Frau schwimmt zu krankem Timmy – Buckelwal atmet auch am Montag noch
Eine Frau hat am Sonntag unerlaubterweise versucht, zu dem in der Ostsee gestrandeten Buckelwal Timmy zu schwimmen. Wie eine Polizeisprecherin sagte, ist die Frau zuvor wahrscheinlich von einer Fähre aus in die Ostsee gesprungen. Laut der «Bild»-Zeitung schaffte sie es, sich dem Tier bis auf drei Meter zu nähern – dann wurde sie von der Polizei aus dem Wasser gefischt.
Wie die Zeitung weiter berichtete, handelt es sich bei der Frau laut eigener Aussagen um eine Klimaaktivistin und Tierschützerin. Die 58-Jährige soll für ihre Aktion extra aus München angereist sein. Ihr Ziel war es laut dem Bericht, Aufmerksamkeit in den Medien zu bekommen – und so einen erneuten Rettungsversuch des Buckelwals zu erwirken.
Die Frau erklärte der «Bild»: «Der Wal stirbt nicht. Er weint. Er hat Vitalität. Das sieht man. Schlauchboote, die sich ihm nähern, begrüsst er mit einer Fontäne.» Laut Polizei werden nun rechtliche Konsequenzen gegen die 58-Jährige geprüft. Zudem warnten die Beamten vor dem Gesundheitsrisiko der Aktion: Denn auch mit Neoprenanzug sei es in dem Wasser sehr kalt.
Organisation lässt Bagger anschaffen
Derweil atmet Timmy auch am Montag weiter. Während Experten keine Hoffnung mehr auf eine Überlebenschance sehen und die Bild-Zeitung gar eine Sprengung des Wals in den Raum stellt, um das Leiden abzukürzen, gibt es gleichzeitig weiterhin Menschen, die noch an ein glückliches Ende für das Tier glauben.
Mit Eilanträgen versuchen sie, eine neue Rettungsaktion in Gang zu bringen. Dazu zählt etwa die Umweltschutzorganisation Pixelhelper Foundation, die bereits ein Amphibienfahrzeug zu Timmys Bucht hat schaffen lassen. Laut «Bild» handelt es sich um einen Bagger. Ohne Bewilligung darf dieser jedoch nicht loslegen, deshalb wird derzeit ein Entscheid des Verwaltungsgerichts abgewartet.
Sarah Connor dämpft Hoffnungen
Gleichzeitig melden sich weitere Prominente zu Wort. «Ich weiss, ihr wollt am liebsten, dass ich mir als Hobby-Meeresbiologin und Aktivistin ein Super-Woman-Cape umwerfe und den Wal retten gehe», schreibt Musikerin Sarah Connor auf Instagram. Sie sei im Austausch mit jenen, die sich mit der Situation in der Ostsee auskennen würden und Walstrandungen miterlebt hätten. Sie habe selbst schon mehrfach gestrandete und verendete Wale gesehen. «Das passiert in der Natur nicht selten.» Ihr Fazit: «So gerne ich in meinen Wetsuit springen und den Wal befreien würde. Ich kann ihm nicht helfen. Und wohl auch niemand anderes mehr.»
Auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plant, sich mit den Experten vor Ort auszutauschen. Dies bei einem schon länger geplanten Besuch im Ozeaneum in Stralsund, wo er ab Donnerstag drei Tage lang sein wird.
Demonstranten durchbrechen Absperrung
Der Buckelwal ist seit dem 31. März in der Wismarer Bucht gestrandet und liegt vor der Insel Poel. Wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Experten verschiedener Naturschutzorganisationen vor der Presse erklärten, rechnen sie sich für das gestrandete Wildtier keine Überlebenschancen aus – jeder weitere Rettungsversuch wäre Tierquälerei. Es gibt bereits Pläne für das Ableben des Tieres.
Damit das Tier in seinen mutmasslich letzten Tagen Ruhe hat, wurde von der Polizei um den Wal im Umkreis von 500 Metern eine Sperrzone eingerichtet. So soll verhindert werden, dass sich Menschen ihm nähern – und für Stress bei ihm sorgen.
In den vergangenen Tagen gab es in der Nähe der Bucht diverse Protestaktionen – bei denen sich immer wieder Menschen für eine erneute Rettung des Tieres einsetzten. Am Sonntag hatten etwa 20 Demonstranten den Schutzkreis durchgebrochen, und sich dem Tier genähert. Die Polizei musste einschreiten.
Die Aktivistin aus München ist nicht die erste Person, die zu dem Buckelwal schwimmen wollte: Wie die «Bild»-Zeitung berichtete, hatte bereits am Freitag eine Frau versucht, zu dem sterbenden Tier zu schwimmen – und sich dem Tier bis auf 50 Meter genähert.

