DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Saturday April 23, 2011 file photo, Turkmenistan's President Gurbanguli Berdymukhamedov smiles as he rides a horse with a dove on his shoulder at a ceremony in the capital Ashgabat, Turkmenistan. When the Soviet Union collapsed, a clutch of nations emerged in the vast areas of steppe and mountains between Russia’s southern border down to Iran and Afghanistan. Berdymukhamedov is regularly filmed and photographed riding horses, driving racing cars (and winning races in them), flying helicopters, cycling, jogging and doing weights. (AP Photo/Alexander Vershinin, File)

Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow gilt als Pferdenarr. archivBild: AP

Totschweigen? Wie Turkmenistan angeblich mit dem Coronavirus umgeht

Das autoritär geführte Turkmenistan in Zentralasien will Medienberichten zufolge das Coronavirus aus dem täglichen Sprachgebrauch verdrängen – notfalls auch mit Staatsgewalt. Das Wort sei bereits aus Informationsbroschüren der Behörden über die Krankheit gestrichen worden, berichteten unabhängige lokale Medien in der Hauptstadt Aschchabad.



Selbst wer die Pandemie in Privatgesprächen erwähne, könne festgenommen werden. Auch die Organisation «Reporter ohne Grenzen» kritisierte, die staatlich kontrollierten Medien dürften das Coronavirus nicht mehr erwähnen. «Die Weigerung, Informationen herauszugeben, gefährdet die Menschen in Turkmenistan», teilte die Organisation am Dienstag mit.

«Die Behörden machen ihrem Ruf alle Ehre.» Das passe ins Bild des autoritären Stils von Präsident Gurbanguly Berdymuchammedow. Er hatte erst vor mehr als zehn Jahren Unterrichtsverbot für Mathematik und Fremdsprachen an Schulen aufgehoben.

Desinfektionsspray in den Mund?

Trotz der Weigerung, das Coronavirus zu erwähnen, ergreifen die Behörden Vorsichtsmassnahmen. An Bahnhöfen und Bushaltestellen wird den Berichten zufolge die Temperatur gemessen. An gut besuchten Orten und in Bankfilialen werden Feuchttücher ausgeteilt. Dort müssten sich Menschen auch Desinfektionsspray in den Mund sprühen. Veranstaltungen sind nicht verboten.

Offiziell habe sich niemand mit dem Virus infiziert, hiess es in den Berichten. Es gebe aber bereits erste Fälle. In Turkmenistan am Kaspischen Meer leben rund sechs Millionen Menschen. Das abgeschottete Land liegt an der Grenze zu dem vom Sars-CoV-2-Virus besonders stark betroffenen Iran.

Sieben Jahre Haft in Russland

Turkmenistan belegte 2019 im weltweiten Index der Pressefreiheit laut «Reporter ohne Grenzen» den letzten Platz. Die Regierung kontrolliert sämtliche Medien in der früheren Teilrepublik der Sowjetunion, die wenigen Einwohner mit Internetanschluss können nur eine zensierte Version des Internets verwenden.

Russland hat die Massnahmen zur Eindämmung des Virus inzwischen hochgefahren. Dort drohen bei Verstössen gegen die Quarantäne bis zu sieben Jahre Haft. In Ost-Asien ist die erste Corona-Welle vorüber. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt jedoch davor, von einer Entspannung auszugehen. Die Epidemie dort sei «noch längst nicht vorbei», sagte der WHO-Vertreter Takeshi Kasai. (ram/sda/dpa)

Update vom 3. April:

Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» hat ihre ursprüngliche Meldung in der Zwischenzeit revidiert. Neu heisst es, das Wort «Coronavirus» sei nicht verboten. Die turkmenischen Behörden würden es bloss so weit wie möglich vermeiden, das Wort zu verwenden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

1 / 59
Das Coronavirus in der Schweiz – eine Chronologie
quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

«Du bist erledigt, Covid-19!»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

70% in der EU sind geimpft – so steht die Schweiz im Vergleich da

Malta top, Bulgarien flop – und die Schweiz? So schnell verimpften die EU-Länder im Vergleich zur Schweiz.

Eines der Impfziele hat die Europäische Union erreicht: Mindestens 70 Prozent der Erwachsenen haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Bis Ende des Sommers sollen 70 Prozent vollständig geimpft sein. Das gab Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bekannt. Wir zeigen, welche Länder besonders gut vorankommen – und wie die Schweiz im EU-Vergleich dasteht.

Malta hat seinen Impfturbo früh gezündet. Mittlerweile hat die Inselgruppe mit rund 520'000 Einwohnern die Herdenimmunität schon …

Artikel lesen
Link zum Artikel