DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Auch Menschenaffen husten bei Corona – jetzt wurden einige von ihnen geimpft

Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Was dahinter steckt.
06.03.2021, 08:4906.03.2021, 12:29

Vorgeschichte

Das Coronavirus Sars-CoV-2 kann nicht nur den Menschen befallen, auch einige Tierarten gelten als anfällig für Covid-19. In den vergangenen Monaten fiel etwa auf, dass es auch Katzen oder Nerze erwischen kann. Früh war auch die Vermutung da, dass auch Menschenaffen – unsere nächsten Verwandten – sich infizieren könnten.

Das passierte im Januar 2021 dann auch erstmals. Im Zoo von San Diego in Kalifornien begannen mehrere Gorillas zu husten und wurden daraufhin positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Es sind die ersten dokumentierten Fälle einer Covid-19-Erkrankung bei einem Menschenaffen.

Die <strike>Gorillen</strike> Gorillas im kalifornischen Zoo vor zwei Monaten.
Die Gorillen Gorillas im kalifornischen Zoo vor zwei Monaten. Bild: keystone

Die Symptome waren mild und beschränkten sich auf Husten, Verstopfung und Müdigkeit. Die Affen haben sich seitdem vollständig erholt. Es wurde vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt hatten.

Impfung barg Risiken

Zwei Monate später entschied sich derselbe Zoo nun, den Menschenaffen ein Covid-19-Vakzin zu verabreichen. «Der Impfstoff wurde speziell für Tiere entwickelt», hiess es. Dahinter steckt die Firma Zoetis. Das Tierarzneimittel-Unternehmen begann mit der Impfstoff-Entwicklung, nachdem in Hongkong im Februar 2020 der erste Hund positiv auf das Virus getestet wurde.

Geimpft wurden nun vier Orang-Utans und fünf Bonobos, demnächst sollen vier weitere Affen an der Reihe sein. Die Tiere erhielten jeweils nach drei Wochen ihre zweite Dosis.

Nadine Lamberski von der San Diego Zoo Wildlife Alliance sagte «National Geographic», sie habe noch nie in ihrer Laufbahn so früh Zugang zu einem experimentellen Impfstoff gehabt. Obwohl der Impfstoff zuvor nur an Katzen und Hunden getestet worden sei, habe sie sich für das Risiko entschieden, die Menschenaffen damit zu impfen. Während der Impfung wurden die Tiere mit Leckereien abgelenkt.

«Den Tieren geht es gut und wir haben keine unerwünschten Reaktionen auf den Impfstoff festgestellt», sagte Darla Davis, Sprecherin der Wildlife Alliance, dem Sender CNN.

Krankheiten bei mehreren Tieren

Corona-Infektionen sind auch bei Hunden, Katzen, Nerzen, Tigern, Löwen und einigen anderen Tieren auf der ganzen Welt bestätigt worden. Im Dezember 2020 meldete auch die Schweiz eine Covid-19-Erkrankung bei einer Katze.

Dass Menschenaffen für das Coronavirus empfänglich waren, beunruhigte die Wissenschaftler aber besonders, berichtete «National Geographic». Es gebe nur noch weniger als 5000 Gorillas in freier Wildbahn. Da sie in engen Familiengruppen lebten, wurde befürchtet, die Infektion könnte sich schnell ausbreiten und die Populationen gefährden.

Befürchtet wurde zudem, dass das Coronsvirus deutlich schlimmere Krankheitsverläufe bei Affen verursachen könnte. Das wäre nichts ungewöhnliches. Die Erfahrungen der bereits infizierten und genesenen Primaten zeigte jedoch bislang das Gegenteil.

(pit/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Hier gibt's Otten.

1 / 7
Otter Zoo Zürich 2014
quelle: keystone
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Hier gibt's ein Ottenbaby.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

27 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Liebu
06.03.2021 10:39registriert Oktober 2020
Wenn die Affen dann geimpft sind, kann man auch die Affenhäuser wieder öffnen. Sie sind ja dann vor Menschen geschützt, die das nicht wollen.
Verkehrte Welt.
10628
Melden
Zum Kommentar
avatar
sowhat
06.03.2021 12:26registriert Dezember 2014
Frage an all die, die sich aufregen, dass Affen vor Menschen kommen. Habt ihr denn im Artikel auch gelesen, dass es nicht der gleiche Impfstoff ist? Dass er nicht von den gleichen Firmen entwickelt wurde?
Und habt ihr dann auch überlegt, dass es davon viel weniger braucht?
8912
Melden
Zum Kommentar
avatar
so wie so
06.03.2021 12:28registriert Juli 2015
Es war ja klar, dass sich manche aufregen, dass diese Tiere vor ihnen eine Impfung erhalten haben(btw ein Tierimpfstoff). Wenn der Mensch so weiter macht, existieren bald nur noch die Tiere in den Zoos. Es ist wichtig, dass diese Tiere geschützt werden. Vor allem, da sie nicht freiwillig im Zoo sitzen und dort durch die Besucher stark gefährdet sind. Ich möchte keine Schlagzeilen lesen, dass Zootiere wegen Corona eingeschläfert wurden. Das Dänische Massaker war schon schlimm genug. Ich will auch nicht daran denken, wie viele Versuchstiere bei der Entwicklung der Impfstoffe sterben mussten.
4217
Melden
Zum Kommentar
27
Polizeischutz: Bushidos Familie spürt Folgen
Bushido und seine Familie sind auf Personenschützer angewiesen. Ein Leben unter diesen Sicherheitsbedingungen hat Folgen – auch für die Kinder des Rappers.

Aufgrund des Prozesses um Bushidos ehemaligen Manager und Clanführer Arafat Abou-Chaker hat der Rapper seit ein paar Jahren Polizeischutz. Im RTL-Format «Gala» gewährt seine Ehefrau Anna-Maria Ferchichi nun Einblicke in den Alltag mit den Personenschützern, vor allem in Bezug auf ihre Kinder.

Zur Story