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Mutter gesteht mehrfachen Baby-Mord: «Es können zwei, drei oder auch vier gewesen sein»



epa05023150 Police vehicles are parked near a residential building (R) in Wallenfels, Germany, 13 November 2015. The bodies of seven babies have been found at a home in the small German town, triggering a major police inquiry 13 November as investigators seek a 45-year-old woman for questioning. The bodies were found 12 November afternoon in a state of advanced decay. Pathologists are still to establish the infants' sexes and would look for more children among the remains.  EPA/NICOLAS ARMER

Polizei am Tatort in Wallenfels, Bayern.
Bild: EPA/DPA

Nach dem Tod von acht Babys hat die Mutter der Kinder vor Gericht ein Geständnis abgelegt. An die genaue Zahl der von ihr durch Ersticken getöteten Neugeborenen könne sie sich aber nicht mehr erinnern, erklärte ihr Pflichtverteidiger vor Gericht.

«Es können zwei, drei oder auch vier gewesen sein», sagte Verteidiger Till Wagler am Dienstag zu Prozessbeginn vor dem Landgericht in Coburg.

epa05023526 Putti were placed at the house where eight children's bodies were found in Wallenfels, Germany, 13 November 2015. The bodies of eight babies wrapped in towels or plastic bags have been found at a home in a small German town, and police said they are seeking a 45-year-old woman for questioning. Seven bodies were found 12 November afternoon in Wallenfels, halfway between Munich and Berlin, and an eighth was discovered on 13 November.  EPA/NICOLAS ARMER

Der Fall sorgte in Deutschland für Betroffenheit.
Bild: EPA/DPA

Die 45-Jährige ist wegen vierfachen Mords angeklagt. In einem Fall der toten Säuglinge geht die Anklage von einer Totgeburt aus, in drei Fällen liess sich wegen des Verwesungszustands der Leichen nicht mehr feststellen, ob die Kinder lebensfähig waren.

Die Frau räumte in der von dem Verteidiger verlesenen Erklärung die acht Geburten ein. Demnach brachte sie alle Kinder allein bei sich zu Hause im oberfränkischen Wallenfels zur Welt. Nach der Geburt habe sie die Kinder dann jeweils in Handtücher gewickelt und erwürgt. Die toten Kinder habe sie dann in eine Tüte oder einen Behälter getan und in ihrer Wohnung versteckt.

Alkohol und Isolation

Wagler sagte, seine Mandantin habe sich bei den Fällen jeweils in einem Ausnahmezustand befunden. Sie habe sich von ihrem wegen Beihilfe zu den Taten angeklagten Mann allein gelassen gefühlt.

Der Wagen eines Bestattungsunternehmens steht am 12. November 2015 vor einem Haus in Wallenfels, Bayern. Die Polizei hat in einem Anwesen in Wallenfels sterbliche Ueberreste von Saeuglingen gefunden. Um wie viele tote Babys es sich handelt, koenne man noch nicht sagen, teilte eine Sprecherin am Donnerstagabend in Bayreuth mit. (KEYSTONE/APA/Fricke)

Leichenbestatter holen die Leichen der Babys ab.
Bild: APA/NEWS5/News5 / Fricke

Ab der dritten oder vierten Geburt sei ihr Leben im Jahr 2007 oder 2008 völlig aus den Fugen geraten. Danach habe sie sich in Alkohol und Isolation zurückgezogen.

Der im November bekannt gewordene Fall sorgte in Deutschland für Entsetzen. Eine Anwohnerin hatte zufällig eine Babyleiche im Wohnhaus der Hauptangeklagten entdeckt; bei der weiteren Durchsuchung wurden dann die insgesamt acht toten Säuglinge entdeckt.

Für den Prozess sind 24 Zeugen und drei Sachverständige geladen. Das Gericht setzte fünf Verhandlungstage an. Ein Urteil könnte bereits am Mittwoch kommender Woche fallen.

(sda/afp)

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