International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07943551 Police drive the lorry container along the road from the scene in Waterglade Industrial Park in Grays, Essex, Britain, 23 October 2019. A total of 39 bodies were discovered inside a lorry container in the early hours of this morning, and pronounced dead at the scene.  EPA/VICKIE FLORES

In diesem LKW wurden die 39 Leichen entdeckt. Bild: EPA

39 Tote in LKW ++ Opfer waren Chinesen ++ Wusste der Fahrer von nichts?



England steht unter Schock: In der Grafschaft Essex wurden gestern 39 Leichen in einem Lastwagen gefunden. Nun ist deren Nationalität bekannt. Wie «ITV News» berichtet, sind alle Opfer aus China. Die Polizei hat die Medienberichte bestätigt.

Bei den Opfern handelt es sich der Polizei zufolge um 31 Männer und acht Frauen. Kinder seien nicht darunter. Eine junge Frau sei zuvor irrtümlich für einen Teenager gehalten worden. Rettungskräfte hatten die Leichen in der Nacht zum Mittwoch gefunden.

Die Umstände deuteten auch am Donnerstag stark darauf hin, dass es sich bei den Opfern um ins Land geschleuste Flüchtlinge handelt. Möglicherweise sind die 39 Menschen im Laderaum erfroren, da der grosse Lkw-Sattelauflieger zur Kühlung geeignet ist. Offiziell bestätigt ist die Todesursache allerdings nicht.

Unklar ist auch, ob der unter Mordverdacht festgenommene Lastwagenfahrer überhaupt wusste, dass Menschen im Anhänger waren. Die Ermittler wollten den Mann weiter verhören, hiess es.

Die Eltern des 25-Jährigen sind Medienberichten zufolge von Nordirland nach England geflogen, um ihren Sohn zu unterstützen. Nachbarn der Eltern zeigten sich überrascht von der Festnahme, wie der «Belfast Telegraph» am Donnerstag berichtete. Die Familie sei angesehen im Dorf Laurelvale und der Fahrer habe alle paar Wochen seine Eltern besucht. Die Partnerin des Mannes soll schwanger sein.

Häuser durchsucht

Drei Häuser wurden in der Nacht zum Donnerstag im britischen Nordirland durchsucht, teilte die Polizei mit. Sie werde den Namen des Festgenommenen aber nicht bekanntgeben.

epa07943547 Police drive the lorry container along the road from the scene in Waterglade Industrial Park in Grays, Essex, Britain, 23 October 2019. A total of 39 bodies were discovered inside a lorry container in the early hours of this morning, and pronounced dead at the scene.  EPA/VICKIE FLORES

Der LKW stammt nach ersten Erkenntnissen aus Bulgarien. Bild: EPA

Auch die belgischen Behörden ermitteln. «Die Ermittlungen werden sich auf die Organisatoren und alle anderen Beteiligten des Transports fokussieren», teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit. Man werde eng mit den britischen Behörden zusammenarbeiten.

Jedes Jahr werden Tausende Menschen illegal nach Grossbritannien gebracht, vor allem in Lastwagen oder mit Schiffen und Booten.

Vor 19 Jahren entdeckte die Polizei 58 tote Chinesen in einem Lastwagen-Anhänger im englischen Hafen von Dover. Die Menschen waren in dem verschlossenen, defekten Kühlcontainer während der Fährfahrt über den Ärmelkanal erstickt; nur zwei überlebten. Wegen der qualvollen Hitze hatten sich die Opfer ihre Kleider vom Leib gerissen.

Der vorbestrafte Chef einer niederländisch-türkischen Schlepperbande kam mit zehneinhalb Jahren Haft davon. Die Schlepper hätten, so das Urteil, ihre Opfer nicht bewusst in den Tod getrieben.

Auflieger kam aus Belgien

Nach Angaben der Polizei kam im aktuellen Fall die Zugmaschine des Lastwagens per Fähre am Sonntag aus Irland im walisischen Holyhead an. Der Sattelauflieger kam aus Belgien per Schiff und erreichte in der Nacht zum Mittwoch den englischen Hafen Purfleet.

Etwa eine halbe Stunde später verliess der Lkw samt Auflieger den Hafen. Etwa um 2.40 Uhr MESZ berichteten Rettungskräfte der Polizei, dass sie 39 Tote in einem Anhänger in einem Industriegebiet in Grays gefunden hatten.

Die Polizei machte noch keine Angaben dazu, wo und zu welchem Zeitpunkt die Menschen in den Anhänger gekommen sind.

Gemeldet war der Lkw seit 2017 in der bulgarischen Hafenstadt Warna am Schwarzen Meer, wie Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow sagte. Seitdem sei das Fahrzeug nicht mehr im Land gewesen. Laut einem Frachtverband ist dies aus Steuergründen nicht unüblich.

«Bösartige Verachtung für menschliches Leben»

«39 Menschen in einen verschlossenen Metallcontainer zu pferchen zeigt eine Verachtung für menschliches Leben, die bösartig ist», sagte die britische Parlamentsabgeordnete Jackie Doyle-Price im Unterhaus. «Die Übeltäter ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen ist das Beste, was wir in Gedenken an diese Opfer tun können.»

Nur Stunden nach dem Leichenfund in der Grafschaft Essex stoppte die Polizei im benachbarten Kent einen Lastwagen mit neun Flüchtlingen im Laderaum. Der Lkw war auf der Autobahn Richtung London unterwegs, als die Polizei alarmiert wurde. Die Flüchtlinge sollten medizinisch untersucht und an die Einwanderungsbehörden überstellt werden. (cma/jaw/sda/dpa)

Die 39 Toten im LKW geben Rätsel auf

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

101
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

20
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

31
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

13
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

30
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

101
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

20
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

31
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

13
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

30
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

30
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TanookiStormtrooper 24.10.2019 16:47
    Highlight Highlight Das ein Fahrer nicht weiss, was sich da in seinem Laster befindet ist sehr unglaubwürdig. Schliesslich ist er auch für die Sicherung der Ladung zuständig und muss bei einer Kontrolle den Kopf hinhalten. Wenn sich 1-2 Flüchtlinge in seinen LKW schmuggeln noch eventuell möglich, bei 39 glaube ich aber nicht daran.
    • Miller 24.10.2019 17:37
      Highlight Highlight Werden Container etc. Beim Zoll nicht mit einer Plombe versehen? Und darf der Kühlzyklus unterbrochen werden? Meines Wissens wird ein Kühlunterbruch registriert und der Kunde könnte die Ware ablehnen. Den Chauffeur in diesem Fall vorzuverurteilen finde ich schwierig...
  • Füürtüfäli 24.10.2019 16:27
    Highlight Highlight Damit kann man alle Spekulationen kübeln, dass es Afrikaner waren, die verzweifelt aus Frankreich ins UK zu Verwandten wollten.

    Ich habe mich aber gerade gefragt, warum Chinesen nicht einfach als Touristen kommen, denn es gibt so viele von ihnen in Europa, dass das leicht sein muss, dachte ich, wieso setzen sie sich diesen Gefahren aus?

    Habe mich aber schlau gemacht. Fazit: So einfach ist es gar nicht für Chinesen.
    Siehe https://www.businesstraveller.com/o…isa-rules/

    Jetzt wundern mich die vielen chinesischen Touristen überall noch viel mehr.
  • PrinzessinFantaghirò 24.10.2019 14:44
    Highlight Highlight Mir wird übel wenn ich daran denke. Es tut mir so leid. Der Tod bzw. die letzten Stunden müssen der blanke Horror gewesen sein. Anscheinend wusste der junge Fahrer nichts davon... ich hoffe es für ihn und insbesondere für seine schwangere Freundin. Den Angehörigen der Toten wünsche ich einfach nur viel Kraft.
  • MSpeaker 24.10.2019 14:17
    Highlight Highlight Vermutlich eher Zwangsprostitution.

    Das fie Leute alle tot sind, ist sicher nicht der Plan gewesen. Vermutlich ging ihnen im Container die Luft aus. Passiert leider immer wieder.

    • Natürlich 24.10.2019 16:04
      Highlight Highlight Wohl kaum.
      Wüsste zumindest nichts von Chinesinnen im Rotlichtmilieu.

      Da sind eher Frauen aus dem Osteuropa, Thailand oder Afrika tätig.

      Von Chinesinnen in dieser Branche habe ich bisher noch nichts gehört.
    • jimknopf 24.10.2019 16:46
      Highlight Highlight Bei "nur" 8 Frauen unter 39 Todesopfern eher weniger. Wenn eher Menschen- oder Organhandel.
    • MSpeaker 24.10.2019 19:26
      Highlight Highlight Mein Kommentar wurde erst spät aufgeschaltet. Mit den neuen News, liege ich mit meiner Annahme sicher daneben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • no-Name 24.10.2019 13:43
    Highlight Highlight Der Waterglade-Skandal...

    Ne, der Fahrer hat vermutlich eher wenig damit zu tun. Oder ist nur Handlanger. Da ist sicher was grösseres dahinter. 40 Leute ohne vermisst zu werden.... 🤔
  • Mr.President 24.10.2019 13:31
    Highlight Highlight Der Robinson, der Fahrer, ist sicher nicht der Mörder, er ist nur der Fahrer, hat bestimmt nicht gewusst, das es Leute im Kühlkontainer sind!
    Arme Schweine, da würd ich doch lieber mit Gummiboot über Mittelmeer fahren, statt in so einem kühl Sarg!
  • Richard Reich 24.10.2019 13:23
    Highlight Highlight Arbeitsklaven?
  • Baba 24.10.2019 13:10
    Highlight Highlight Triaden?
    • Saraina 24.10.2019 22:55
      Highlight Highlight Gut möglich.
    • Baba 25.10.2019 09:26
      Highlight Highlight Ich verstehe die Blitzer für meine Frage nicht. Wer glaubt, die Triaden wären der Phantasie einiger Autoren entsprungen, irrt gewaltig.
  • Citrus 24.10.2019 13:00
    Highlight Highlight Organhandel?
    • Pablo Escobar 24.10.2019 13:17
      Highlight Highlight Hab ich mir auch gedacht, wieso sollte man die Menschen sonst kühlen?
    • PrinzessinFantaghirò 24.10.2019 19:21
      Highlight Highlight Jesses Gott!
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 24.10.2019 13:00
    Highlight Highlight Wenn es wirklich ein Kühlwagen war sind die alle erstickt. Denn diese Wagen sind Luftdicht abgeschlossen.
    • PrinzessinFantaghirò 24.10.2019 17:00
      Highlight Highlight 😰😰😰 Der Horror!!!
  • bingbangbong 24.10.2019 12:53
    Highlight Highlight Menschenhandel?
  • Ferd Blu 24.10.2019 12:52
    Highlight Highlight Oh nein, echt tragisch, wie kann man eigentlich sowas tun 😱😭
    • Natürlich 24.10.2019 13:14
      Highlight Highlight Warum so viele Blitze?
      Werden hier Beiträge mit Emojis generell weggeblitzt?
    • The Destiny // Team Telegram 24.10.2019 23:04
      Highlight Highlight @Natürlich, einerseits verdient man das für die emojis, andererseits werden es wohl Leute gewesen sein welche wissen das die Welt kein Ponyhof ist und von der Naivität des Posts erstaunt sind.
    • Baba 25.10.2019 09:33
      Highlight Highlight Destiny: das ist also Ihre Haltung zu einem so schlimmen Ereignis; "die Welt [eigentlich heisst's ja 'das Leben'] ist kein Ponyhof".

      Wie abgebrüht muss man sein, um so etwas dermassen kaltschnäuzig zu kommentieren? Ich wünsche Ihnen und Ihrem direkten (nicht virtuellen) Umfeld, dass Sie im wirklichen Leben empathischer (re)agieren.
  • Don Alejandro 24.10.2019 12:48
    Highlight Highlight So wie es aussieht moderne Arbeitssklaven. Ich kriege das Kotzen ob der Skrupellosigkeit einiger westlichen "Wirtschaftszweige".
    • Pisti 24.10.2019 18:24
      Highlight Highlight Meistens sind es Landsmänner die ihre Leute illegal einschleusen, so viel zu westliche Wirtschaftszweige.
    • Saraina 24.10.2019 22:59
      Highlight Highlight Die Wirtschaftszweige sind nicht notwendigerweise „westlich“. In Italien sind es Chinesen, die die italienischen Schuh- und Kleiderfabriken aufgekauft haben, und Landsleute zwangsarbeiten lassen. Diese leben dann auch in den Fabriken, haben keinerlei Rechte, und die Sicherheitsvorkehrungen inklusive Brandschutz in den Fabriken sind nichtexistent. Auf dem Artikel steht dann korrekt „Made in Italy“. Darüber wurde schon vor Jahren im Tagesanzeiger Magazin berichtet, geändert dürfte sich nicht viel haben.
  • Neruda 24.10.2019 12:11
    Highlight Highlight SRF hat schon gestern berichtet, dass der bulgarische Ministerpräsident mitgeteilt hat, dass der LKW zwar in Bulgarien registriert sei, aber seit 3 Jahren nicht mehr dort war (da kann man sich auch fragen, aber anderes Thema). So wie ihr es geschrieben habt, kann es durchaus auch falsch verstanden werden.

Nato-Gipfel: Trügerische Harmonie – Trump und Erdogan zerlegen die Nato

Das war knapp. Beim Nato-Gipfel in London können sich die Staats- und Regierungschefs auf eine Abschlusserklärung einigen. Die Harmonie ist aber lediglich Fassade, dem Militärbündnis droht weiterhin der Kollaps.

Es ist ein Tag der Kontraste in Watford. Idyllische Ruhe liegt über dem Grove Hotel in der Nähe von London. Die Sonne scheint, das komplette Areal ist hermetisch von der Polizei abgeriegelt. Lediglich ein Hubschrauber stört gelegentlich die Stille, oder das Rollen der Koffer der zahlreichen Fernsehteams, die für den Nato-Gipfel in den beschaulichen Londoner Vorort gekommen sind. 

In dem Golfressort halten die Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitgliedsstaaten am Mittwoch knapp drei Stunden …

Artikel lesen
Link zum Artikel