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Aufgrund des Coronavirus herrscht Ausnahmezustand in den USA.
Aufgrund des Coronavirus herrscht Ausnahmezustand in den USA.Bild: EPA

10 Zitate, die zeigen, wie prekär die Corona-Situation für das US-Pflegepersonal ist

Die Covid-19-Fälle in den USA nehmen rasant zu, in den Spitälern wird das Schutzmaterial knapp. Nun meldet sich das Pflegepersonal zu Wort.
31.03.2020, 19:5701.04.2020, 17:33
Dario Bulleri
Dario Bulleri
Dario Bulleri
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Kein Land der Welt meldet mehr bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2 als die USA. Über 163'000 Personen sind betroffen. Mehr als 3000 Menschen sind bereits durch die Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Wie in anderen Ländern ist auch in den USA das Pflegepersonal bis aufs Äusserste gefordert. Es sind Einsätze am Limit, wie diese 10 Zitate zeigen.

Lian Ileto, Krankenpflegerin:

«Ich habe nie unterschrieben, dass ich mit meiner Lesebrille und dem Kittel eines Patienten als einzigem Schutz arbeiten muss.»

«Das Pflegepersonal solle sich nicht beschweren, schliesslich hat es sich ja für diesen Beruf entschieden»: Sie könne diesen Satz nicht mehr hören, so Lian Ileto. Die Krankenpflegerin aus New York meldet sich mit einer ausführlichen Botschaft auf Instagram zu Wort und sagt, sie habe sich zwar bewusst für den Job entschieden, aber nicht für die derzeitigen Umstände.

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We are so tired of hearing that “We nurses can’t or shouldn’t complain because we signed up for this’ My mom actually wanted me to become a nurse and I didn’t. And it took me 2 years to finally agree so Yes, I did sign up to be a Nurse. I signed up to be empathetic, compassionate and also be knowledgeable about what was asked to me. I signed up to assess and do my best to treat every disease and illnesses that I encounter. I signed up to do everything including medication administration, do certain or even all medical procedures, and even lift up a 200 lb patient, feed them or change their diapers. I signed up to be every patients advocate, celebrate with those who are healing and comfort those who are mourning. I signed up knowing I would always go to work and come in contact with diseases such as HIV, hepatitis, c-diff, MRSA, VRE, ESBL, Tuberculosis and now the COVID-19 and knowing that I might have one of those and which could severely affect my personal health. But let me tell you what I/We did not sign up for. I did not sign up to fight a global pandemic while wearing almost nothing but a mask that was given to us at the start of the shift and that we weren’t able to ask for one more. I did not sign up and start my shift and the only available PPE I have is my personal reading glasses and a patient’s gown, and when we are given the proper PPE, we had to reuse them for the next 3,4 or sometimes 5 days. I did not sign up to provide care for patients diagnosed with a new developing illness without appropriate personal protective equipment. I did not sign up to walk into every shift with the fear that I could take a death-sentence home to my sister and brother in law. Yes I did sign up to care for everyone without hesitation, but I did not sign up to care for all positive case and pending cases and wearing that one set of PPE we get at the start of the shift for everyone. Please tell me, who will take care of all our residents/patients when we all eventually get sick? All I can do now show up at work scared, and afraid and be positive and pray. Yes, I know what we signed up for, and I can assure you, this isn’t it.

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Thomas Riley, Krankenpfleger:

«Ich fühle mich, als würden wir alle zur Schlachtung geschickt werden.»

In den USA reicht das Schutzmaterial derzeit kaum aus, um das Personal vor einer Erkrankung zu schützen. Dies hat auch Thomas Riley erleben müssen. Er ist Krankenpfleger im Jacobi Medical Center in der Bronx und hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Er fühle sich nicht sicher, wie er in einem Bericht der New York Times verrät. Mittlerweile ist er auf dem Weg zur Besserung.

Krankenpflegerinnen demonstrieren vor dem Jacobi Medical Center in New York.
Krankenpflegerinnen demonstrieren vor dem Jacobi Medical Center in New York.Bild: AP

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Craig R. Smith, Chefchirurg:

«Unser Gesundheitssystem ist im Krieg mit dem Virus.»

Die Anzahl der Erkrankten ist zuletzt in den USA stark angestiegen. Deshalb spricht Craig R. Smith, Chefchirurg am NewYork-Presbyterian Hospital in einer E-Mail am Tag nach den Schulschliessungen in New York von einem «Krieg». Man müsse mit allen Waffen kämpfen, die man beherrsche, so Smith gegenüber der «New York Times».

Zwei Rettungssanitäter beladen eine Ambulanz vor dem NewYork-Presbyterian Hospital.
Zwei Rettungssanitäter beladen eine Ambulanz vor dem NewYork-Presbyterian Hospital.Bild: AP

Cornelia Griggs, Kinderärztin:

«Sollte ich an Covid-19 sterben, will ich, dass meine Babys wissen, dass Mami alles gegeben hat, um ihren Job zu machen.»

Dr. Cornelia Griggs, Kinderärztin aus New York, ist sich ebenfalls bewusst, wie gefährlich das Coronavirus sein kann, wie sie in einem Tweet schreibt. Trotzdem will sie weiterhin arbeiten. Am Ende ihrer Nachricht setzt sie den Hashtag #GetMePPE, mit dem verschiedene Ärzte und Krankenpfleger Schutzmaterial fordern.

Kelley Cabrera, Notfall-Krankenpflegerin:

«Es bringt uns in Gefahr, es bringt die Patienten in Gefahr. Ich kann nicht glauben, dass das in den USA passiert.»

Mittlerweile reicht das Schutzmaterial nicht mehr, um es oft genug zu wechseln, weshalb mehrere Patienten mit der gleichen Bekleidung betreut werden müssen. Ein grosses Risiko, findet Notfall-Krankenpflegerin Kelley Cabrera, die im Jacobi Medical Center arbeitet, gegenüber der «New York Times».

Geld soll in dieser Krise zur Nebensache werden, fordert eine Krankenpflegerin vor dem Jacobi Medical Center.
Geld soll in dieser Krise zur Nebensache werden, fordert eine Krankenpflegerin vor dem Jacobi Medical Center.Bild: AP

Cindy Portillo, Krankenpflegerin:

«Wir haben zu wenig Schutzmaterial. Wir haben Angst.»

Auch die kalifornische Krankenpflegerin Cindy Portillo engagiert sich für besseres Schutzmaterial. «Ich muss mich schützen, vor allem aber auch die Patienten», so Portillo auf Twitter.

Notfall-Arzt:

«Hände waschen, Daumen drücken, beten.»

Das Pflegepersonal versucht alles, um trotz schwieriger Situation gesund zu bleiben. Da braucht es auch Hilfe von oben, wie ein Notfall-Arzt des Long Island Jewish Medical Center der «New York Times» sagt.

Das Long Island Jewish Medical Center im Grossraum New York.
Das Long Island Jewish Medical Center im Grossraum New York.bild: Jim.henderson / CC BY (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)

Kimberley Marsh, Krankenpflegerin:

«Ich habe keine Zweifel, dass ich Kollegen verlieren werde. Es gibt keinen Weg daran vorbei.»

Kimberley Marsh, Krankenpflegerin im Westchester Medical Center, macht sich Sorgen, wie sie der «New York Times» verrät. Nicht nur um sich, weil sie an Multipler Sklerose leidet. Die Angst sei bei allen greifbar. Eine Kollegin von ihr ist bereits am Coronavirus erkrankt.

Eine Krankenpflegerin bei ihrer Arbeit im Westchester Medical Center.
Eine Krankenpflegerin bei ihrer Arbeit im Westchester Medical Center.bild: twitter

Ärztin:

«Wir stecken sicherlich schwangere Frauen an, die wir betreuen.»

Noch weniger geschützt ist das Personal der Abteilungen, die nicht mit Corona-Notfällen in Kontakt geraten. So auch die Gynäkologen. Eine Ärztin des Spitals Mount Sinai sagt der «New York Times», es sei nur eine Frage der Zeit, bis ihre Patienten deshalb ebenfalls erkrankten.

Zwei Ärzte am Mount Sinai Hospital in New York.
Zwei Ärzte am Mount Sinai Hospital in New York.Bild: AP/Mount Sinai Hospital

Melissa Scott, Ex-Krankenpflegerin:

«Meine Managerin wollte mich auf eine Etage schicken, wo es Corona hat, obwohl sie meinen Gesundheitszustand kennt.»

Melissa Scott hat ihren Job als Krankenpflegerin gekündigt, wie sie in einem Instagram-Video erklärt. Sie wäre in eine Coronavirus-Abteilung versetzt worden, obwohl sie bereits dreimal an Brustkrebs erkrankt ist und sie niemanden habe, der ihre Kinder hüten könne. Die Patienten seien ihr zwar wichtig, doch dafür wolle sie nicht ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.

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Coronavirus: Was du wissen musst

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Coronavirus: Was du wissen musst
quelle: ap / zoltan balogh
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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Militia
31.03.2020 20:37registriert Oktober 2018
Corona bleibt Corona. Aber kaum sind die Amis betroffen ist alles ein bisschen reisserischer, ein bisschen hysterischer, ein bisschen krasser und vor allem mehr Social Media, als ob sie die ersten und einzigen wären. Vor allem Italien und Spanien gehen durch die Hölle, die haben gar keine Zeit und Kraft mehr zu jammern, das steht denen leider noch bevor...
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Überdimensionierte Riesenshrimps aka Reaper
31.03.2020 22:47registriert Juni 2016
Eine Warnung an all die Privatisierer, Neoliberalen, Marktgläubigen Marktradikalen und Bürgerlichen Sparer
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Der Appell des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski findet am zweiten WEF-Tag Widerhall. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versprach 10 Milliarden Euro Finanzhilfe, und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte an die Adresse Putins: «Er wollte weniger Nato, nun kriegt er mehr Nato!»

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