International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Soldiers stand guard outside a federal building where graffiti says in Portuguese

Die Entscheidung, Soldaten im Inland einzusetzen, hatte bei vielen Brasilianern die Erinnerungen an die Militärdiktatur von 1964 bis 1985 geweckt. Bild: Eraldo Peres/AP/KEYSTONE

Brasiliens Präsident zieht nach Kritik das Militär von Strassen ab

26.05.17, 05:28 26.05.17, 06:19


Brasiliens Präsident Michel Temer hat nach massiver Kritik das Militär wieder in die Kasernen zurückbeordert. Temer nahm am Donnerstag nach 17 Stunden einen entsprechenden Erlass zurück.

Dieser hatte vorgesehen, dass die Soldaten der Polizei dabei helfen sollten, die Lage nach gewalttätigen Protesten wieder unter Kontrolle zu bringen. Die Entscheidung, Soldaten im Inland einzusetzen, hatte bei vielen Brasilianern die Erinnerungen an die Militärdiktatur von 1964 bis 1985 geweckt.

Sie sei der Situation völlig unangemessen gewesen, sagte der oppositionelle Abgeordnete Alessandro Molon von der Nachhaltigkeitspartei. «Sie zeigt eine fragile Regierung, deren Tage gezählt sind.»

Bei den Demonstrationen war es am Mittwoch zu Krawallen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Demonstranten auf ihrem Weg in Richtung Kongressgebäude zu stoppen. Es sind die gewalttätigsten Unruhen in Brasilien seit 2013 gewesen, als es zu Massenprotesten gegen Korruption und Misswirtschaft kam.

Massenproteste in Brasilien eskalieren

Die Demonstranten fordern den Rücktritt des Präsidenten und ein Ende des Sparkurses. Temer ist seit einem Jahr im Amt - inzwischen liegen seine Zustimmungswerte aber nur noch im einstelligen Bereich. Der Präsident hat Vorwürfe der Korruption und der Behinderung von Ermittlungen stets zurückgewiesen. (sda/reu)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • CASSIO 26.05.2017 07:58
    Highlight ich will die militärdiktatur nicht in schutz nehmen, und den einsatz des militärs noch viel weniger, aber die militärdiktatur hatte nicht nur ihre opfer, sondern viel mehr sicherheit für die normale bevölkerung zur folge. heute fütchtrn sich drei von 4 brasilianern, einem attentat zum opfer zu fallen (globo news), in den vergangenen jahren fielen in brasilien mehr tote durch gewaltverbrechen an, als in der gleichen zeitperiode in syrien (globo news). die brasilianer leben in einem freien land, nur was ist die freiheit wert, wenn man sich nicht mehr aus dem haus traut?
    3 6 Melden

Brasiliens Regenwald ist gefährdeter denn je – warum das die ganze Welt bedroht

Jair Bolsonaro macht sich nicht viel aus dem Regenwald. Der rechtsextreme und derzeit aussichtsreichste Präsidentschaftskandidat für Brasilien findet Landwirtschaft wichtiger als Umweltschutz. Ist er erstmal an der Macht, soll das brasilianische Umweltministerium in ein Agrarministerium umgewandelt werden.

Die Agrarunternehmer, die im brasilianischen Kongress ohnehin eine starke Lobby haben, wird das freuen. Mehr Anbauflächen, mehr Profit. Dabei hat die Abholzung im Amazonas-Regenwald bereits …

Artikel lesen