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Bundeskanzlerin Angela Merkel, vorne, haelt eine Original Thueriunger Rostbratwurst am Dienstag, 15. Sept. 2009, in Erfurt, Thueringen, neben Christine Lieberknecht, Sozialministerin Thueringens, rechts, waehrend der Wahlkampffahrt der Bundeskanzlerin von Bonn nach Berlin mit dem Rheingold-Express. (AP Photo/Jens Meyer) -- German Chancellor Angela Merkel, front, holds a Original Thuringian grilled sausage besides Christine Lieberknecht, Minister for Social Affairs in Thuringia, right, during the election campaign tour through Germany in Erfurt, central Germany, on Tuesday Sept. 15, 2009. Merkel, the leader of the conservative Christian Democratic Union party (CDU) is travelling from the former German capital of Bonn via the western German cities of Koblenz and Frankfurt, the eastern German cities of Erfurt and Leipzig to Germany's new capital Berlin to campaign for the Sept. 27, 2009 general elections. (AP Photo/Jens Meyer)

Ein Bild aus dem Jahre 2009. Damals ging es noch um die Wurst – am Sonntag geht es nur noch um die Koalition. Bild: AP

13 Fragen und Antworten, damit auch du über die Bundestagswahlen Bescheid weisst



Diesen Sonntag heisst es in Deutschland: Urnen auf für die Bundestagswahlen 2017. Böse Zungen behaupten, es sei das grösste Ereignis ohne einen Funken Spannung. Wir wagen das zu bezweifeln. Vor allem wegen der Frage der Koalitionsbildung. Jetzt aber alles schön der Reihe nach ...

«Wählen die Deutschen einen neuen Bundeskanzler?»

Nein – indirekt aber schon. Bei den Bundestagswahlen 2017 wählen die deutschen Stimmbürger die mindestens 598 Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Diese wiederum wählen dann den oder die BundeskanzlerIn.

Die Anzahl Abgeordnete variiert aufgrund sogenannter Überhangmandate. Im Moment wird der Bundestag von 630 Abgeordneten besetzt.

Überhangmandate leicht erklärt:

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Video: YouTube/Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

«Gibt's was Besonderes, das man zum Wahlsystem wissen muss?»

Ja.

Stimmbürger in Deutschland haben bei den Bundestagswahlen zwei Stimmen. Eine Erst- und eine Zweitstimme: Mit der Erststimme wird der oder die Abgeordnete aus dem eigenen Wahlkreis gewählt (es gibt 299 Wahlkreise in Deutschland).

Mit der Zweitstimme wird die prozentuale Sitzverteilung der Parteien im Bundestag bestimmt. Nur Parteien, welche die 5-Prozent-Hürde schaffen oder 3 Wahlkreise gewinnen, erhalten Einzug in den Bundestag.

Erst- und Zweitstimme einfach erklärt:

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Video: YouTube/Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

«Erklär doch noch schnell die 5-Prozent-Hürde. Aber mach's kurz.»

Parteien, welche es nicht schaffen, auf Bundesebene fünf Prozent aller Zweit-Wählerstimmen auf sich zu vereinen, gehen leer aus. Ihre Stimmen verfallen komplett. Es sei denn, sie holen drei Direktmandate mit der Erststimme.

Die 5-Prozent-Hürde einfach erklärt:

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Video: YouTube/Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

«Schafft es Merkel nochmals?»

Es sieht ganz danach aus. Die Union (CDU & CSU) lag mit 36% Wähleranteil in allen Umfragen weit vor der stärksten Gegenpartei, der SPD (ungefähr 22%). Laut Umfragen drittstärkste Kraft könnte mit 11 Prozent die AfD werden.

FILE - This undated file photo shows then German Women and Youth Minister Angela Merkel, right, beside then Chancellor Helmut Kohl. Merkel is favored to win a fourth term in Germany's Sept. 24, 2017 election. (AP Photo)

Ein leider undatiertes Foto: Die junge Noch-nicht-Bundeskanzlerin Merkel erklärt ihrem alten Mentor Helmut Kohl die Welt. Bild: AP/AP FILES

«Waaaaas, die AfD!!!»

Jup.

Sie holt Stimmbürger am rechten Rand des Spektrums ab, während «die Linke» (prognostizierte 10%) das Gegenextrem beackert.

«Aber die AfD holt sicher noch mehr Stimmen – weil man doch bei einer Umfrage nicht zugibt, AfD-Wähler zu sein.»

Das ist gut möglich. Die Umfrageinstitute haben aber aus dem Trump-Debakel gelernt. In verschiedenen Umfragen wird dieser Verzerreffekt bereits mit einberechnet.

«Was ist überhaupt so schlimm an der AfD?»

Noch Fragen?

«Nochmals zu Merkel – wie kann sie gewählt werden, mit ‹nur› 36 Prozent?»

Tatsächlich kann Frau Merkel mit 36 Prozent nicht siegessicher sein. Erst durch eine Koalition – einem Vertrag. der die Zusammenarbeit mit einer oder mehreren anderen Parteien regelt – wird sie die nötigen Stimmen im Bundestag erzielen. In der Regel stellt aber die Partei den Kanzler oder die Kanzlerin, welche die meisten Stimmen erhält.

FILE - In this Nov. 22, 2005 file photo newly elected German Chancellor Angela Merkel takes the oath in the German parliament in Berlin. Merkel marks her 10th anniversary at the helm of Germany on Sunday, Nov. 22, 2015 becoming only the third post-World War II chancellor to hit that milestone. (AP Photo/Fritz Reiss, file)

2005: Angela Merkel legt den Eid ab und wird Bundeskanzlerin. Bild: AP/AP

«Was ist, wenn sich alle anderen Parteien gegen Merkels Union verbünden?»

Das wäre theoretisch möglich – ist aber mehr als unwahrscheinlich. SPD, Grüne, FDP, die Linke und die AfD teilen sehr unterschiedliche Grundwerte, welche in einer Koalition nur schwer vereinbar wären. Von einem Koalitionspartner AfD haben sich bereits im Vorfeld diverse Parteien distanziert.

FILE - In this Sept. 11, 2017 file photo Martin Schulz, Social Democratic Party, SPD, top candidate for the upcoming parliament election in Germany attends a news conference in Berlin. Schulz will challenge Merkel in German parliament election on Sept. 24, 2017. (AP Photo/Markus Schreiber, file)

Martin Schulz: Mehr als nur ein freundlicher Gegenspieler ist er für Merkel nicht. Bild: AP/AP FILES

«Welche Koalition ist die wahrscheinlichste?»

Das ist die spannendste Frage dieser Wahlen. In den letzten Jahren wurde Deutschland von einer sogenannt grossen Koalition der Union (CDU & CSU) und der SPD regiert. Viele Experten halten eine Neuauflage dieser Koalition für sehr wahrscheinlich – auch wenn SPD-Chef Schulz sich im Wahlkampf verschiedentlich davon zu distanzieren bemühte.

Schaffen sowohl FDP wie auch die Union sehr gute Resultate, ist auch eine schwarz-gelbe Koalition (Union = Schwarz, FDP = gelb) denkbar. Ebenfalls im Bereich des Möglichen ist die sogenannte Jamaika-Koalition. Eine Ampel-Koalition kann aufgrund der Umfragewerte ausgeschlossen werden.

«Jamaika-Koalition? Ampel-Koalition?»

Jeder Partei in Deutschland wird eine Farbe zugeordnet.

Unter einer Jamaika-Koalition versteht man die Zusammenarbeit von Union (schwarz), FDP (gelb) und den Grünen (grün) – die Farben der Nationalflagge von Jamaica. Die Ampelkoalition besteht selbstredend aus Rot (SPD), Gelb (FDP) und Grün (Bündnis 90/die Grünen).

Die Parteiprogramme der Grünen und der FDP sind in verschiedenen Bereichen (z.B. Umweltschutz) diametral entgegengesetzt. Eine Zusammenarbeit wurde von beiden Spitzenkandidaten (Özdemir & Lindner) als sehr unwahrscheinlich bezeichnet.

«Wann werden die Resultate bekannt gegeben?»

Die Urnen schliessen am Sonntag um 18 Uhr. Gleich danach wird es erste Trendmeldungen geben und wenige Minuten später folgen die ziemlich genauen Hochrechnungen. 2013 stand Merkels Sieg bereits um 18.15 Uhr fest. Von watson erhältst du dann natürlich einen Push. Zuvor werden wir mit einem Ticker dafür sorgen, dass du nichts verpasst an diesem Tag.

FILE - In this Sunday, Sept. 22, 2013 file photo, German Chancellor Angela Merkel, chairwoman of the Christian Democratic party CDU, smiles as she talks to her supporters at the party headquarters in Berlin. Ordinary Germans are spooked about the future. Businesses see black clouds on the horizon. And an economy that has been the envy of Europe is already showing cracks, shrinking last quarter under the strain of conflicts in Ukraine and elsewhere. It might seem like enough to put any leader into trouble. But Chancellor Angela Merkel's popularity remains sky-high _ with nobody in sight to touch her.  (AP Photo/Matthias Schrader, File)

Bild: AP/AP

«Wen würde ich wohl wählen?»

Finde es heraus! Mit dem Wahl-O-Mat. Mach den Test hier. Viel Spass!

epa05944224 (L-R) Oezlem Alev Demirel of The Left (Die Linke) party, Michele Marsching, Chairman of the North Rhine-Westphalia Piratenpartei (German Pirates Party), North Rhine-Westphalia state governor Hannelore Kraft of the German Social Democratic Party (SPD), Sylvia Loehrmann, deputy Minister-President of North Rhine-Westphalia of the Alliance 90/The Greens party, Armin Laschet, the chairman of the Christian Democratic Union (CDU) party in the North Rhine-Westphalia (NRW) state and candidate for the regional elections, the Chairman of the German Liberal Democratic Party (FDP), Christian Lindner and Marcus Pretzell, Member of the European Parliament for the Alternative for Germany (AfD) party, pose prior to a TV debate of the candidates for the North Rhine-Westphalia (NRW) elections at the regional WDR channel studio in Cologne, Germany, 04 May 2017. Regional elections in Germany's most populated state will be held on 14 May 2017.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Der Autor dieser Zeilen hat übrigens mit der Piratenpartei die höchste Übereinstimmung (75%). Das wäre dann der Herr im Pulli. Bild: EPA/EPA

Das erste Treffen von Merkel und Macron

Video: watson

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