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Chinas Massaker: «Mütter von Tian'anmen» wollen Gerechtigkeit



epa08462703 A woman holds a candle on the eve of the Beijing Tiananmen Massacre anniversary near the Lai Chi Kok Reception Centre in Hong Kong, China, 03 June 2020. The participants commemorated the Tiananmen Massacre victims and echoed support with protesters currently detained inside the correctional facility. Police banned the annual commemorative candlelight vigil for the 1989 Tiananmen Massacre victims for the first time in 30 years citing the Covid-19 group gathering ban in place.  EPA/JEROME FAVRE

Trazer am Tian'anmen-Platz in Peking Bild: keystone

Angehörige der Opfer der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 in China haben eine gerechte Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der chinesischen Geschichte gefordert.

In einem offenen Brief zum Jahrestag am Donnerstag forderten die «Mütter von Tian'anmen» die chinesische Führung auf, ihr Schweigen zu brechen, die Archive zu öffnen und die Ereignisse zu erklären, die zum Tod ihrer Angehörigen geführt hätten, wie der US-Sender Radio Free Asia berichtete.

Bei dem Einsatz der Volksbefreiungsarmee gegen friedliche Demonstranten um den Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) in Peking waren damals einige Hundert Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt. Tausende wurden verletzt und inhaftiert. Auch 31 Jahre später ist das Thema in China ein Tabu.

Beobachter erinnerten angesichts der Drohung von US-Präsident Donald Trump, das Militär bei den Protesten in den USA einsetzen zu können, an die fatalen Folgen des damaligen Militäreinsatzes in China.

Tiananmen-Massaker

Während in China ein öffentliches Gedenken an die Opfer schon immer untersagt war, verbot die Polizei in Hongkong erstmals seit drei Jahrzehnten die jährliche Kerzenandacht in der chinesischen Sonderverwaltungsregion.

Als Grund wurden das Verbot von Versammlungen von mehr als acht Personen wegen der Corona-Pandemie genannt. Prodemokratische Aktivisten planten am Jahrestag dennoch verschiedene Aktionen über Hongkong verteilt. (aeg/sda/dpa)

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Smog in China

Das Tiananmen-Massaker vom 4. Juni 1989

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 04.06.2020 13:38
    Highlight Highlight Diese mutigen Mütter kann China gut gebrauchen!
    Wer seine eigene Geschichte fälscht, wird auch nichts aus dieser Geschichte lernen können.
    Und wer glaubt, auf Lügen und Verheimlichungen eine Supermacht bauen zu können, wird zwangsläufig miterleben müssen, wie das ganze Kartenhaus innert Kürze in sich zusammenfällt...
    (Siehe: Sowjetunion und -brandaktuell- die USA!)
  • Magnum 04.06.2020 13:28
    Highlight Highlight Dass die Mahnwache für die Opfer des Tiananmen-Massakers von der Peking-hörigen Stadtregierung Hong Kongs nach 30 Jahren erstmals unter fadenscheinigen Vorwänden (Distanzgebot kann bei einer Mahnwache sehr wohl eingehalten werden) nicht erlaubt wird, ist ein weiteres Indiz dafür: Das «One state two systems»-Prinzip ist mausetot - von der KP China getötet wie hunderte Studenten und Aktivisten am 4. Juni 1989, mitten in Peking auf dem Tiananmen-Platz.

    Hatte ich schon erwähnt, dass man mit diesem China keine Geschäfte machen und keine Verträge unterschreiben sollte? Auch keine Absichtserklärung!
  • K_ariv 04.06.2020 12:25
    Highlight Highlight Trump in einem Interview aus dem Playboymagazin im Jahre 1990, zitiert:

    "When the students poured into Tiananmen Square, the Chinese government almost blew it. Then they were vicious, they were horrible, but they put it down with strength," Trump replied. "That shows you the power of strength. Our country is right now perceived as weak...as being spit on by the rest of the world."

    Der Vorschlag mit Panzer die Demonstrationen vom 4. Juni zu zerschlagen war kein Zufall.
    • Magnum 04.06.2020 16:05
      Highlight Highlight *Schön*, wie es von Trump immer wieder alte Zitate gibt, in denen er die schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

      Seine ganze Argumentation, warum das Niederwalzen der Proteste richtig war, ist mal wieder rein imagebasiert: Stärke zeigen, auch wenn das nur mittels Blutbad geht. Die KP Chinas handelte aus genau diesem Grund so, wie sie es tat. In Asien nennt sich das aber «Gesicht wahren».
  • Snowy 04.06.2020 11:15
    Highlight Highlight Denkt das nächste Mal daran, wenn ihr ein chinesisches Produkt kaufen möchtet.

    Lieber zahle ich etwas mehr, als dass ich dieses Terrorregime unterstütze. Ja, andere Grossmächte verhalten sich auch falsch. Aber in keiner anderen Grossmacht werden die Menschen derart systematisch unterdrückt und gebrainwasht (siehe aktuell das social credit system).
    • Hardy18 04.06.2020 19:23
      Highlight Highlight Ja genau. 🙄

      Niemand wird daran denken. Wahrscheinlich noch nicht einmal du selber.
      Wo sollen all die Waren herkommen, aus Olten?

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