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Auto rast in Fussgänger in Trier – fünf Tote, mehrere Verletzte, Motiv unklar

Ein Mann hat bei einer Amokfahrt mit einem Sportgeländewagen in der Trierer Innenstadt fünf Menschen getötet, darunter ein neun Monate altes Baby. Das Motiv des Täters ist unklar.



Ein Mann hat bei einer Amokfahrt mit einem Sportgeländewagen in der Trierer Innenstadt fünf Menschen getötet, darunter ein neun Monate altes Baby. 14 Menschen erlitten teils schwere Verletzungen. Die Polizei nahm unmittelbar nach der Tat einen 51 Jahren alten Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg fest, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft psychisch krank sein könnte. Der Tatverdächtige war betrunken, konnte aber vernommen werden. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gab es zunächst nicht. Das Motiv des Täters ist unklar.

Zu den Opfern zählen neben dem Baby eine 73 Jahre alte Frau, eine 25-Jährige, eine 52 Jahre alte Frau und ein 45 Jahre alter Mann aus Trier. Die Mutter des Babys liegt den Behördenangaben zufolge im Krankenhaus. Über den Tod der 52-Jährigen informierte die Polizei am späten Dienstagabend. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einer Stellungnahme tief betroffen.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe sprach im Interview mit dem SWR von einem «Amokfahrer in der Innenstadt». Der Mann sei mit einem SUV durch eine Fussgängerzone gefahren und habe offenbar «wahllos» Menschen angefahren.

Wolfram Leibe hat sich bei den rund 700 Einsatzkräften bedankt. Es sei nicht selbstverständlich, dass der Täter nach wenigen Minuten gefasst werden konnte. Unter den vier Toten sei ein neun Monate altes Baby. «Es ist der schwärzeste Tag der Stadt Trier nach dem Zweiten Weltkrieg», sagte Leibe.

A square is blocked by the police in Trier, Germany, Tuesday, Dec. 1, 2020.  German police say two people have been killed and several others injured in the southwestern German city of Trier when a car drove into a pedestrian zone. Trier police tweeted that the driver had been arrested and the vehicle impounded. (Harald Tittel/dpa via AP)

Die abgesperrte Fussgängerzone in der Trierer Innenstadt. Bild: keystone

«Was in Trier geschehen ist, ist erschütternd», erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter. «Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.»

Den Behörden liegen keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund vor. Augenzeugen berichteten, dass Menschen durch die Luft geschleudert worden seien. «Wir sehen solche Bilder im Fernsehen ganz oft und denken das kann bei uns nicht passieren», sagte Leibe. «Jetzt ist es auch in Trier passiert.»

Rettungskräfte aus der ganzen Region seien im Einsatz. «Alle sind damit beschäftigt, Verletzte und Schwerstverletzte im Moment in die Krankenhäuser zu bringen», äusserte Leibe. Er sei nach dem Vorfall durch die Innenstadt gelaufen. «Es war einfach nur schrecklich», sagte er und schilderte, wie er einen Turnschuh gesehen habe.

Auch ein Grossaufgebot der Polizei war im Einsatz. Der ADAC schickte Rettungshubschrauber, ein Verletzter wurde nach Wittlich geflogen. Grosse Teile der Innenstadt waren abgesperrt. Nach der Festnahme bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung, teilte die Polizei mit.

Für 19.00 Uhr wurde von Stadt, Polizei und Berufsfeuerwehr eine Pressekonferenz im Rathaus angekündigt. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide SPD) sind ebenfalls vor Ort und wollen im Laufe des Abends vor die Presse treten.

A square is blocked by the police in Trier, Germany, Tuesday, Dec. 1, 2020.  German police say two people have been killed and several others injured in the southwestern German city of Trier when a car drove into a pedestrian zone. Trier police tweeted that the driver had been arrested and the vehicle impounded. (Harald Tittel/dpa via AP)

Ein Grossaufgebot der Sicherheitskräfte ist vor Ort. Bild: keystone

Im Februar hatte im nordhessischen Volkmarsen ein 29 Jahre alter Deutscher sein Auto absichtlich in die Menge gesteuert. Dutzende Menschen wurden verletzt. 2019 hatte ein 50-Jähriger in Bottrop in der Neujahrsnacht gezielt Menschen angefahren. Er wurde in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. In Münster war 2018 ein Mann mit seinem Campingbus in eine Gruppe gerast, es gab fünf Tote. Der Täter erschoss sich, die Ermittler gehen von einer psychischen Erkrankung aus. (sda/dpa)

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