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Rapperin Nura will künftig eine ihrer Rap-Kolleginnen nicht mehr unterstützen.
Rapperin Nura will künftig eine ihrer Rap-Kolleginnen nicht mehr unterstützen.Bild: screenshot / instagram / nura

«Dumm und queerfeindlich»: Rapperin Nura knöpft sich Podcaster vor

Im Podcast «Talk-O-Mat» hat sich die deutsche Rapperin Haiyti schwulenfeindlich geäussert. Dafür hagelt es nun Kritik – von einer Kollegin.
09.01.2022, 20:58
Claudia Florkowski / watson.de

Rapperin Nura ist auf Social Media bekannt dafür, Missstände im Netz regelmässig zu thematisieren. Mit vielen Beiträgen kämpft sie gegen strukturellen Rassismus an und startete in der Vergangenheit auch schon die eine oder andere Sexismus-Debatte mit ihren zumeist männlichen Rap-Kollegen. Ein Beef, der zeitweise die höchsten Wellen schlug, war eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen Nura und Farid Bang. Zweiter machte sich über die Trennung zwischen ihr und Juju lustig, die vorher als Duo SXTN auf der Bühne standen. Dass er versuchte, die beiden Frauen gegeneinander aufzuhetzen, gefiel dabei beiden so gar nicht.

Mittlerweile ist dieser Streit geklärt, doch Nura fand ein anderes, sehr sensibles Thema in der Deutschrap-Szene und kritisierte dieses Mal die Aussagen einer weiblichen Kollegin aufs Schärfste. Die Rapperin Haiyti gab in dem Podcast «Talk-O-Mat» ziemlich unbedachte und geradezu schwulenfeindliche Aussagen von sich. Tim Mälzer, der ebenfalls in der Episode zu Gast war, versuchte noch, sie umzustimmen, doch es half alles nichts: Nura griff hart auf ihren Social-Media-Accounts gegen Haiyiti durch und zieht für die Zukunft Konsequenzen.

Haiyiti fällt in Podcast mit schwulenfeindlichen Aussagen auf

Was war in der Podcast-Folge, in der zwei Promis aus unterschiedlichen Bereichen zumeist erstmals aufeinandertreffen, eigentlich los? Die Episode ging bereits im September 2020 online, schlägt aber erst jetzt hohe Wellen.

Die «Was noch»-Interpretin, die sich seit Jahren eine stetig wachsende Fangemeinde mit mittlerweile mehreren Studioalben und hochkarätigen Features aufbauen konnte, äusserte sich zum Thema Homophobie im Rap. Haiyti selbst bezeichne sich zwar selbst nicht als homophob, sei aber in der Vergangenheit durchaus durch ihre Texte so rübergekommen. Für sie vollkommen unverständlich:

«Ich sage ja auch im Text: 'Ich find euer Geld schwul, bis es meins ist.' Da meine ich auch nicht die Schwulen. Da meine ich: 'Ich finds scheisse.»

Tim Mälzer, der ihr gegenübersass, fragte sie daraufhin, warum sie dann nicht auch einfach das Wort «scheisse» in diesem Kontext verwendet. Haiytis Antwort: «Weil es provozierend ist und darum geht's ja. Ich weiss auch nicht, warum ich es sage. Ich finde es provokanter, weil sich alle drüber aufregen: 'Scheisse, sie sagt schwul.'»

Schliesslich ergänzte die heute 29-Jährige: «Ich kann's ja auch nicht wissen, dass manche Schwule so sensibel sind. Weil jemand intelligentes weiss, dass ich die nicht anspreche, sondern dass das Kunst ist.»

Nura will Aussagen ihrer Rap-Kollegin nicht unkommentiert lassen.
Nura will Aussagen ihrer Rap-Kollegin nicht unkommentiert lassen.Bild: screenshot / tiktok / nuraberlin

Nura lud den entsprechenden Ausschnitt in einem Tiktok-Video hoch und lieferte ihrerseits eine Antwort, wieso die Rapperin «schwul» statt «scheisse» in ihren Texten verwendet: «Weil du dumm bist.» Zusätzlich versah sie den Post mit dem Kommentar: «Sängerin Haiyti am Bullshit labern. Tim Mälzer am belehren.» Auch den Hashtag «Queerfeindlichkeit» fügte sie hinzu.

TV-Koch Tim Mälzer mit kluger Antwort

Tim Mälzer äusserte sich im Podcast ebenfalls direkt zu den Aussagen der Rapperin. Er zeigte sich zu diesem Thema tatsächlich als sehr besonnen: «Ich gehöre zu den Leuten, die das früher auch gesagt haben, bin aber über eine MeToo-Diskussion darauf aufmerksam gemacht worden. Wo ich zuerst auch dachte: 'Nee, ich meine das doch gar nicht so, ich bin doch nicht homophob und habe ja auch schwule Freunde.' Bis ich das begriffen habe.» Weiter führte er über seine Privilegien aus:

«Weil ich nicht schwul bin und ein weisser Mann, ich bin knapp über 40, gehöre ich einer finanziellen Grundschicht an. Mir obliegt es nicht, solche Sachen zu sagen und mich einer Beurteilung nicht auszusetzen, wenn ich selber davon überhaupt nicht betroffen bin.»

Nura sprach ein Lob für diese Feststellung aus und zeigte einen Daumen nach oben. Auf diversen Streaming-Plattformen bietet die Rapperin ihren Fans regelmässig Playlisten und in ihren Storys war Haiytis Musik des Öfteren zu hören. Damit sei jedoch jetzt endgültig Schluss: Sie wolle künftig «heftig Abstand» halten. Haiyti selbst äusserte sich zu dem Post ihrer Rap-Kollegin bislang nicht.

(cfl)

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