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Berlin setzt erstes Lesbenwohnprojekt um

News Bilder des Tages Regenboffenflaggen vor dem Berliner Fenrsehturm beim traditionellen Hissen der Regenbogenfahne am Roten Rathaus in Berlin anl
Bild: www.imago-images.de

Berlin setzt erstes Lesbenwohnprojekt um

Mitten in Berlin entsteht ein deutschlandweit einmaliges Wohnprojekt: 73 Wohnungen – exklusiv für Frauen, die Frauen lieben.
13.02.2026, 19:1813.02.2026, 19:18
Kathrin Martens / watson.de

Was lange geplant wurde, ist jetzt Realität: Neben dem Rathaus Mitte in der Berolinastrasse steht ein achtstöckiger Neubau mit 73 Mietwohnungen – gedacht für lesbische und queere Frauen.

Hinter dem Projekt steckt das kommunale Wohnungsunternehmen WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte. Geschäftsführer Steffen Helbig spricht gegenüber der «Berliner Zeitung» von einem «bundesweit einmaligen Projekt», das Vielfalt, Inklusion und nachbarschaftliches Miteinander sichtbar machen soll.

73 Wohnungen inklusive Pflege-WG

Das Haus bietet Wohnungen für verschiedene Bedürfnisse: Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, eine Pflege-Wohngemeinschaft mit acht Plätzen für ältere oder pflegebedürftige Frauen, viele barrierearme Wohnungen und fünf rollstuhlgerechte Einheiten, überwiegend mit Balkon.

Aber auch darüber hinaus hat das Wohnzentrum einiges zu bieten. Es gibt laut der Webseite des Wohnprojektes einen Veranstaltungssaal für Kultur- und Freizeitveranstaltungen und eine Kiez-Gastronomie, die offen für die Nachbarschaft und die LSBTIQ+ Community ist.

Mehr als die Hälfte der Wohnungen (41 Ein- und Zweizimmerwohnungen) ist öffentlich gefördert.

Zehn Jahre Planung – aber kein lila Anstrich

Das Projekt hatte einen langen Vorlauf, über ein Jahrzehnt wurde geplant. Kooperationspartner ist die Initiative Rad und Tat Berlin gGmbH (RuT), die sich seit Jahren für lesbische Sichtbarkeit einsetzt. Es wurden jedoch nicht alle Wünsche umgesetzt. Eine Fassade in Lila- oder Regenbogentönen lehnte der Bezirk ab.

Stattdessen hüllt sie sich nun in strahlendes Weiss. Gebaut wurde auf einem früheren Parkplatz hinter dem Kino International. Der Baustart erfolgte 2023, der Weg bis zur Fertigstellung sei «lang und komplex» gewesen, sagte die WBM gegenüber der «Berliner Zeitung».

Bewerbung läuft: sexuelle Orientierung wird nicht abgefragt

Ab sofort können sich Interessierte online um eine Wohnung bewerben. Abgefragt werden unter anderem die Wunschetage, ob man einen Balkon möchte, Beruf und Arbeitgeber, Einkommen und mögliche Insolvenzverfahren. Was nicht explizit abgefragt wird, ist die sexuelle Orientierung. Und doch ist in der Projektbeschreibung klar formuliert, an wen sich das Haus richtet.

Es versteht sich als generationenübergreifendes, inklusives Wohnprojekt für lesbische Menschen in ihrer Vielfalt – mit integrierter Pflege-WG und einem soziokulturellen Begegnungsort. Offen für Hausgemeinschaft, Nachbarschaft und queere Community. Ein Wohnprojekt also, das mehr sein will als nur vier Wände.

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quelle: dpa / christophe gateau
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48 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Meiniger
13.02.2026 19:57registriert April 2016
Auf Steuerkosten günstig wohnen aufgrund der Beziehungsart. Diskriminierung aller anderen.
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OrDa84
13.02.2026 20:49registriert August 2021
Genau mit solchen Projekten, gerade in einem sonst schon problematischen Umfeld, wie dem Wohnungsmarkt, schürt man Resentiments, anstatt dass man Inklusion und Toleranz fördert.
Aber das versteht diese Bubble leider immer noch nicht und wundert sich dann über die Kritik, resp. stempelt diese dann wieder als LGBT-feindlich ab, statt diese zu reflektiern.
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Kommissar Rizzo
13.02.2026 21:42registriert Mai 2021
Wieso? Wozu? Weshalb?

*Ein Wohnprojekt also, das mehr sein will als nur vier Wände.* Absolut. Ein Bsp für gelebte Diskriminierung und Exklusion.

Bei solchem - mit öffentlichen Geldern gefördertem - Unsinn muss man sich nicht wundern, dass sich Menschen von Politik ab- und "Alternativen" zuwenden.
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