Rettungsaktion für Wal Timmy geht los – und hier kannst du live zuschauen
Für den vor der deutschen Ostseeküste gestrandeten Buckelwal soll der neue Rettungsversuch am Donnerstag beginnen. Eine Übersicht zu den geplanten Massnahmen:
Die Rettungsaktion live
Die Aktion startete nach 11 Uhr. Nach Verzögerungen sind sechs Taucher am Wal angelangt, die ein Tuch auf den Wal legten – wieso, ist unklar. Mindestens ein Tierarzt sei im Team.
Zwei Transporter liefern zudem Geräte wie Pontons und Schwerlastkräne für Timmys Bergung, schreibt «Bild».
Im besten Fall kann Timmy am Freitagmorgen abtransportiert werden.
Wie soll Timmy gerettet werden?
Geplant ist ein Rettungskonzept, das vorsieht, den Wal lebend zu bergen und bis in die Nordsee und gegebenenfalls in den Atlantik zu bringen. Dabei soll der Bereich unter den Brustflossen des Wals, den Flippern, zunächst freigespült werden. Hierfür werden am Donnerstag Taucher eingesetzt.
Anschliessend soll das Tier mithilfe von Luftkissen angehoben und eine Plane unter das Tier geführt werden. Auf dieser zwischen zwei Pontons gespannten Plane soll der Wal dann am Freitagmorgen abtransportiert werden. Ein Schlepper soll die beiden Pontons ziehen. Dieses ambitionierte Vorhaben sei in seiner Form nach seiner Kenntnis einzigartig, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
Wer steckt hinter dem Projekt?
Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative, die für die Aktion nach Angaben des Umweltministeriums des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern die Verantwortung trägt. Hinter dem Konzept steht neben Mediamarkt-Gründer Walter Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist.
Die Verantwortung für die Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. «Die haben unser Haus komplett freigestellt.»
Wie steht es um die Überlebenschancen des Wals?
Dies ist schwer zusagen. Gesundheitlich geht es dem Wal aber nicht besonders gut. «Er ist nicht aktiv, er ist erst recht nicht agil, aber er zeigt, dass da Leben noch drinsteckt», sagte Backhaus. «Er hat sicher schwere Schäden, das ist so.» Aber vielleicht gelinge die Rettung dennoch.
Auch den Verantwortlichen ist bewusst, dass es schwierig wird. Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, so Mediamarkt-Gründer Gunz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Und weiter:
Wie steht Greenpeace dazu?
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion für den Buckelwal.
«Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht, denn nach allen uns vorliegenden Informationen ist dieser Wal krank und stark geschwächt», teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.
Laut wissenschaftlichen Gutachten des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung seien die Erfolgsaussichten des Tieres bei einer Lebendbergung sehr gering und gingen mit einem hohen Verletzungsrisiko einher.
Was war zuvor passiert?
Seit Wochen bewegt das Schicksal des vor der Stadt Wismar gestrandeten Buckelwals viele Menschen. Seit dem 31. März liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel.
Zuletzt sah alles danach aus, dass die Reise des Wals vor der Insel Poel enden würde. Experten hatten erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Bei einer Pressekonferenz in Schwerin kündigte Backhaus am Mittwoch dann eine Kehrtwende an.
Demnach gab er grünes Licht für ein Rettungskonzept, das vorsieht, den Wal lebend zu bergen und bis in die Nordsee und gegebenenfalls in den Atlantik zu bringen. «Insofern tritt jetzt eine neue Situation ein», sagte Backhaus. Er sei zwar noch vorsichtig, aber «doch ziemlich glücklich».
(dab/leo/hkl/sda/dpa)
