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Impfstoffhersteller Moderna möchte seine Formel nicht preisgeben – mit dieser Begründung

Um das weltweite Angebot zu erhöhen, sei es am besten, wenn Moderna den Impfstoff selbst weiter produziere, sagt der Vorsitzende Noubar Afeyan und sorgt damit bei der WHO für Unmut. Das steckt dahinter.
12.10.2021, 05:5312.10.2021, 12:59

Moderna hat nicht vor, seine Formel der Covid-Impfung zu teilen. Die Verantwortlichen seien zum Schluss gekommen, dass das globale Angebot am besten gewährleistet sei, wenn die Firma ihre Eigenproduktion erhöhe, sagt Firmenchef Noubar Afeyan gegenüber AP News.

Der Mitbegründer und Vorsitzende von Moderna: Noubar Afeyan.
Der Mitbegründer und Vorsitzende von Moderna: Noubar Afeyan.
Bild: keystone

Der Druck auf Pharmafirmen war in den letzten Wochen gestiegen, da in vielen ärmeren Ländern nach wie vor ein Mangel an Impfdosen herrscht. Was kann dagegen getan werden? Moderna und Pfizer könnten ihre Technologie beispielsweise an Vertragshersteller lizenzieren, um Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen mit Impfdosen versorgen zu können.

Genau diesen Vorschlag habe die Biden-Administration gegenüber Pfizer und Moderna gemacht, berichtete die New York Times vor einigen Wochen. Doch die beiden Impfhersteller wollen ihre Technologie nicht lizenzieren. Mit Pfizer gelangte die USA aber zu einer anderen Abmachung: Statt der Lizenzierung werde Pfizer den USA 500 Millionen weitere Impfdosen zu einem nicht gewinnorientierten Preis verkaufen. Diese Dosen sollen dann ins Ausland gespendet werden.

Das Gespräch mit Moderna verlief hingegen weniger erfolgreich. Auch die WHO drängt das Unternehmen schon seit längerem dazu, die Technologie zu lizenzieren. Doch Moderna-Vorsitzender Noubar Afeyan hat andere Pläne.

Man habe analysiert, ob es besser sei, die mRNA-Technologie zu teilen, sei aber zum Schluss gekommen, dass man die Produktion ausbauen könne. Damit könne man 2022 Milliarden an zusätzlichen Dosen ausliefern. «Um hochwertige Impfstoffe zu erhalten, ist es innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate am Zuverlässigsten und Effizientesten, wenn wir diese herstellen», erklärt Afeyan gegenüber AP News weiter.

Moderna möchte seinen Impfstoff weiterhin selbst herstellen.
Moderna möchte seinen Impfstoff weiterhin selbst herstellen.
Bild: keystone

Wie erfolgreich könnten denn andere Firmen sein, wenn sie Impfstoffe mit einem Moderna-Patent herstellen würden?, möchte AP News wissen. Er wolle nicht spekulieren, so Afeyan, dennoch sagt er: «Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sie in kurzer Zeit in der Lage wären, einen nennenswerten Umfang in der Qualität zu erreichen, die wir für 2022 mit Sicherheit anstreben können.»

Und was ist mit dem Appell der WHO? Solche Appelle gingen davon aus, dass Moderna nicht genug Kapazitäten erreichen könne, so Afeyan. Aber man wisse, dass dies möglich sei.

Die jüngste Kritik, dass Moderna seinen Impfstoff hauptsächlich an wohlhabende Länder liefere, weist Afeyan zurück. Man habe eine recht beträchtliche Menge Imfpstoff an ärmere Länder geliefert. Einerseits durch die Zusammenarbeit mit der US-Regierung, anderseits durch die eingegangene Verpflichtung gegenüber Covax, so Afeyan. Die Covax Initiative setzt sich für einen weltweit gleichmässigen und gerechten Zugang zu Covid-Impfstoffen ein. (saw)

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