DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zehntausende demonstrieren gegen Bolsonaro – wegen Corona und Korruption

Nach der Aufnahme von Korruptionsermittlungen gegen Staatschef Jair Bolsonaro haben tausende Brasilianerinnen und Brasilianer erneut gegen die Corona-Politik seiner Regierung demonstriert.



Aus Protest gegen das Corona-Krisenmanagement von Jair Bolsonaro sind in Brasilien erneut zehntausende Menschen gegen den rechtsextremen Staatschef auf die Strasse gegangen. «Bolsonaro Völkermörder» und «Ja zu Impfungen» stand am Samstag auf Transparenten zehntausender Demonstranten in der Metropole São Paulo zu lesen.

Demonstrators march on in Paulista Avenue to demand that Brazilian President Jair Bolsonaro resign, in Sao Paulo, Brazil, Saturday, July 3, 2021. A new filing for impeachment charges against Bolsonaro for corruption related to the purchase of COVID-19 vaccines was presented Wednesday to the lower house of Congress, adding to the pressure the leader faces as Senate hearings over his handling of the pandemic continue. (AP Photo/Nelson Antoine)

Massenproteste in São Paulo am 3. Juli 2021. Bild: keystone

«Es wurden schon mehr als 500'000 Menschen ermordet von dieser Regierung», sagte die in Rio de Janeiro demonstrierende Ärztin Patricia de Lima Mendes mit Blick auf die bereits rund 522'000 Corona-Toten in Brasilien. Dies sei die Folge einer «trügerischen Politik» voller «Lügen».

Es waren bereits die dritten Massenproteste gegen Bolsonaro seit Ende Mai. Dem Protestaufruf der Opposition folgten auch tausende Menschen in anderen Städten, darunter die Hauptstadt Brasília sowie Belém, Recife und Porto Alegre, wie auf Bildern brasilianischer Medien zu sehen war. Neue Nahrung erhält die massive Kritik am Präsidenten durch die am Freitag eingeleiteten Vorermittlungen zu seiner Rolle in einem mutmasslichen Korruptionsfall.

A demonstrator poses for a photo next to a banner depicting Brazilian President Jair Bolsonaro during a protest demanding Bolsonaro resign, in Sao Paulo, Brazil, Saturday, July 3, 2021. Activists called for nationwide demonstrations against Bolsonaro, gathering protestors to demand his impeachment amid allegations of potential corruption in the Health Ministry’s purchase of COVID-19 vaccines. (AP Photo/Nelson Antoine)

Ein Demonstrierender vor einem Plakat, das den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro darstellt, São Paulo. Bild: keystone

20 Millionen indische Impfstoff-Dosen

Ursprünglich waren erst wieder für den 24. Juli Proteste geplant gewesen, die Organisatoren hatten nach den jüngsten Korruptionsvorwürfen gegen Bolsonaro jedoch kurzfristig schon für Samstag zu Demos aufgerufen.

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte am Freitag eine Untersuchung gegen den brasilianischen Präsidenten wegen Korruptionsvorwürfen eröffnet. Hintergrund ist die Bestellung von 20 Millionen Dosen des indischen Corona-Impfstoffs Covaxin. Eine Gruppe von Senatoren stellte diese Woche Strafanzeige gegen Bolsonaro wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch, weil er Hinweise auf mögliche Korruption bei der Abwicklung des Impfstoffdeals im Gesamtwert von umgerechnet mehr als 250 Millionen Euro ignoriert haben soll.

Bolsonaro sagte, er habe keine Kenntnis von Unregelmässigkeiten gehabt. Die indische Firma Bharat Biotech teilte mit, der Preis für eine Dose Covaxin für ausländische Regierungen liege zwischen 15 und 20 Dollar. Der Preis für Brasilien habe in diesem Rahmen gelegen.

Der Covaxin-Deal stand zuletzt auch im Mittelpunkt eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der die Handlungen und Unterlassungen von Präsident Bolsonaro in der Corona-Pandemie beleuchtet. Der Staatschef hat die Gefährlichkeit des Virus und den Sinn von Impfungen schon mehrfach in Zweifel gezogen. Die Eröffnung eines Amtsenthebungsverfahrens, wie es die Demonstranten fordern, hängt jedoch vom Präsidenten der Abgeordnetenkammer ab - dieser gilt als Verbündeter der Regierung Bolsonaros.

(sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Eine Brasilianerin erzählt, wie es ist, während Corona in Brasilien zu leben

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Trotz scharfen Protesten: Nicaraguas Präsident Ortega stellt sich erneut zur Wahl

Der nicaraguanische Staatschef Daniel Ortega (75) wird bei der Präsidentschaftswahl im November für eine vierte Amtszeit in Folge kandidieren.

Wie seine Partei, die Sandinistische Nationale Befreiungsfront (FSLN), am Montag mitteilte, wird Ortegas Ehefrau, die derzeitige Vizepräsidentin Rosario Murillo, als seine Stellvertreterin antreten.

«Unsere Kandidaten wurden einstimmig gewählt», sagte der FSLN-Abgeordnete Gustavo Porras bei dem Parteikongress am Montag. Die FSLN bestätigte auch ihre 92 …

Artikel lesen
Link zum Artikel