Polizeieinsatz in Rio: Mehrere Tote und Barrikaden
Bei einem Polizeieinsatz gegen eine Drogenbande sind in der brasilianischen Küstenmetropole Rio de Janeiro mehrere Menschen getötet worden, darunter auch einer der meistgesuchten Kriminellen der Stadt. Claudio Augusto dos Santos, bekannt als Jiló dos Prazeres, war wegen zahlreicher Delikte polizeibekannt, zudem lagen acht Haftbefehle gegen ihn vor, wie das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf die Polizei berichtete. Insgesamt seien sechs weitere mutmassliche Kriminelle sowie ein Anwohner ums Leben gekommen.
Jiló dos Prazeres galt Behördenangaben zufolge als lokaler Anführer des Verbrechersyndikats Comando Vermelho (Rotes Kommando) – einer der grössten Drogenbanden Brasiliens, die in vielen Armenvierteln von Rio vor allem im Drogenhandel aktiv ist.
Während des Einsatzes in der Favela Morro dos Prazeres kam es der Polizei zufolge zu einer Geiselnahme in einem Wohnhaus. Demnach wurden sowohl die mutmasslichen Täter als auch der Bewohner getötet. Zudem wurden zwei Polizisten verletzt.
Als Reaktion auf den Einsatz setzten Kriminelle einen Bus in Brand und errichteten mit weiteren Fahrzeugen Barrikaden auf wichtigen Verkehrsachsen. Betroffen war unter anderem eine zentrale Zufahrtsstrasse zu einem Tunnel, der das Stadtzentrum mit der Südzone verbindet. Der Verkehr wurde zeitweise unterbrochen, Geschäfte blieben teilweise geschlossen.
Tödlichster Polizeieinsatz im Oktober 2025
In den Armenvierteln von Rio kommt es bei Polizeieinsätzen immer wieder zu tödlicher Gewalt. Mächtige Banden ringen dort um die Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften. Im Oktober 2025 wurden bei einem Grosseinsatz in den Favelas Penha und Alemão nach Behördenangaben mindestens 120 Menschen getötet – der bislang tödlichste Polizeieinsatz in der Geschichte der Stadt. (sda/dpa)
