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«Warnung» an USA: China setzt Manöver um Taiwan überraschend fort

08.08.2022, 07:3008.08.2022, 15:53

Überraschend hat China seine Manöver um Taiwan am Montag fortgesetzt. Ungeachtet seiner anfänglichen Ankündigung, dass die Militärübungen nur bis Sonntag laufen sollten, dauerten die «Kampfübungen» in der Luft und See der Meerenge der Taiwanstrasse an, wie das Staatsfernsehen berichtete. Die Volksbefreiungsarmee habe sich dabei auf «gemeinsame Einsätze gegen Unterseeboote und zum Angriff auf See konzentriert».

Abwehrbereit: Zwei taiwanische Kampfjets am Sonntag bei Hsinchu.
Abwehrbereit: Zwei taiwanische Kampfjets am Sonntag bei Hsinchu.Bild: keystone

Bei der Ankündigung der Manöver am vergangenen Dienstag hatte die chinesische Führung ursprünglich einen Abschluss am Sonntag in Aussicht gestellt. Bisher wurde allerdings kein formelles Ende mitgeteilt worden. Einige chinesische Kommentatoren hatten vielmehr geäussert, dass die Militärübungen regelmässig stattfinden und eine neue Normalität werden könnten.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Wu Qian, bezeichnete die Manöver am Montag als «notwendige Warnung» an die USA und Taiwan. Es sei eine «angemessene» Reaktion auf deren «Provokationen». Die Spannungen seien «bewusst» von den USA geschaffen worden, indem die Vorsitzende des amerikanischen Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, gegen den Widerstand aus Peking nach Taipeh gereist sei.

Die chinesische Führung lehnt solche offiziellen Kontakte anderer Länder zu Taipeh ab, weil es die Insel nur als Teil der Volksrepublik ansieht. Hingegen versteht sich Taiwan längst als unabhängig. Mit den Manövern übte die Volksbefreiungsarmee nicht nur eine See- und Luftblockade, sondern auch eine mögliche Eroberung der Insel.

Taiwans Militär berichtete, dass chinesische Flugzeuge allein am Sonntag 66 Einsätze geflogen hätten. Dabei hätten 22 Flugzeuge die inoffizielle, aber bisher meist respektierte Mittellinie der Taiwanstrasse überquert. Auch hätten 14 Kriegsschiffe in der Meerenge an den Manövern teilgenommen. Taiwans Streitkräfte hätten die Bewegungen eng verfolgt und über Funk auch Warnungen ausgesprochen.

Über der vorgelagerten taiwanischen Insel Kinmen (Quemoy), die nur zwei Kilometer von der chinesischen Küste entfernt liegt, sei am Sonntagabend auch wieder eine chinesische Drohne entdeckt worden, berichtete das Verteidigungsministerium in Taipeh. Seit den 50er Jahren hatte es keinen chinesischen Überflug der Insel mehr gegeben.

In anderen Seegebieten im Norden im Golf von Bohai und im Gelben Meer sowie im Süden im Südchinesischen Meer vor der Küste der Provinz Guangdong sind diese Woche auch weitere Manöver geplant. (sda/dpa)

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Reaktion auf Pelosi-Besuch – Chinas Panzer fahren vor Taiwan auf

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42 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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cartman89
08.08.2022 08:23registriert Juli 2021
Ah das klassische, "Wir verlängern das Manöver auf unbestimmte Zeit und nennen es dann eine Spezialoperation". Woher kommt mir dieses Vorgehen nur bekannt vor? hmmmm.
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Der Salzstreuer
08.08.2022 08:09registriert März 2018
Überraschend? Wieso?
War ja klar, dass China nicht einfach so aufhören wird...
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Grobianismus
08.08.2022 07:41registriert Februar 2022
Naja, früher oder später wird es auch dort Krieg geben. In der Ukraine hatte es auch niemand so richtig geglaubt, bei Taiwan scheint mir die Wahrscheinlichkeit etwas höher. Ausserdem ist es auch "nur" wahrscheinlich, dass die USA Taiwan militärisch helfen würde, sicher ist nichts und das weiss China.
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