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Auch Menschenaffen husten bei Corona – jetzt wurden einige von ihnen geimpft

Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind die ersten Menschenaffen gegen Covid-19 geimpft worden. Was dahinter steckt.



Vorgeschichte

Das Coronavirus Sars-CoV-2 kann nicht nur den Menschen befallen, auch einige Tierarten gelten als anfällig für Covid-19. In den vergangenen Monaten fiel etwa auf, dass es auch Katzen oder Nerze erwischen kann. Früh war auch die Vermutung da, dass auch Menschenaffen – unsere nächsten Verwandten – sich infizieren könnten.

Das passierte im Januar 2021 dann auch erstmals. Im Zoo von San Diego in Kalifornien begannen mehrere Gorillas zu husten und wurden daraufhin positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Es sind die ersten dokumentierten Fälle einer Covid-19-Erkrankung bei einem Menschenaffen.

Members of the gorilla troop at the San Diego Zoo Safari Park in Escondido, Calif., are seen in their habitat on Sunday, Jan. 10, 2021. Several gorillas at the zoo have tested positive for the coronavirus in what is believed to be the first known cases among such primates in the United States and possibly the world. It appears the infection came from a member of the park's wildlife care team who also tested positive for the virus but has been asymptomatic and wore a mask at all times around the gorillas. (Ken Bohn/San Diego Zoo Safari Park via AP)

Die Gorillen Gorillas im kalifornischen Zoo vor zwei Monaten. Bild: keystone

Die Symptome waren mild und beschränkten sich auf Husten, Verstopfung und Müdigkeit. Die Affen haben sich seitdem vollständig erholt. Es wurde vermutet, dass sich die Tiere trotz Sicherheitsvorkehrungen des Zoos bei einem asymptomatischen Mitarbeiter angesteckt hatten.

Impfung barg Risiken

Zwei Monate später entschied sich derselbe Zoo nun, den Menschenaffen ein Covid-19-Vakzin zu verabreichen. «Der Impfstoff wurde speziell für Tiere entwickelt», hiess es. Dahinter steckt die Firma Zoetis. Das Tierarzneimittel-Unternehmen begann mit der Impfstoff-Entwicklung, nachdem in Hongkong im Februar 2020 der erste Hund positiv auf das Virus getestet wurde.

Geimpft wurden nun vier Orang-Utans und fünf Bonobos, demnächst sollen vier weitere Affen an der Reihe sein. Die Tiere erhielten jeweils nach drei Wochen ihre zweite Dosis.

Nadine Lamberski von der San Diego Zoo Wildlife Alliance sagte «National Geographic», sie habe noch nie in ihrer Laufbahn so früh Zugang zu einem experimentellen Impfstoff gehabt. Obwohl der Impfstoff zuvor nur an Katzen und Hunden getestet worden sei, habe sie sich für das Risiko entschieden, die Menschenaffen damit zu impfen. Während der Impfung wurden die Tiere mit Leckereien abgelenkt.

«Den Tieren geht es gut und wir haben keine unerwünschten Reaktionen auf den Impfstoff festgestellt», sagte Darla Davis, Sprecherin der Wildlife Alliance, dem Sender CNN.

Krankheiten bei mehreren Tieren

Corona-Infektionen sind auch bei Hunden, Katzen, Nerzen, Tigern, Löwen und einigen anderen Tieren auf der ganzen Welt bestätigt worden. Im Dezember 2020 meldete auch die Schweiz eine Covid-19-Erkrankung bei einer Katze.

Dass Menschenaffen für das Coronavirus empfänglich waren, beunruhigte die Wissenschaftler aber besonders, berichtete «National Geographic». Es gebe nur noch weniger als 5000 Gorillas in freier Wildbahn. Da sie in engen Familiengruppen lebten, wurde befürchtet, die Infektion könnte sich schnell ausbreiten und die Populationen gefährden.

Befürchtet wurde zudem, dass das Coronsvirus deutlich schlimmere Krankheitsverläufe bei Affen verursachen könnte. Das wäre nichts ungewöhnliches. Die Erfahrungen der bereits infizierten und genesenen Primaten zeigte jedoch bislang das Gegenteil.

(pit/sda/dpa)

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