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Neonazi-Prozess: Beate Zschäpe entschuldigt sich bei NSU-Opfern



Die mutmassliche deutsche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe hat sich bei den Opfern der Terrorgruppe NSU «aufrichtig» entschuldigt. Die Schuld für die Verbrechen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» trügen allerdings ihre Freunde Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos.

MUNICH, GERMANY - DECEMBER 9:  Beate Zschaepe, the main defendant in the NSU neo-Nazi murder trial (C) and her lawyers Mathias Grasel (R) and Hermann Borchert (L) wait for day 249 of the trial at the Oberlandgericht courthouse on December 9, 2015 in Munich, Germany. Zschaepe is scheduled to finally testify today via her lawyer and hence break her silence that she has so far maintained throughout the trial. She and four others are accused of assisting neo-Nazis Uwe Boehnardt and Uwe Mundlos in a killing spree over an eight-year period of nine immigrants and one policewoman.  (Photo by Joerg Koch/Getty Images)

Beate Zschaepe mit ihren Verteidigern am 9. Dezember im Münchner Oberlandgericht.
Bild: Getty Images Europe

Eine entsprechende Erklärung liess sie am Mittwoch ihren Anwalt Mathias Grasel im Münchner NSU-Prozess verlesen. «Ich fühle mich moralisch schuldig, dass ich zehn Morde und zwei Bombenanschläge nicht verhindern konnte», liess Zschäpe erklären. «Ich weise den Vorwurf der Anklage, ich sei ein Mitglied einer terroristischen Vereinigung namens NSU gewesen, zurück.»

Dass sie in der fraglichen Zeit nicht zur Polizei ging, begründete Zschäpe mit der Angst, dass sich Mundlos und Böhnhardt umbringen könnten und sie vor allem Böhnhardt verlieren würde.

Mehr als zweieinhalb Jahre nach Beginn des NSU-Prozesses hatte Zschäpe am Morgen erstmals ihr Schweigen gebrochen. Nach Verlesung der gut eineinhalbstündigen Erklärung ordnete der Vorsitzende Richter eine Pause an.

Zschäpe muss sich vor dem Oberlandesgericht München als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen verantworten, die dem NSU angelastet werden, darunter zehn vorwiegend rassistisch motivierte Morde. Mundlos und Böhnhardt starben 2011 nach einem Banküberfall.

(sda/dpa/afp)

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