaates bedecken, hiess es.

Neuseeland schickt Flugzeuge

Neuseeland will derweil nach den Worten von Ministerpräsidentin Jacinda Ardern eine zweite Maschine des Typs Hercules mit wichtigen Hilfsgütern nach Tonga schicken. Sollte die Landebahn in Tongas Hauptstadt Nuku'alofa beschädigt sein, könnten die Materialien auch abgeworfen werden, sagte Ardern am Montag vor Journalisten.

«Die heute durchgeführten Flüge werden uns dabei helfen festzustellen, wo Bedarf besteht», betonte Ardern. «Wir wissen, dass dringend Wasser benötigt wird, und wir hoffen, dass die Hercules heute starten kann, um diesen Bedarf zu decken.» Ob es Tote oder Verletzte gab, sei weiter unklar.

Jacinda Ardern spricht Unterstützung für Tonga aus.
Jacinda Ardern spricht Unterstützung für Tonga aus.Bild: keystone

Erschwerte Kommunikation

Infolge des Seebebens wurde auch ein wichtiges Unterseekabel gekappt, so dass das Internet auf Tonga ausfiel. Auch die sonstigen Kommunikationsverbindungen waren gestört, Mobiltelefone schienen aber zumindest teilweise zu funktionieren, wenn auch nur lokal und nicht international.

«Es ist eine schreckliche Zeit, aber Nuku'alofa steht noch, die Elektrizität wurde in vielen Häusern wiederhergestellt», teilte Neuseelands Hochkommissar in Tonga, Peter Lund, auf Facebook mit. Die Hauptstadt liege unter einer Schicht aus Vulkanasche. Säuberungsaktionen sollten in dieser Woche beginnen.

Der etwa 65 Kilometer von Tongas Hauptstadt entfernte Untersee-Vulkan war an zwei Tagen in Folge ausgebrochen. Während nach der ersten Eruption vom Freitag nur kleine Tsunami-Wellen registriert wurden, war die zweite Eruption am Samstag auch im 2000 Kilometer entfernten Neuseeland und in Fidschi zu hören. Die Bewohner Fidschis wurden aufgerufen, Wassertanks zuzudecken und im Fall von Ascheregen in ihren Häusern zu bleiben. (sda/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
amazonas queen
17.01.2022 08:21registriert September 2014
Hier mal ein Video zu der Erruption. Sie war so gross, dass man sie problemlos auf einem Video aus dem Geostationären Orbit mit dem Auge erkennen kann. Sie war fast so gross wie Frankreich. Und sie hat dazu geführt, dass eine Schockwelle nachweislich über den ganzen Planeten gegangen ist. Hat Scott wunderschön zusammengetragen. Ich verstehe nicht, wieso dass nicht das Topthema in den Medien ist?
700
Melden
Zum Kommentar
avatar
fidget
17.01.2022 10:01registriert Dezember 2018
Wahnsinnig finde ich, dass dieses Ereignis in unseren Medien kaum erwähnt wurde, und wenn, dann war es eher eine Randnotiz. Man berichtete lieber über einen ungeimpften Tennisspieler. Warum wurde dieser Vulkanausbruch nicht stärker thematisiert? Egal, ob sich das am anderen Ende der Welt ereignete und uns nicht direkt betreffen dürfte.
341
Melden
Zum Kommentar
11
Das ist jetzt das teuerste Auto der Welt. Der Preis: 🤯
Der Autobauer Mercedes-Benz hat eines von nur zwei Exemplaren des 300 SLR Uhlenhaut-Coupés für 135 Millionen Euro versteigert. Der Wagen aus dem Jahr 1955 ist damit nach Angaben des Unternehmens das bis dato teuerste Auto.

Wie das Unternehmen am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, fand der Verkauf bei einer Auktion am 5. Mai im Museum des Autokonzerns statt. Der Käufer sei ein privater Sammler. Das zweite Exemplar bleibe im Besitz von Mercedes und werde weiter in dem Museum ausgestellt.

Zur Story