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China

Uigurische Ärztin musste Zwangsabtreibungen durchführen

Die geflohene Ärztin im Gespräch mit ITV-Journalistin Emma Murphy.
Die geflohene Ärztin im Gespräch mit ITV-Journalistin Emma Murphy.screenshot: youtube

Uigurische Ärztin flüchtet in die Türkei – dort erhebt sie schwerste Vorwürfe

03.09.2020, 18:1203.09.2020, 19:00

Die Vorwürfe sind happig. Eine uigurische Ärztin, die aus der chinesischen Provinz Xinjiang geflohen ist, erzählte der britischen TV-Station «ITV», wie sie an zahlreichen Frauen Zwangssterilisationen und Abtreibungen durchführte.

Die Uiguren sind ein eine meist muslimische Minderheit in China, welche ganz im Westen des Landes in der Provinz Xinjiang lebt. Die Population beträgt etwa rund elf Millionen. Eine Million soll gemäss Schätzungen jedoch in sogenannten Umerziehungslagern leben. Die chinesische Regierung hat die Überwachung in Xinjiang in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut. Peking werden schwerste Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Nun hat eine geflohene uigurische Ärztin gegenüber dem britischen Sender ITV erzählt, welche Aufträge sie für die Regierung erfüllen musste. Sie habe «mindestens 500 bis 600 Operationen» an uigurischen Frauen durchgeführt, sagt die Frau. Dabei seien etwa Zwangssterilisationen, Abtreibungen vorgenommen worden.

Das Interview mit der uigurischen Ärztin.Video: YouTube/ITV News

«Wir gingen von Dorf zu Dorf, um alle Frauen zu sammeln und sie auf Traktoren zu treiben», so die Ärztin. «Junge Frauen wurden mit Verhütungsmittel ausgestattet, schwangere Frauen mussten abtreiben und dann sterilisiert werden. Wir führten sogar Verhütungsimplantate in die Oberarme der Frauen ein, um eine Schwangerschaft zu verhindern.» Sie habe auch Gebärmütter zwangsentfernt, sagt sie.

Für die Ärztin, welche anonym bleiben wollte, ist klar, welches Ziel Peking damit verfolgen will: «Die klare Absicht war eine ethnische Säuberung.»

Während Jahren hatte die Ärztin solche Operationen durchgeführt. Heute bereue sie dies zutiefst, gibt sie zu Protokoll, denn sie sehe, welchen Schaden der uigurischen Bevölkerung zugefügt werde. In einigen uigurischen Gegenden ist die Geburtsrate in den vergangenen Jahren um 60 Prozent zurückgegangen, wie «ITV» berichtet.

Die Aussagen der Ärztin decken sich mit einem Bericht des Wissenschaftlers Adrian Zenz, der im Juni dieses Jahres veröffentlicht wurde. Demnach wird uigurischen Frauen mit dem Umerziehungslager gedroht, falls sie sich weigern, eine Abtreibung vorzunehmen.

Chinas Regierung sagte damals, die Anschuldigungen seien «haltlos». Der Sprecher des Aussenministeriums, Zhao Lijian, sagte an einer Pressekonferenz Xinjiang sei «harmonisch und stabil». (cma)

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Internierung von Uiguren
Video: srf
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