International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Der AfD-Vize Alexander Gauland hat Fussballspieler Boateng rassistisch beleidigt und streitet nun alles ab.
Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Wie der AfD-Vizechef Gauland den Fussballer Boateng beleidigte und jetzt alles abstreitet 

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland sagte, niemand wolle neben dem deutschen Fussballnationalspieler Jérôme Boateng wohnen. Ein Sturm der Entrüstung bricht los – und Gauland streitet seine beleidigenden Worte ab. 



AfD-Vize Alexander Gauland hat den Fussballnationalspieler Jérôme Boateng beleidigt. Mit den folgenden Worten wird der stellvertretende Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei von der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zitiert: 

«Die Leute finden ihn als Fussballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.»

Alexander Gauland

Der in Berlin geborene Boateng ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters. 

19.04.2016; Muenchen; Fussball DFB Pokal Halbfinale -FC Bavern Muenchen - SV Werder Bremen; Jerome Boateng (Muenchen)
(SebastianWidmann/Witters/freshfocus)

Jérôme Boateng. Bild: Witters

Der Deutsche Fussball-Bund reagierte empört. DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte der Zeitung, es sei «einfach geschmacklos», die Popularität Boatengs und der Nationalmannschaft «für politische Parolen zu missbrauchen». Boateng sei «ein herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist».

Die Worte des Nationalmannschaft-Managers Oliver Bierhoff waren ebenso eindeutig: 

«Solche Aussagen bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.»

Oliver Bierhoff

HALLE, GERMANY - OCTOBER 21: Alexander Gauland, leading member of the AfD political party, speaks to supporters at an AfD rally on October 21, 2015 in Halle, Germany. The AfD, which stands for Alternative fuer Deutschland, or Alternative for Germany, originated as a right-of-center Eurosceptic party, though with the dramatic increase in the influx of arriving migrants in Germany the party is increasingly flirting with far-right language in an effort to exploit growing social unease over the many newcomers, particularly in eastern Germany. Germany is expected to receive over one million migrants this year. (Photo by Jens Schlueter/Getty Images)

Alexander Gaulands Aussagen stossen auf Empörung.
Bild: Getty Images Europe

Jetzt ist auch auf Twitter der Sturm losgebrochen. Sogar AfD-Chefin Frauke Petry distanzierte sich von Gauland:

Und auch der Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) empfand Gaulands Satz als «inakzeptabel». 

Menschen aus ganz Deutschland solidarisieren mit dem deutschen Fussballspieler unter dem Hashtag #boatengsnachbar.

Gauland streitet alles ab

Nun behauptet Gauland, dass er sich an keiner Stelle über Boateng – dessen gelungene Integration und christliches Glaubensbekenntnis ihm aus Berichten bekannt seien – geäussert habe. In der Pressemitteilung vom Sonntag liess er verlauten:

«Ich habe nie, wie die FAS insinuiert, Herrn Boateng beleidigt. Ich kenne ihn nicht und käme daher auch nicht auf die Idee, ihn als Persönlichkeit abzuwerten.»

Alexander Gauland

Die Zeitung aber widersprach der Darstellung Gaulands. Die betreffenden Journalisten hätten den AfD-Politiker am Mittwoch zum Gespräch getroffen und seine Äusserungen inklusive der umstrittenen Passage aufgezeichnet: 

«Wie in früheren Gesprächen auch bestand Herr Gauland nicht auf einer Autorisierung von Zitaten. Herr Gauland stufte nur den Teil des Gesprächs, in dem er sich über AfD-Führungspolitiker äusserte, als Hintergrund ein und bat, daraus nicht zu zitieren. Daran hat sich die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gehalten.»

Stellungnahme der «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung»

Und nochmals schaltete sich die AfD-Parteivorsitzende Frauke Petry ein und entschuldigte sich bei Boateng, wobei sie gegenüber der «Bild»-Zeitung auf die Erinnerungslücken ihres Stellvertreters verwies:

«Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äusserung getätigt hat. Ich entschuldige mich unabhängig davon bei Herrn Boateng für den Eindruck, der entstanden ist.»

Frauke Petry gegenüber der «Bild»-Zeitung

(rof)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

34
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 29.05.2016 21:29
    Highlight Highlight Also, ich will lieber neben Herrn Boateng als neben Herrn Gauland wohnen. Ich kann mich ausserdem an eine Zeit erinnern, als man solche Beleidigungen wie die von Herrn Gauland nur zu später Stunde ratzevoll und hinter vorgehaltener Hand machte. Und selbst da bestand das Risiko, vom Wirt mit einer Kopfnuss und einem Wink zur Tür komplimentiert zu werden.
    • Citation Needed 29.05.2016 22:00
      Highlight Highlight Same here! Boateng hat als Spieler Hammerqualitäten, Kollegialität, Einsatzwille, Konstanz, Wasweissich... nix deutet darauf hin, dass er als Nachbar irgendwie nicht taugen würde. Ausser natürlich, man ist Rassist und beurteilt Menschen nach deren Hautfarbe. Ein A********, dieser Gauland. Und dann streitet er noch ab. Pfui.
  • Mr. Meeseeks 29.05.2016 20:46
    Highlight Highlight Im Nachhinein hat sich noch nie ein Faschist an seine Verbrechen erinnert. Das gehört bei denen zum Programm: Wer konnte schon wissen das ich denken kann?

    Also einfach jemanden vorschicken, der gleich viel Dreck am Stecken hat, aber eloquent die eigenen Gedankengänge abstreitet.
  • Paco69 29.05.2016 20:25
    Highlight Highlight Wenn die Äusserung so gefallen ist wie in den Artikeln steht, ist sie einfach eine Beschreibung des Zustands der "Leute", die zwar generalisierend ist aber in vielen Fällen zutrifft, und sogar als Kritik an den "Leuten" begriffen werden kann.
    • Fabio74 02.06.2016 19:48
      Highlight Highlight Versteh das auch beim dritten Mal nicht
  • pamayer 29.05.2016 19:56
    Highlight Highlight Alexander GAULEITER.
  • äti 29.05.2016 19:05
    Highlight Highlight Es ist eben schwierig für den Vize noch blöder als seine Chefin zu sein.
  • SUP_2 29.05.2016 19:01
    Highlight Highlight Nicht nur rassistisch und dumm, sondern nun auch noch senil.....AfD = Alzheimer für die Deutschen......
  • Mehmed 29.05.2016 18:53
    Highlight Highlight Da sind wir Schweizer anders: Wir sagen zwar auch, die Leute wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben. Aber wenn er Millionen verdient oder besitzt, dann senken wir ihm sogar die Steuern, tiefer als für die riichtigen Schweizer.
  • Luca Brasi 29.05.2016 18:50
    Highlight Highlight Aber die AfD soll man laut eigenen Angaben bitte ja nicht in die braune Ecke stellen...dann sollten ihre Exponenten vielleicht nicht rassistischen Quatsch rauslassen.
  • Philipp 29.05.2016 18:11
    Highlight Highlight Früher gab es den Gauleiter, heute den Gauland. G'hupft wie Gschprunge! Eins wie's ander.
  • Süffu 29.05.2016 17:56
    Highlight Highlight Schlimm für Boateng, zuerst beleidigt werden und dann noch schlimmer, ein Anruf von Frauke Petri!
  • zombie woof 29.05.2016 17:31
    Highlight Highlight Und was soll die fadenscheinige Entschuldigung von Heil Petry? Bei wem will sie sich denn jetzt anbiedern? Einfach widerlich diese ganze braune Bande!
    • pamayer 29.05.2016 19:57
      Highlight Highlight Sie steht insgeheim auf exoten.
  • seventhinkingsteps 29.05.2016 17:25
    Highlight Highlight Und schon wieder spricht das ganze Land über diesen Idiotenverein. Genau die gleiche Taktik wie bei Trump und bei der "Wollen Sie aus Ihrer Wohnung fliegen!!11ELF!!???" SVP. Und die Medien lassen sich spielen wie eine Geige.

    1. Aussage knapp am Rande des guten Geschmacks
    2. Shitstorm anschauen
    3. Auf Twitter entschuldigen
    4. Interviews halten und in Talkshows gehen.
    5. Geld sparen und steigende Umfrageergebnisse geniessen.
    6. Repeat
    • pamayer 29.05.2016 20:00
      Highlight Highlight Leider ja.

      Vor gut 20 jahren an Briefkasten einer wg: 3 mal gross svp-nein-danke kleber und irgendwo oben ganz klein die namen der bewohner.

      So läuft's leider.
  • maxi #sovielfürdieregiongetan 29.05.2016 17:24
    Highlight Highlight Villeicht meinte er auch,dass nirmand bayern spieler bei sich in der nachbarschaft haben will ;)
    • MasterPain 29.05.2016 18:22
      Highlight Highlight ...
      Benutzer Bild
    • willy wodka 29.05.2016 18:26
      Highlight Highlight &toninio dein leben muss extrem bieder sein
    • Maxx 29.05.2016 19:18
      Highlight Highlight Tonino - der perfekte und immer korrekte Links-Bürger. Wow - wie nicht nachahmbar. Die linke Leier runter schwafeln - bla bla bla
    Weitere Antworten anzeigen
  • MasterPain 29.05.2016 16:50
    Highlight Highlight Gauland... der Name ist Programm.
    • zombie woof 29.05.2016 17:24
      Highlight Highlight Gauland der Gauleiter
  • Calvin Whatison 29.05.2016 16:47
    Highlight Highlight Depp des Tages. Lieber 10 Boateng's, als 1mal Gauland... tsss
  • w'ever 29.05.2016 16:44
    Highlight Highlight aber er hat doch recht, oder?
    wenn boateng für die national-elf spielt oder sogar ein tor schiesst, dann juben ihm alle zu, vermutlich sogar die ewig gestrigen. als nachbarn, selbst als bekanntheit, würden sie ihn nicht haben wollen
    • Charlie Brown 29.05.2016 17:04
      Highlight Highlight Neben mir kann er einziehen. Hundertmal lieber als Gauland und jene, die diesem Menschen noch beipflichten. w'ever, dich möchte ich nicht als Nachbar.
    • w'ever 29.05.2016 17:17
      Highlight Highlight @CB
      evt hab ich mich falsch ausgedrückt. der grösste teil der deutschen, wie vermutlich auch bei uns, freuen sich über einen treffer ihrer elf, wollen aber lieber keinen schwarzen, moslem oder generell ausländer als nachbarn.
      und ja. auch ich hätte lieber boateng als gauland als nachbarn. viel viel lieber.
    • Charlie Brown 29.05.2016 17:43
      Highlight Highlight @w'ever: OK, sorry. Da habe ich dich falsch verstanden.
  • Charlie Brown 29.05.2016 16:29
    Highlight Highlight Herr Waldheim konnte sich auch an nichts erinnern.

    Beim Intellekt der AfDler mag ich das sogar noch glauben.

Kommentar

Warum Joko und Klaas hätten sagen müssen, dass auch sie Frauen sexuell belästigt haben

Die Entertainer Joko und Klaas machten in einem Video auf sexuelle Gewalt und Belästigung aufmerksam. Doch einst taten sie genau das. Thematisiert haben sie das in ihrem Beitrag nicht. Warum das ein Fehler ist.

Am Mittwochabend lösten Joko und Klaas die 15 Minuten Sendezeit ein, die sie in ihrer Duell-Show gegen Prosieben gewonnen haben. Der Moderator Klaas Heufer-Umlauf kündigte auf Twitter an, dass das wohl die speziellsten 15 Minuten sein würden, die sie je gesendet hätten.

In der Livesendung begrüsste die deutsche Journalistin Sophie Passmann die Zuschauerinnen und Zuschauer. «Es wird hart, es wird bitter, aber wir müssen da jetzt gemeinsam durch. Willkommen bei der Ausstellung …

Artikel lesen
Link zum Artikel