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Lula will Zugang zu Waffen massiv einschränken

Lula: «Wir werden weiter dafür kämpfen, dass es weniger Waffen in unserem Land gibt»

22.07.2023, 06:42
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Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva will Zivilisten per Dekret den Zugang zu Schusswaffen erschweren – und macht damit die grosszügige Lockerung des Waffenrechts unter seinem rechtsradikalen Vorgänger Jair Bolsonaro wieder rückgängig. «Wir werden weiter dafür kämpfen, dass es weniger Waffen in unserem Land gibt», sagte Lula am Freitag in Brasília bei der Unterzeichnung des Dekrets zur «verantwortungsvollen Waffenkontrolle».

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Nur die Polizei und die Armee sollten bewaffnet sein.Bild: keystone

Nur die Polizei und die Armee sollten «gut bewaffnet sein», sagte Lula bei der Vorstellung einer Reihe von Massnahmen zur Eindämmung der Gewalt in Brasilien.

«Wir werden weiter dafür kämpfen, dass es weniger Waffen in unserem Land gibt.»
Lula

Das Dekret sieht vor, die Zahl der zur Selbstverteidigung zugelassenen Waffen von vier auf zwei zu beschränken. Zudem muss künftig jeder Bürger, der eine Waffe erwerben möchte, nachweisen, dass er sie wirklich benötigt. Bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Jäger, Sportschützen und Sammler dürfen demnach nur noch sechs Schusswaffen besitzen statt wie zuvor 30. Auch die Zulassungen für den Kauf von Munition werden erheblich eingeschränkt.

Öffnungszeiten von Schiessständen begrenzt

Das neue Dekret begrenzt zudem die Öffnungszeiten von Schiessständen, die zudem mindestens einen Kilometer von Schulen entfernt liegen müssen. Auch soll dem Dekret zufolge nicht mehr die Armee das Waffenbesitz-Register der Jäger, Sportschützen und Sammler kontrollieren, sondern es schrittweise auf die Bundespolizei übertragen.

Die Organisation Instituto Sou da Paz begrüsste das Präsidenten-Dekret als einen «Schritt zurück zu den Standards der Verantwortlichkeit und Rechtssicherheit bei der Waffenkontrolle in Brasilien». Ihren Angaben zufolge waren im Juli 2022 mehr als eine Million Waffen im Register der Jäger, Sportschützen und Sammler eingetragen - fast dreimal so viele wie 2018 vor Beginn der Amtszeit von Bolsonaro. (cst/sda/afp)

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