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FILE - In this April 2, 2009 file photo former German Chancellor Helmut Schmidt smokes a cigarette during a discussion hosted by the ECB in Frankfurt, central Germany. Helmut Schmidt died Nov. 10, 2015. He was 96. (AP Photo/Daniel Roland, file)

Helmut Schmidt mit Zigarette:
Bild: Daniel Roland/AP/KEYSTONE

Schmidts Leben in Zitaten: «Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen» 



Sein Redetalent brachte Helmut Schmidt von politischen Gegnern einst den Namen «Schmidt-Schnauze» ein. Der deutsche Sozialdemokrat, Minister, Kanzler und Elder Statesman in Zitaten:

«Ich war als Schüler relativ faul. Was mich nicht interessiert hat, habe ich nur flüchtig gemacht. (...) Meine Frau und ich waren ja in derselben Klasse; wir hatten eine ähnliche Handschrift und es ist vorgekommen, dass Loki meine Hausaufgaben in mein Heft geschrieben hat, zum Beispiel in Mathematik, da war sie besser.»

In der Wochenzeitung «Die Zeit», 2008

«Für mich war sie wirklich die unverzichtbare Stimme des Volkes. Ich bin immer noch so stolz auf sie.»

Nach dem Tod seiner Frau Loki im Oktober 2010

ZUM TOD DES EHEMALIGEN DEUTSCHEN BUNDESKANZLERS HELMUT SCHMIDT STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) mit seiner Ehefrau Hannelore 'Loki', fotografiert vor ihrem Ferienhaus am Brahmsee (Foto vom 06.08.80). Loki Schmidt ist tot. Die 91-Jaehrige starb in der Nacht zum Donnerstag (21.10.10) in ihrem Haus im Hamburger Stadtteil Langenhorn, wie eine Sprecherin des Hamburger Bueros von Helmut Schmidt auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd sagte.(KEYSTONE/AP dapd/ Lohmann)

Helmut Schmidt und seine Frau Loki im August 1980.
Bild: AP dapd

«Ich konnte mich in jeder Situation auf sie verlassen. Ich zögere nicht zu sagen: Loki war der Mensch in meinem Leben, der mir am wichtigsten war.»

Schmidt im Buch «Was ich noch sagen wollte» über Loki

«Für Loki und mich war klar: Im Falle einer Entführung lassen wir uns nicht austauschen.»

Schmidt zur Gefahr, von RAF-Terroristen entführt zu werden – eine entsprechende Anweisung liess er dem Kanzleramt übermitteln

FILE - The Aug. 1, 2003 file picture shows former West German chancellor Helmut Schmidt, left, and his wife Loki during their holiday in Samnaun, Switzerland. Helmut Schmidt died Nov. 10, 2015. He was 96. (Arno Balzarini/Keystone, file via AP)

Das Ehepaar Schmidt 2003 in Samnaun in der Schweiz.
Bild: AP/Keystone

«Im Juni 1944 brachte Loki einen Sohn zur Welt, der nach acht Monaten an Gehirnhautentzündung starb. Der Feldpostbrief, in dem Loki mir vom Tod des Kindes berichtete, war verloren gegangen. Erst aus einem späteren Brief zog ich die Schlussfolgerung, dass der Junge gestorben sein musste. Es war ein schrecklicher Moment.»

Schmidt zum Tod des Sohnes – er war zu dem Zeitpunkt an der Front

«In unserer 68 Jahre währenden Ehe hat es ein einziges Mal etwas gegeben, was ein Aussenstehender eine Krise nennen könnte. Ich hatte eine Beziehung zu einer anderen Frau.»

Schmidt 2015 zu seiner Affäre Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre – er musste Loki von einer Trennung abbringen

«Die Heutigen wissen alles viel besser.»

Schmidt zu Belehrungen wegen der Rolle als Soldat in der NS-Zeit

«Der liebe Gott hat mich als Arbeitstier geboren.»

Im November 2010 in der «Bild»-Zeitung

«Willen braucht man. Und Zigaretten.»

In der ARD auf die Frage von Sandra Maischberger, wie er sein Arbeitspensum schafft, 2007

Rauchen und lesen – Schmidts grösste Hobbys.
Bild: EPA

«Wohl aber ist mir sehr klar bewusst, dass ich – trotz aller redlichen Bemühungen – am Tode Hanns Martin Schleyers mitschuldig bin. Denn theoretisch hätten wir auf das Austauschangebot der RAF eingehen können.»

Bei der Verleihung des Hanns-Martin-Schleyer-Preises an Schmidt im April 2013 in Stuttgart

«Zum einen der Tod meiner Frau. Zum anderen – viele Jahrzehnte davor – mein Besuch in Auschwitz. Und drittens die monatelange Kette von mörderischen Ereignissen, die mit Hanns Martin Schleyers Namen verbunden bleibt.»

Schmidt im April 2013 über seine erschütterndsten Erlebnisse

«Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.»

Im «Spiegel» über Willy Brandts Visionen im Bundestagswahlkampf, 1980

Helmut Schmidt – Ein Leben in Bildern

«Politiker und Journalisten. Das sind beides Kategorien von Menschen, denen gegenüber grösste Vorsicht geboten ist: Denn beide reichen vom Beinahe-Staatsmann zu Beinahe-Verbrechern. Und der Durchschnitt bleibt Durchschnitt.»

In einer Rede vor Studenten in Freiburg, 1995

West German Chancellor, second from left, held news conference on board of German Air Force plane during the flight to Bonn at the end of his five-day visit to Poland, Nov. 25, 1977. Chancellor Schmidt is surrounded by newsmen who accompanied Schmidt on his trip. (AP Photo/Fritz Reiss)

Helmut Schmidt und Journalisten.
Bild: AP NY

«Mir scheint, dass das deutsche Volk – zugespitzt – fünf Prozent Preisanstieg eher vertragen kann, als fünf Prozent Arbeitslosigkeit.»

In der «Süddeutschen Zeitung», 1972

«Sich vorzustellen, dass Deutschland in der Weltpolitik eine Rolle zu spielen habe, finde ich ziemlich abwegig.»

Zum Streben nach einem Ständigen Sitz für Deutschland im UNO-Sicherheitsrat, 2004

«Die heutige politische Klasse in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein Übermass an Karrierestreben und Wichtigtuerei und durch ein Übermass an Geilheit, in Talkshows aufzutreten.»

In Berlin, 1994

BERLIN, GERMANY - MARCH 13:  Former German Chancellor Helmut Schmidt (in wheelchair) greets former German President Horst Koehler as (from L to R) First Lady Daniela Schadt, Ruth Loah and German President Joachim Gauck look on at a dinner reception on the occasion of Schmidt's 95th birthday at Schloss Bellevue on March 13, 2014 in Berlin, Germany. Schmidt was chancellor from 1974 to 1982.  (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Helmut Schmidt (im Rollstuhl) begrüsst den ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. 
Bild: Getty Images Europe

«Der Köhler, wenn er Bundespräsident wird, hat allein mehr ökonomischen Verstand als die ganze deutsche politische Klasse zusammen.»

In der «Zeit» über Horst Köhler, 2004

«Ich möchte Kohl zugute halten, dass er im Grunde ein anständiger Politiker gewesen ist.»

Schmidt 2015 zu Helmut Kohls Leistungen bei der Deutschen Einheit – er warnte davor, die CDU-Spendenaffäre überzubewerten

«Das gegenwärtig zur Verfügung stehende Personal ist nicht sonderlich geeignet, gemeinsam zu regieren, weil beide Seiten nicht ausreichend wissen, was sie eigentlich wollen.»

In der «Zeit» zur Frage einer grossen Koalition aus Union und SPD, 2005

«Vor zehn Jahren wäre keiner auf die Idee gekommen, dem Vorstandsvorsitzenden von VW 15 Millionen Euro Gehalt zu zahlen.»

Schmidt 2015 zur Steigerung der Gehälter für Unternehmenschefs

«Er kann es.»

Schmidt 2012 über eine mögliche Kanzlerkandidatur Peer Steinbrücks

epa04163443 A file picture made available on 11 April 2014 shows then Social Democrats (SPD) chancellor candidate Peer Steinbrueck (C) posing with Young Socialists in the SPD (Jusos) after he delivered a speech during a pre-election party of Hamburg's SPD in Hamburg, Germany, 08 August 2013. The picture of the dpa photographer Hannibal Hanschke won the first place in the category politics. For the 13th time the German Press Agency (dpa) has awarded a prize to the 'picture of the year'. The top-pictures are rewarded by an independant jury.  EPA/HANNIBAL HANSCHKE

Peer Steinbrück 2014.
Bild: EPA/DPA FILE

«Sie haben einem uralten Mann zugehört. Sie müssen ihn nicht unbedingt ernst nehmen.»

Schmidt in Brandenburg bei seinem einzigen grossen Auftritt im SPD-Bundestagswahlkampf 2013

«Ich mache weiter, bis der liebe Gott sagt: Jetzt ist Schluss!»

In einer Rede zu seinem 79. Geburtstag, 1997

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