DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Zerstrittene Union – jetzt geben sich die Wahlverlierer untereinander aufs Dach

28.09.2021, 12:1228.09.2021, 14:09
Klima angespannt: Söder und Laschet.
Klima angespannt: Söder und Laschet.
Bild: keystone

Nach dem Desaster bei der Bundestagswahl bahnt sich bei den deutschen Christdemokraten der erste innerparteiliche Machtkampf an. Am Dienstagnachmittag wollte die Fraktion zu ihrer ersten Sitzung zusammenkommen.

Dabei wird üblicherweise auch der neue Vorsitzende gewählt. Der bisherige CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) ist offensichtlich nicht bereit, das Amt nur kommissarisch weiterzuführen, sondern will sich – wie üblich – für ein Jahr wählen lassen. Die CDU und ihre bayerische Schwesterpartei CSU bilden im Bundestag eine gemeinsame Fraktion.

So reagieren die Parteien über die Resultate der Bundestagswahl

Video: watson/een

Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hatte am Montag angekündigt, gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder vorzuschlagen, den Fraktionsvorsitz erst einmal nur vorübergehend zu bestimmen – zum Unmut von Brinkhaus.

Söder erklärte allerdings am Vorabend in der ARD, mit Brinkhaus habe die CSU «sehr gute Erfahrungen» gemacht. Söder plädierte dafür, «Klarheit» für die Fraktion zu schaffen.

Laschet hatte vor der Bundestagswahl erklärt, er gehe «ohne Rückfahrkarte» nach Berlin – auch wenn er nicht Kanzler werde. Sollte die CDU/CSU auf der Oppositionsbank landen, wäre der Fraktionsvorsitz der einzige wichtige Posten, der zu vergeben wäre. Nachdem Laschet die CDU bei der Bundestagswahl zu einem historisch schlechten Ergebnis geführt hat, sieht er sich mit immer mehr Kritik konfrontiert.

Das «zweite desaströse Wahlergebnis»

Hierin stimmte am Dienstag auch der CDU-Wirtschaftsflügel im Südwesten ein. Die CDU brauche «eine rasche inhaltliche und personelle Erneuerung» in Bund und Land. Das «zweite desaströse Wahlergebnis nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg» im März stelle das Überleben der CDU als Volkspartei in Frage, teilte die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Baden-Württemberg (MIT) in Stuttgart mit.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellte in der Sendung «Frühstart» von RTL/ntv klar, dass die Union keinen Auftrag habe, die Regierungsbildung voranzutreiben. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier unterstrich: «Wir haben keinen Anspruch auf Regierungsverantwortung.» Junge-Union-Chef Tilman Kuban sagte: «Wir haben die Wahl verloren. Punkt.» Der klare Auftrag liege bei SPD, Grünen und FDP.

Obwohl die CDU/CSU auf 24,1 Prozent abstürzte, hofft Laschet immer noch, mit einem Bündnis aus Grünen und FDP ins Kanzleramt einziehen zu können. Allerdings wächst der Widerstand gegen diese Strategie.

FDP und Grüne treffen sich

Nach «Spiegel»-Informationen haben sich Grüne und FDP auf ein erstes Treffen am Mittwoch verständigt. FDP-Chef Christian Lindner hatte noch am Wahlabend vorgeschlagen, dass sich beide Parteien vorab zusammensetzen, um Schnittmengen und Kompromisschancen bei gegensätzlichen Positionen auszuloten.

Auch die neuen Fraktionen von SPD, Grünen und Linken kommen zu ersten Beratungen zusammen. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Diese Koalitionen sind in Deutschland nun möglich

1 / 9
Diese Koalitionen sind in Deutschland nun möglich
quelle: keystone / clemens bilan
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So politisch sind die jungen Deutschen in Berlin

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Den Sonntag unter einem Stein verbracht? Mit diesen 9 Punkten kannst auch du mitreden

Die SPD gewinnt die Bundestagswahl knapp vor der Union – doch können die Sozialdemokraten wirklich eine Regierung bilden? Und: Wie kommentieren heute Morgen Zeitungen die Wahlergebnisse? Der Überblick.

Die SPD hat die Bundestagswahl nach dem Ergebnis der Auszählung aller Wahlkreise gewonnen. Erstmals seit mehreren Jahren legte sie wieder zu und kam auf 25,7 Prozent, wie in der Nacht zu Montag auf der Website des Bundeswahlleiters ersichtlich war – ein Plus von mehr als 5 Prozent im Vergleich zu den Bundestagswahlen 2017. Die CDU/CSU stürzte dagegen nach 16 Jahren Regierungszeit von Kanzlerin Angela Merkel mit 24,1 Prozent auf ein Rekordtief. Die Grünen errangen mit 14,8 Prozent das beste …

Artikel lesen
Link zum Artikel