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Truppenabzug: Trumps Drohung überrascht Pentagon

FILE - The Pentagon is seen from Air Force One as it flies over Washington on March 2, 2022. (AP Photo/Patrick Semansky, File)
Pentagon Bus Crash
Das Pentagon von oben im März 2022.Bild: keystone

Truppenabzug: Trumps Drohung überrascht das Pentagon

Nach einer jüngsten Untersuchung des Pentagon ist eigentlich kein Truppenabzug aus Europa vorgesehen. Der Oberbefehlshaber Donald Trump hat offenbar nun andere Pläne.
01.05.2026, 21:4201.05.2026, 21:42
Charlotta Siemer / t-online
Ein Artikel von
t-online

Mit seiner Ankündigung, US-Truppen aus Deutschland abziehen zu wollen, hat US-Präsident Donald Trump wohl auch das Pentagon überrascht. Das berichtet «Politico» unter Berufung auf mehrere Verteidigungsbeamte. Demnach war Trumps Beitrag bei Truth Social für sie die erste Information über einen solchen Vorstoss. Sie sollen eilig versucht haben, herauszufinden, ob der Präsident die Abzugsdrohung ernst meint.

Das Pentagon «hatte damit nicht gerechnet und plant keinerlei Truppenabzug», sagte ein mit der Situation vertrauter Mitarbeiter des Kongresses. Erst kürzlich schloss das Pentagon eine mehrere Monate andauernde Überprüfung der weltweiten Truppenpräsenz ab. Das Ergebnis: Eine grössere Truppenreduzierung in Europa ist nicht vorgesehen.

Pentagon-Sprecher Sean Parnell sagte «Politico», das Verteidigungsministerium plane für jedes Szenario und sei vollumfänglich darauf vorbereitet, die Befehle des Oberbefehlshabers zum von ihm gewählten Zeitpunkt und Ort auszuführen.

«Trumps Politik der plumpen Drohungen hat ihre Grenze erreicht»

Trumps Äusserungen folgten auf eine kritische Äusserung vom Bundeskanzler von Deutschland, Friedrich Merz, zum Krieg in Iran. Sie reihen sich in die zunehmende antieuropäische Rhetorik während Trumps aktueller Amtszeit ein. So drohte er bereits aus der Nato auszutreten, Grönland zu annektieren und auch Spanien wollte er vor Kurzem aus der Nato werfen – obgleich er keine Befugnis dazu hat.

Ein deutscher, mit dem Geschehen vertrauter Beamter erklärte «Politico»: «Trumps Politik der plumpen Drohungen hat ihre Grenzen erreicht.» Seine Rhetorik sei unglaubwürdig geworden. «Ein Abzug der US-Truppen aus Deutschland würde die USA selbst schwer schwächen, und wir fragen uns, wann die Verantwortlichen in Washington wieder Verantwortung übernehmen werden.»

US-Truppen sind für Deutschland wichtig

Nach Angaben des US-Militärs waren Ende 2025 gut 36'400 US-Soldaten in Deutschland stationiert. Damit ist Deutschland nach Japan der zweitgrösste US-Militärstandort ausserhalb der USA. Die USA verfügen über mehrere Stützpunkte, viele davon im Südwesten und Süden. Zu den militärisch bedeutsamsten gehört die Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz. Für die USA ist sie die zentrale Luftdrehscheibe für Europa und den Nahen Osten.

Auch für Deutschland sind die US-Truppen wichtig. Gerade angesichts eines aggressiv auftretenden Russlands ist Deutschland auf Abschreckung durch die USA angewiesen – die deutsche Bundeswehr selbst hat dazu bislang nicht die nötigen Kapazitäten. Ein Abzug der US-Truppen würde eine Lücke reissen, die die deutsche Bundeswehr nicht füllen könnte.

Für die regionale Wirtschaft um die US-Stützpunkte in Bayern und Rheinland-Pfalz ist die Truppenpräsenz wichtig: Sie beschäftigt etwa 12'000 deutsche Zivilangestellte und ist für die oft eher strukturschwachen Regionen eine bedeutsame Einnahmequelle, weil die US-Armee dort Waren und Dienstleistungen nachfragt.

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Die beliebtesten Kommentare
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Hector B.
01.05.2026 21:55registriert Februar 2022
«Trumps Politik der plumpen Drohungen hat ihre Grenzen erreicht.»
Könnte man dies auch unserer sich durchwurstelnder, rückgratlosen Landesregierung laut und deutlich klarmachen?
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