International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05854854 US President Donald J. Trump (R) shakes hands with Chancellor of Germany Angela Merkel (L) during a joint press conference in the East Room of the White House in Washington, DC, USA, 17 March 2017. Merkel and Trump meet at the White House for their first face-to-face meeting with an agenda of discussing transatlantic trade and security issues among two of the world's leading economies.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

In gewissen Bereichen sind sich die Bundeskanzlerin und der US-Präsident einig. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Merkel und Trump finden Gemeinsamkeiten – doch Differenzen bleiben



Trotz allen Differenzen wollen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump in der NATO, beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der Lösung der Ukraine-Krise eng zusammenarbeiten. In Handelsfragen und beim Umgang mit Einwanderern blieben die Gegensätze am Freitag beim ersten Treffen der beiden Regierungschefs in Washington weiterhin unübersehbar.

Das erste Gespräch der beiden im Weissen Haus in Washington sollte auch dazu dienen, das zuletzt belastete deutsch-amerikanische Verhältnis wieder zu verbessern.

President Donald Trump, joined by German Chancellor Angela Merkel, left,  speaks during a joint news conference in the East Room of the White House in Washington, Friday, March 17, 2017. (AP Photo/Andrew Harnik)

Trump ist an Handel mit Deutschland interessiert. Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

«Grossartige Handelsbeziehungen mit Deutschland»

Merkel hob auf einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Trump die Notwendigkeit eines fairen Handels zwischen Deutschland und den USA hervor. In beiden Volkswirtschaften stecke grosses Potenzial, beide Seiten müssten gewinnen können. Die Globalisierung solle offen gestaltet werden, forderte Merkel. Sie machte deutlich, dass Freizügigkeit gerade auch für die deutsche Wirtschaft wichtig sei.

Bei dem Besuch stand die Drohung Trumps im Raum, die USA mit Strafzöllen gegen deutsche und andere ausländische Produkte abzuschotten. Die USA waren 2016 grösster Absatzmarkt für Produkte «Made in Germany».

Washington stört sich aber schon länger am deutschen Handelsüberschuss von 49 Milliarden Euro. Trump sagte am Freitag gleichwohl, er erwarte «grossartige Handelsbeziehungen mit Deutschland». Er betonte: «Wir wollen Fairness, keine Siege.»

«Immigration ist ein Privileg, nicht ein Recht.»

US-Präsident Trump

Trump wies den Eindruck zurück, er setze auf Abschottung. «Wir sind ein sehr starkes Land, vielleicht bald auf einem Level, das es noch nie gegeben hat» – dennoch sei er als US-Präsident ein Handelsmann und in keinerlei Hinsicht ein Isolationist. Entsprechende Annahmen oder Berichte benannte Trump erneut als «Fake News».

Verteidigung der Flüchtlingspolitik

Merkel verteidigte ihre früher von Trump scharf angegriffene Flüchtlingspolitik. Illegale Migration müsse geordnet und gesteuert werden, zudem müssten die Schlepper gestoppt werden. Beim Schutz der Aussengrenzen müsse im gegenseitigen Interesse mit den Nachbarn zusammengearbeitet werden. Den Flüchtlingen müssten vor Ort Lebenschancen gegeben werden, «indem wir den Ländern helfen, die heute oft nicht in der Lage sind oder in denen Bürgerkriege herrschen», sagte Merkel.

Trump hatte Merkel wegen ihrer Entscheidung, 2015 viele syrische Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland zu lassen, eine «katastrophal» falsche Flüchtlingspolitik vorgeworfen. Er unterstrich am Freitag seine harte Linie bei der Einwanderung. «Immigration ist ein Privileg, nicht ein Recht», sagte er. Die Sicherheit der USA müsse immer Vorrang haben.

epa05854957 Chancellor of Germany Angela Merkel uses an earpiece during a joint news conference with US President Donald J. Trump (not pictured) in the East Room of the White House in Washington, DC, USA, 17 March 2017. Merkel and Trump meet at the White House for their first face-to-face meeting with an agenda of discussing transatlantic trade and security issues among two of the world's leading economies.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Merkel lauschte gebannt den Ausführungen ihres Amtskollegen. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Erhöhung der Militärausgaben

Merkel sagte Trump zu, die deutschen Verteidigungsausgaben weiter zu erhöhen. Deutschland habe sich auf das NATO-Ziel verpflichtet, bis 2024 zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für das Militär auszugeben.

Die NATO hatte sich das Zwei-Prozent-Ziel auf einem Gipfeltreffen 2014 gesetzt. Derzeit erreichen es nur fünf von 28 Mitgliedsländern. Deutschland liegt bei 1,2 Prozent, die USA liegen bei 3,6 Prozent. Washington hat die Bündnispartner aufgefordert, bis Ende des Jahres einen Plan zu entwickeln, wie das Ziel erreicht werden kann. Trump begrüsste die Zusicherung Merkels und versicherte im Gegenzug der Kanzlerin seine Solidarität für die NATO – bei fairer Lastenteilung.

«Wir wollen Fairness, keine Siege.»

Donald Trump

Gemeinsam für Frieden in der Ukraine

Deutschland und die USA wollen sich nach Angaben Merkels gemeinsam für die Umsetzung des stockenden Minsk-Prozesses für einen Frieden in der Ukraine einsetzen. Sie sei erfreut, dass sich Trump zum Minsk-Prozess bekannt habe. Ein mögliches Ende der Sanktionen gegen Russland im Zusammenhang mit der Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim und Teilen der Ostukraine sprach Merkel nicht an.

Trump hatte Merkel am frühen Freitagabend mitteleuropäischer Zeit im Weissen Haus empfangen. Das gut zweistündige Treffen fiel in eine schwierige Phase der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Trump hatte Merkel in seinem Wahlkampf und auch nach der Wahl im November immer wieder attackiert.

Die Kanzlerin hatte nach Trumps aggressivem Wahlkampf als Bedingung für eine Zusammenarbeit verlangt, dass die bisherigen gemeinsamen Werte wie Demokratie, Freiheit, Rechtsstaat und Respekt vor der Würde des Anderen gewahrt werden.

Merkel wurde von den Vorstandschefs der Unternehmen Siemens, BMW und Schaeffler begleitet. Bei einem runden Tisch mit Unternehmensvertretern und Auszubildenden wurde über die duale Berufsausbildung in Deutschland gesprochen. Trump lobte das deutsche System einer Lehre in Betrieben und Berufsschulen als vorbildlich. (sda/dpa/afp)

Das könnte dich auch interessieren:

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • citizen of de uold 18.03.2017 11:00
    Highlight Highlight Das Gesprich mit Merkel viel Trump sehr schwer. Er hat ihr zu verstehen gegeben, dass Globalisierung, Migration und liberale "Werte" s Märchen aus Vergangenheit sind . Die Realität ist aber komplett anders: Globalisierung verlagerte die Jobs dorthin und in dem Umfang wie man sich nicht wünschte. Migration wird zum Jihad und zur Ausbeutung dr Sozialkasse ausgenutzt. Liberale Werte sind nur insofern gültig wie sie von den breiten Massen der heimischen Bevölkerung vertreten werden, dafür ist normalerweise kein Geld nötig,das Geld fliesst aber gezielt ans die liberale Bewegungen.
  • Flughund 18.03.2017 10:38
    Highlight Highlight Trump hat ja eine Gemeinsamkeit erwähnt, nämlich das sie beide von Obama abgehört wurden.🙄🙄
  • rodolofo 18.03.2017 08:51
    Highlight Highlight Und dann erklärt sich "Frau Wackelpudding" dazu bereit, die Deutschen Militärausgaben für die NATO zu erhöhen...
    Ist das die Art, "Ballon Man" Trump die Stirn zu bieten, indem man ihm "in den Arsch kriecht"?!
    Dieser "Schlechteste Präsident aller Zeiten" hat ja ebenfalls vor, die US-Militärausgaben weiter massiv zu erhöhen und noch dazu in moderne Atomwaffen zu investieren!
    (Dafür streicht er bei dem unnützen Zeugs, wie Umweltschutz und Entwicklungszusammenarbeit die staatlichen Mittel zusammen.)
    Nein, mit einer dermassen anpassungswilligen Frau Merkel wird das nichts mit einem starken Europa.
    • Gipfeligeist 18.03.2017 11:52
      Highlight Highlight Ein starkes Europa braucht leider eine starke Verteidigung. Das hat die NATO schon 2014 (mit Obama) festgelegt. Trump ist nicht der Auslöser für diesen Entscheid.
      Persönlich halte ich von erhöhten Militärausgaben überhaupt nichts. Wir müssen in Infrastruktur, Forschung, Sozialsystem und Bildung (!) investieren um eine erfolgreiche, sichere Zukunft zu gewährleisten
    • Gipfeligeist 18.03.2017 11:53
      Highlight Highlight * und der Umweltschutz muss ebenfalls vorangetrieben werden!
    • Enzasa 18.03.2017 17:46
      Highlight Highlight Das mit den Ausgaben für die Nato, war bereits von Obama gefordert worden.
      Sie erfüllt eine Forderung, die bereits länger besteht und nichts mit Trump zu tun hat. Aber als Entgegenkommen zu ihm bewertet werden kann

Lauschangriff auf Donald Trumps Handy – ausgerechnet Israel soll ihn bespitzelt haben

Rund ums Weisse Haus in Washington D.C. wurden IMSI-Catcher gefunden ...

Das US-Magazin Politico hat am Donnerstag mit einem Exklusivbericht für Aufregung gesorgt. Die US-Regierung sei zum Schluss gekommen, dass höchstwahrscheinlich Israel hinter einem Lauschangriff auf Donald Trump stecke.

Es seien Mobiltelefon-Überwachungsgeräte gefunden worden, in der Nähe des Weissen Hauses und anderer sensibler Orte um Washington, D.C. Dies hätten drei Quellen, frühere hochrangige US-Beamte mit Insider-Informationen bestätigt. Der Lauschangriff sei in den letzten zwei …

Artikel lesen
Link zum Artikel