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Maik Messing und seine Tochter, bevor diese sich dem IS in Syrien angeschlossen hat. Bild: zvg

Wie ein Vater seine Tochter aus den Fängen des IS zurückholen will

Leonora verliess Deutschland, um sich mit 15 dem IS in Syrien anzuschliessen. Heute kämpft ihr Vater darum, seine Tochter zurückzuholen.

Christoph Reichmuth / chmedia



Sechs Tage ist Leonora nun schon verschwunden. Wortlos ist sie aus dem Haus gegangen, damals, an diesem Freitag Anfang März 2015. Wochenende bei Mama, sagte sie zu Maik Messing, ihrem Papa. Doch das stimmte nicht. Leo, wie sie ihr Vater nennt, ist an diesem Abend in die Türkei geflogen und von dort im Kleinbus weiter nach Syrien. Fort von ihrer Heimat, dieser Idylle zwischen Südharz und Kyffhäusergebirge. Von diesem Stück heile Welt.

Es ist Mitte März 2015, als auf dem Handy von Maik Messing eine ­Whats­App-Nachricht eingeht. Gesendet von einer unbekannten Nummer, mit einer Vorwahl, die Maik Messing nicht kennt. «Hallo, mein Name ist ­Nihad Abu Yasi», liest Maik Messing. «Ihrer Tochter geht es gut. Sie ist angekommen in Dawlatul Khilafa.» In einer weiteren Nachricht heisst es: «Ich werde mich so lange ich lebe um sie kümmern, bi idhnillah (alles Lob gebührt Allah).»

Der Schwiegersohn, ein «Schlächter»?

Maik Messing versteht damals noch nicht, dass Dawlatul Khilafa so viel heisst wie Kalifatstaat, Gebiet des IS in Syrien. Und er weiss noch nicht, dass der Mann, der sich Nihad nennt, früher mal ein Handwerker aus Sachsen-Anhalt mit Namen Martin Lemke war, inzwischen ein Konvertit, radikaler Islamist, der – vermutlich – im Namen seiner Religion tötet. «Vom Schweisser zum Schlächter», wird mal eine Zeitung über den heute 28-Jährigen schreiben. Lemke ist damals ein hohes Tier beim IS, Mitglied der Sittenpolizei, eine Art islamistische Gestapo. Abu Yasir al-Almani ist jetzt Maik Messings Schwiegersohn. Er hat Leo im Kalifat zu seiner dritten Ehefrau gemacht.

In den nächsten Jahren wird seine Leo, noch ein Teenager, mit dem IS-Kämpfer zwei Kinder zeugen. Und sie wird die Hölle auf Erden durchleben. Zeugin sein von Gräueltaten, vielleicht von Steinigungen, vielleicht von Enthauptungen. Das Mädchen aus der Provinz wird vor den Bomben der internationalen Koalition gegen den IS flüchten, sie wird Todesängste ausstehen.

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Leonora mit ihrem Kind, das sie mit einem deutschen Islamisten in Syrien gezeugt hat. bild: zvg

Wir treffen Maik Messing kurz vor Weihnachten in Berga, Südharz, mehr als drei Stunden Autofahrt von Berlin entfernt. Der 47-Jährige bittet zum Gespräch in das Besprechungszimmer seiner Grossbäckerei, die am Rande der 1600-Gemeinde in einem Industriegebiet liegt. Auf dem Tisch ein Tablett, gefüllt mit Christstollen, Keksen, Weihnachtsgebäck. «Greifen Sie zu», sagt Messing und lacht. Der Bäckermeister wird in den nächsten zwei Stunden, die dieses Gespräch dauern wird, öfter lachen. Manchmal ist dieses Lachen ein Bitteres, weil es die einzige Möglichkeit für Maik Messing ist, die Gedanken an den Irrsinn der letzten fast fünf Jahre zu ertragen.

Manchmal lacht Maik Messing auch deshalb, weil der Mann noch immer einen Schalk in sich trägt, weil er eigentlich eine Frohnatur ist, von allen geschätzt im Dorf. Und nur deshalb heute ernsthafter ist, weil er seine Tochter Leo an die Terrormiliz IS verloren hat. Und weil er die letzten Jahre selbst eine Tortur durchgemacht hat, die ihn an einen Tisch mit Mittelsmännern der Terrororganisation Al-Kaida gebracht hat. Und weil er für eine Weile im Glauben, seine Leo sei in Syrien gestorben, weiter funktionieren musste.

Leonora Messing ist ein ganz normaler Teenager. Beliebt bei Klassenkameraden, die Lehrer finden nur gute Worte über sie. Sie liest Bewohnern im Altersheim die Zeitung vor. Auf ihrem Youtube-Kanal gibt sie Beauty-Tipps für Gleichaltrige. Beim Fasching tanzt sie als Funkenmariechen im knappen Rock. Doch Leo führt ein Doppelleben. Sie kennt Teenager aus der Region, die vom Islam schwärmen. Eine von ihnen betreibt einen Shop für Muslim-Bedarf, verkauft Niqab, Kopftuch, Koran. Leo ist fasziniert von dieser anderen Welt, von dieser geheimnisvollen Religion, von der ihr neues Umfeld schwärmt.

Eine der jungen Frauen ist mit Martin Lemke zusammen, so lernt sie den späteren Gotteskrieger kennen. Als Maik Messing im Februar 2015, knapp einen Monat vor der Ausreise von Leo, zum zweiten Mal heiratet, hält seine Tochter den Schein weiterhin hoch. Sie ist dabei im Restaurant mit der Familie, bestellt Pizza mit Salami. Zwei Wochen vor dem Kalifat tanzt sie im kurzen Rock beim Fasching. «Elhamdulillah (Gott sei Dank), dass ich dich habe. Wirklich. Ich habe ja keinen Streit mit meinen Eltern. (...) Aber ich will anders leben! Ich muss mich total verstellen. Ich führe voll das Doppelleben», schreibt Leo per Whats­App im März 2015 an ihre beste Freundin in Sachsen-Anhalt.

Wenn Maik Messing erzählt, schaltet er das Handy aus. «Sonst hören die wieder mit», sagt er. Sie, die Beamten des Bundeskriminalamtes BKA. Es ist nämlich unklar, was seine Tochter alles gemacht hat in Syrien. Hat sie sich am Terror beteiligt? Hat sie mit ihrem Mann, der heute in einem kurdischen Gefängnis auf seinen Prozess wartet und seine Rolle im IS herunterspielt, Leute verraten? Leo sagt nein, und Maik Messing möchte seiner Tochter glauben. «Aber es ist schwer, ihr wieder zu Einhundertprozent vertrauen zu können.»

Zum Thema: Militante islamistische Gruppen

Helene Fischer und Smileys

Leo ist heute mit ihren Kindern, 1 und 2 Jahre alt, im Flüchtlingslager Al-Haul im Kurdengebiet, Nordsyrien. Sie sitzt fest mit 70'000 Flüchtlingen. Im Januar 2019 wurde sie verhaftet, die letzten versprengten Einheiten des islamischen Staates ergaben sich. Über all die Jahre hat Maik Messing stets Kontakt zu seiner Tochter gehalten. Sie haben sich per WhatsApp ausgetauscht. Messing hat Leonora keine Vorwürfe gemacht, sondern banale Fragen gestellt. Habt ihr Klopapier? Wie ist das Wetter? Wo könnt ihr kochen? Vielleicht hätte sich Leo abgewandt, hätte Maik Messing Vorwürfe formuliert.

FILE - In this March 31, 2019, file, photo, women shop in the marketplace at al-Hol camp, home to families of Islamic State fighters, in Hasakeh province, Syria.  As Turkish troops invade northern Syria and the U.S. abandons its Kurdish allies, there are renewed fears of a prison break in the camp that could give new life to the extremist group.  (AP Photo/Maya Alleruzzo, File)

Zwei Flüchtlingsfrauen im Flüchtlingslager Al-Haul, 31. März 2019. Bild: AP

Einmal hat Maik Messing seiner Tochter ein Foto eines Wiener Schnitzels gesendet, das er sich gebraten hat. Schnitzel, früher eine von Leos Lieblingsspeisen. Jetzt schreibt sie «Igitt!» und setzt dahinter ein Smiley. Leo sendet einmal eine Sprachnachricht, Lemkes Frauen machen verboten Party in Rakka. «Atemlos, durch die Nacht» von Helene Fischer, tönt es, und Leo kichert wie ein fröhlicher Teenager, der nicht versteht, wie ernst die Lage ist.

Gefahr für die innere Sicherheit

Der Islamwissenschaftler und Journalist Volkmar Kabisch, der für Reportagen schon viele Male in die Kriegsgebiete in Syrien und im Irak gereist ist, hat Maik Messing über all die Jahre begleitet. Er war im heute zerbombten Haus von Leo in Rakka, hat Leo im Flüchtlingslager besucht. Sie bereut ihr Tun, aber sie ist noch immer das naive Mädchen von damals. Vielleicht lässt sie es nicht zu, ihr eigenes Tun zu reflektieren. Weil sie fokussiert sein muss auf die Gegenwart. Das Leben im Lager ist gefährlich. Sie sitzt dort fest mit alten IS-Kämpfern, es gelten die Gesetze der Scharia. Kabisch hat über die Geschichte in der ARD einen Dokumentarfilm veröffentlicht, und in diesem Herbst haben der Journalist und Maik Messing ein Buch über die Reise ins Kalifat herausgegeben, das wie in einem Krimi erzählt, wie sich eine junge Frau blenden liess und nicht mehr zurück findet in ihr altes Leben.

Messing möchte seine Tochter zurückholen nach Deutschland. Doch die Bundesregierung hat kein Interesse daran, ehemalige IS-Kämpfer ins Land zu lassen. Die Gotteskrieger sind eine Gefahr für die innere Sicherheit. Vielleicht auch Leo? Maik Messing glaubt seiner Tochter, die beteuert, dass sie sich an keinen Verbrechen beteiligt hat. Wenige Monate nachdem sie in Syrien war, flehte sie den Vater an, er möge sie aus dem Kalifat zurückholen. Die Realität hatte Leo, heute 20 Jahre jung, bald eingeholt, ihre Schwärmerei für Martin Lemke, dieses Grossmaul, der auf Fotos mit Kalaschnikow und schwarzer Kampfmontur posierte und heute erklärt, er habe doch nichts getan, erlosch nach wenigen Wochen.

Es wird schwierig sein, Leo, die einstige «Terror-Braut», wie eine Lokalzeitung mal titelte, zu integrieren in dieser konservativen Gegend. Muslima ist sie noch immer, doch wie radikal ist ihr Glaube? Messing sinniert, wie es sein wird, wenn Leo wieder zurück ist. «Spätestens, wenn ich mit ihr in einem Shopping-Center war, ist das alles kein Thema mehr», sagt Messing und lacht mal wieder. Das ist sein Traum, vermutlich wird es nicht ganz so einfach gehen. Sie ist erst 20, hat aber mehr erlebt als manche Menschen in ihrem ganzen Leben.

Leo hat eine Schwester, sie wird im Februar vier. Und Maik Messing hat einen Schwiegersohn, der – vielleicht – getötet hat. «Für mich ist er der Vater meiner Enkelkinder. Wir werden einen Weg finden müssen.» Maik Messing träumt von dem Moment, in dem er seiner Tochter gegenübersteht. «Ich werde sie in den Arm nehmen und in den Arsch treten.» Jetzt muss er wieder lachen. Dieses Mal schwingt Zuversicht mit.

«Leonora – Wie ich meine Tochter an den IS verlor» – Maik Messing, Volkmar Kabisch, Georg Heil, Econ-Verlag.

IS-Architekt Haji Bakr: Ein Alchemist der Gegenwart

Dieser Syrer rappt über Krieg, Diktatur und Tyrannei

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    Alle Leser-Kommentare
  • L.G. 29.12.2019 21:05
    Highlight Highlight Vor 6 oder 8 monaten hab ich ein doku mit Herr Messing gesehen, war glaube ich von ZDF.
    Auch seine Tochter war zu sehen, leider hatte ich ein eindruck zwischen überbehüttest, naives, dummchen bis verwöhntes göre.
    Was aber wirklich hängen geblieben ist, ist die tatsache das sie weiterhin glühend anhängerin des islams ist. Wie gefährlich sie ist kann man nicht wirklich abschätzen.
  • Wendy Testaburger 29.12.2019 20:36
    Highlight Highlight Keine Vorwürfe? Der beste Vater der Welt, der cleverste oder der verblendetste Vater? Ich tendiere zu der beste und cleverste Vater. Bin selber kinderlos, aber bewundere diesen Herrn für seine offenbar bedingungslose Liebe seiner Tochter gegenüber. Egal was sie getan oder nicht getan hat, darüber sollen andere entscheiden. Der Vater soll einfach "nur" lieben.
  • Habra 29.12.2019 17:03
    Highlight Highlight Das Mädchen ist deutsche Staatsbürgerin und kann deshalb nicht abgewiesen werden. Sie war noch minderjährig, als sie sich dem IS (und einem deutschen Konvertiten mit bereits 2 Frauen) angeschlossen hat.
    Also sollte ein Gericht darüber entscheiden, ob eine Bestrafung erforderlich ist - und wenn, dann im Jugendstrafrecht.
    Wir in den zivilisierten Ländern haben gegenüber den korrupten Raubmördern, Dieben und Frauenschändern des Daesh den moralischen Vorteil, keine Rachejustiz ausüben zu müssen.
  • landre 29.12.2019 12:33
    Highlight Highlight Keine Ahnung was in den Erziehungen und Begleitungen falsch gelaufen ist und oder im Kopf und Seele dieser Minderjährigen abläuft/ abgelaufen ist. Fakt ist, es sind oder waren zumindest im Zeitpunkt der Fehlentscheide eben Minderjährige. Daher kann man solche Profile nicht in den gleichen Topf mit Erwachsenen giessen.

    Dem Vater viel Kraft und kompetente Unterstützung im Ringen und Bangen um seine geliebte Tochter.

    (Und im Falle von Rückkehrer-innen ist die beauftragte Politik eben beauftragt haltbare Lösungswege zu finden, ohne unsere CH-Gesellschaft zu gefährden folglich zu schaden.)
  • HerrCoolS. 29.12.2019 12:25
    Highlight Highlight Interessanterweise hatten alle ausländischen IS-Kämpfer die nun in der Sch... sitzen nie eine bedeutende Rolle im Kalifat und waren nie an Kämpfen beteiligt...
    • Gzuz187ers 29.12.2019 17:58
      Highlight Highlight Opa war bei der Wehrmacht auch nur Sanitäter...
  • JoeMuc 29.12.2019 11:33
    Highlight Highlight Laut Vater ist die Tochter also unschuldig, glaubt er mal einfach so. Der Schwiegersohn hat vielleicht gemordet aber damit muss man umgehn. Die Vaterliebe stimmt aber diese Last dem lAnd aufbürten wollen ist unter aller Sau.
    Ab die Bäckerei verkaufen, nach Syrien ziehen und mit der neuen Familie dort glücklich werden und alles ist wieder gut. Bäckereien werden die dort auch brauchen.
    • Markus97 29.12.2019 14:16
      Highlight Highlight Brauchen die Syrer, auch ehemalige, AUDLÄNDISCHE Terroristen? Eine absolute Frechheit das überhaupt in Erwägung zu ziehen. Die Leute dort haben endlich Ruhe verdient und Deutschland hat viel eher die Mittel sich angemessen um diese Leute zu kümmern.
    • JoeMuc 29.12.2019 15:56
      Highlight Highlight Wo sollte die Tochter und der Schwiegersohn glücklicher leben als in einem islamischen Land?

      Deutschland hat der Familie mehr als genug genutzt, haben sie doch eine eigene Bäckerei usw.

      Nun soll der Vater die Verantwortung für die so geliebte Tochter auch übernehmen und mit ihr dort glücklich werden. Leisten kann er es sich!
    • Kruk 29.12.2019 18:48
      Highlight Highlight JoeMuc, Ihren Ansichten nach würden Sie noch gut in ein Land mit Sippenhaft passen. wie z.B. Nordkorea, wird der Grossenkel als Parteifeindlich eingestuft, kommt die ganze Familie in ein Lager.

      Der Vater sollte auswandern weil seine Tochter sich einer Terrororganisation angeschlossen hat?
      Was für eine Rechtsaufassung ist das denn.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 29.12.2019 11:18
    Highlight Highlight Wenn man ausländische Täter wegen Straftaten abschieben will, muss man auch Täter des eigenen Landes, die im Ausland Vebrechen begangen haben zurücknehmen. Das ist nur konsequent. Man kann nicht alles Unliebsame auslagern. Was ist das denn für eine Mentalität?
    • Luki Bünger 29.12.2019 13:49
      Highlight Highlight Wir sind sehr zivilisiert und fortschrittlich hier im Westen, bitte keine Kritik!
    • Bündn0r 29.12.2019 14:55
      Highlight Highlight Kleiner aber feiner Unterschied:
      Straftäter werden bei uns abgeschoben NACHDEM sie ihre Strafe abgesessen haben.
    • Garp 29.12.2019 15:23
      Highlight Highlight Bündn0r Da unten gibt es derzeit keinen funktionierenden Staat, keine funktionierende Justiz. Es herrscht Krieg, mit vielen verschiedenen Parteien.

      Ist es Dir lieber die kommen alle frei im Kriegsgewirr begehen neue Greuel oder flüchten dann unentdeckt zurück, mit falschen Namen und Pässen etc.?
  • la vérité 29.12.2019 10:38
    Highlight Highlight Ich bereue es (Mitwirkung oder Akzeptanz von unvorstellbaren Gräueltaten) und jetzt wo es nicht geklappt hat mit den Herrschaftsansprüchen in Syrien, will ich mein Alter Leben zurück.
    Wird von Gutmenschen dargestellt als hätten sie am Kiosk einen Kaugummi gestohlen. Die Gefahren und Kosten für die Allgemeinheit werden vollkommen ausgeblendet.
    • nöd ganz. klar #161! 29.12.2019 13:08
      Highlight Highlight ok Schlechtmensch.
    • Garp 29.12.2019 13:14
      Highlight Highlight Nein, die Kosten und Gefahren werden nicht ausgeblendet. Und keiner kommt auf die Idee mit dem Kaugummi ausser Dir. Sie ist Deutsche und somit gehört sie zurück nach Deutschland, genau so wie die Schweiz Straftäter etc. zurückschickt in ihre Heimatländer. Es ist zuletzt die Aufgabe der Kurden, sich um ausländische IS- Anhänger zu kümmern.
  • Hä?Nö! 29.12.2019 10:07
    Highlight Highlight Ja, ja, die arme Frau lies sich blenden und weiss von rein gar nichts...
    • Garp 29.12.2019 13:10
      Highlight Highlight Sie war ein Mädchen, keine Frau. Pubertierende sind sehr beeinflussbar von Dritten.
    • la vérité 30.12.2019 18:58
      Highlight Highlight Grap - war erwachsen genug um Kinder in die Welt zi setzen!
  • Booker 29.12.2019 06:33
    Highlight Highlight Konvertiten, die ihren Weg gewählt haben sollen nicht mehr zurückkehren dürfen in zivilisierte Länder, sondern da in ihren Traumländern bleiben. Sie haben s sich freiwillig ausgesucht und sind selbstständig dahin gereist. Auch die Story mit der Bekannten die einen Laden mit Muslim Artikeln führt zeigt, dass man auch solche Läden überwachen resp. besser noch schliessen soll. Die vorgegaukelte Toleranz ist der Anfang des Unterganges unserer Gesellschaft.
    • Feuerblümchen 29.12.2019 07:56
      Highlight Highlight Grundsätzlich verstehe ich deinen Standpunkt, aber das Mädchen war 15 Jahre alt als sie ging. Wenn man Minderjährigen in anderen Verbrechen nicht dieselbe Urteilsfähigkeit zuspricht, dann auch in diesem nicht, oder?
    • Granini 29.12.2019 08:38
      Highlight Highlight Booker: Sei vorsichtig bei solchen Aussagen. Wenn wir gezielt das Islamische Leben in Europa zu boykottieren und einzuschränken sind wir keinen Deut besser. Wir müssen andere, gesündere Wege finden.
    • Booker 29.12.2019 09:29
      Highlight Highlight Islamismus hier in Mitteleuropa muss streng kontrolliert und da unterbunden werden wo er gefährlich wird. Es gibt ja durchaus gemässigte Muslime, die sind ja nicht betroffen. Die Islamisten wissen um unsere Toleranzvorgaben und die Diskussionen um Integrationen etc. und nützen dies gnadenlos aus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hoci 29.12.2019 03:44
    Highlight Highlight Gemäss diversen Reportagen und Interviews sind diese Frauen immer noch radikal und befürworten das getane. Setzen die Regeln im Lager nach wie vor brutal um.
    Eine andere Art der Gewalt aber auch zerstörerisch.
    Was soll sie in Europa, sie möchte in der is Kultur leben, dafür ist hier kein Platz.
    Wie andere sucht sie hier nur Sicherheit und Geld ohne etwas beizutragen - im Gegenteil.
    Hätte sie wegwollen, hötte sie gekonnt, da bin ich sicher. Ergo ausbürgern.
    • Maracuja 29.12.2019 11:38
      Highlight Highlight @Hoci: Ergo ausbürgern.

      Und andere Länder bürgern dann ihre Staatsangehörige auch aus, sobald sie im Ausland straffällig wurden. Eine Rückschaffung von Kriminellen in ihr Heimatland wird somit auch für die Schweiz unmöglich. Dschihadisten gehören vor Ort bestraft (angesichts der begangenen Verbrechen dürfte es sich um lange Haftstrafen handeln), nach Verbüssung der Strafen müssen sie aber ausgeschafft werden können.
    • Caerulea 29.12.2019 12:48
      Highlight Highlight Ich finde ja auch das die ihre Suppe auslöffeln müssen.
      Aber die Kinder? Da denke ich besonders an die Schweizerin die ihre Kinder mitgenommen hat. Diese können nichts dafür und sollten schnellstens aus diesem Lager raus.
    • Saraina 29.12.2019 20:29
      Highlight Highlight Nun ist diese junge Frau aber keine Dschihadistin, wie viele andere, die nach Syrien reisten, hat sie wohl nie jemanden getötet, und auch keine Kriegsverbrechen begangen. Wieso sollte sie also eine lange Haftstrafe bekommen? Und wieso sie und die Kinder in einem Lager lassen, wo immer noch die Ideologie des IS herrscht?

      Während interessanterweise niemand lange Haftstrafen verlangt, für diejenigen, die im Auftrag von Assad und seinen russischen Verbündeten Kriegsverbrechen begehen, indem sie gezielt Zivilisten, Kliniken und Schulen in Idlib bombardieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sloping 29.12.2019 01:39
    Highlight Highlight Wer sich für den Fall im Detail interessiert, hier die angesprochene Doku:

    Play Icon
    • BaBa17 29.12.2019 10:45
      Highlight Highlight Danke für den Film. Es war sehr bewegend. Ich persönlich bin hin und her gerissen. Erst einmal Hut ab vor dem Vater. Er hat meiner Meinung nach alles in seiner Macht getan und war/ ist trotzdem nicht Blauäugig. Ich bewundere die Kraft die er aufgebracht hat, sein Leben trotz allem weiter zu leben. Ich weiss nicht wie ich mit solch einer Geschichte hätte umgehen können.
  • Hummingbird 28.12.2019 23:44
    Highlight Highlight Auch wenn Deutschland Leo nicht zurück haben möchte, ihre Kinder sollten wenigstens da raus geholt werden. Die können nichts dafür.
    • sowhat 29.12.2019 23:45
      Highlight Highlight Nein, die Mutter muss MIT den Kindern zurück. Was ist denn das für eine Idee, der Mutter die Kinder wegzunehmen und sie in den Abgrund stürzen. Bist dir überhaupt bewusst, was du da forderst?
      Und dann über hundert Blitze. Mir wird schlecht.
    • Hummingbird 30.12.2019 09:17
      Highlight Highlight sowhat: Ich fordere das Wohl der Kinder. Bei so einer Mutter ist ihr Wohl gefärdet, ob im Gefangenenlager oder in Deutschland. (Bin selber Mutter)
    • sowhat 30.12.2019 10:26
      Highlight Highlight Äh Herzen, sorry. Mein Kopf wil nicht glauben, was meine Augen sehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • _Qwertzuiop_ 28.12.2019 22:41
    Highlight Highlight Eine Mischung aus Faszination und Unverständnis ab dieser Geschichte...
  • Saraina 28.12.2019 22:34
    Highlight Highlight Das Mädchen sitzt ja jetzt nicht in den Fängen des IS, sondern in einem Lager der Kurden. Und gegen ihre Heimreise ist auch nicht der IS, sondern wahrscheinlich ein Bundesministerium. Von daher verstehe ich die Schlagzeile nicht ganz.
    • Magenta 28.12.2019 23:46
      Highlight Highlight Ich denke, was die Gesinnung (oder Gehirnwäsche) angeht, ist sie durchaus noch immer im den Fängen des IS - und es bleibt abzuwarten, ob das ein Leben lang so bleibt.
    • BaBa17 29.12.2019 10:52
      Highlight Highlight Es gibt im Leben nicht nur Schwarz oder Weiss. Ich selber kann nicht beurteilen wie und wo Leo heute steht. Ich hoffe aber das Sie eine Chance bekommt. Versteht mich nicht falsch, ich bin der gleichen Meinung wie ihr Vater, Sie hat sich schuldig gemacht und muss dafür geradestehen. Und doch darf man nicht vergessen dass Sie 15 war als alles angefangen hat.
  • RyXXel 28.12.2019 22:25
    Highlight Highlight Krass, welche Tortur angehörige von IS-Reisenden, oder allgemein Terroristen, durchmachen müßen. Allein das Unverständnis für solch einen Entschluss, ganz abgesehen von den eigenen Schudzuweisungen...
  • Kruk 28.12.2019 22:05
    Highlight Highlight Unglaublich traurig wie diese widerlichen Gestalten junge Mädchen in ihre Fänge holen.
    Interessant sind die Beschreibungen des Doppellebens, auch bereits im "Kalifat". Steht dies doch für den gesamten IS.
    Eine Bande krimineller die sich selber an nichts hielten was sie bei anderen mit Folter ahndeten. Jahre vor ihrem Aufstieg trieben sie in Mossul als Schutzgelderpresser ihr Unwesen.

    Noch als Anmerkung zur Slideshow über Hajj Bakr, er war Geheimdienstoberst der irakischen Luftabwehr unter Saddam Hussein.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Haji_Bakr


Kommentar

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