DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Mark Meckler, Co-Gründer der Tea Party Patriots, agiert als Interims-CEO.
Mark Meckler, Co-Gründer der Tea Party Patriots, agiert als Interims-CEO.screenshot: watson

Bei Trump-Anhängern beliebte Twitter-Alternative Parler ist zurück

15.02.2021, 20:4716.02.2021, 07:23

Die bei Anhängern von Ex-Präsident Donald Trump und der amerikanischen Rechten populäre Twitter-Alternative Parler ist nach einer gut einmonatigen Zwangspause wieder online. Am Montag konnten über parler.com wieder Nachrichten abgesetzt und auch neue Accounts angelegt werden.

Der Social-Media-Dienst hatte am Dienstag mit technischen Problemen zu kämpfen, wie ein Besuch zeigte. Inhalte wurden nur langsam oder überhaupt nicht geladen.

Rauswurf nach Sturm aufs Kapitol

Parler war Mitte Januar nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch Trump-Anhänger vom Netz gegangen. Zuvor hatten Apple und Google die App aus ihren App-Stores geworfen und Amazon beendete als Infrastruktur-Dienstleisterin unter Verweis auf Gewaltaufrufe die Unterstützung und entfernte die Plattform von seinen Servern.

Zunächst blieb unklar, wer nun der technische Dienstleister (Hosting-Provider) von Parler ist.

Als interimistischer Geschäftsführer amtet gemäss Parler-Mitteilung der amerikanische Tea-Party-Aktivist Mark Meckler, der sich als Kämpfer für freie Meinungsäusserung in rechtskonservativen Kreisen einen Namen gemacht hat.

Die Parler-App scheint auch wieder zu funktionieren, allerdins gilt dies nur für bereits auf Smartphones und Tablets installierte Versionen. In Apples App Store ist die App nicht mehr auffindbar seit dem Rauswurf.
Die Parler-App scheint auch wieder zu funktionieren, allerdins gilt dies nur für bereits auf Smartphones und Tablets installierte Versionen. In Apples App Store ist die App nicht mehr auffindbar seit dem Rauswurf. screenshot: watson

Parler bezeichnete sich als auf Redefreiheit fokussierte Online-Plattform. In der Realität war es eine Art Twitter-Kopie, wo alles erlaubt ist. Die noch verhältnismässig kleine Plattform verzichtete weitgehend auf Regulierung von Inhalten und unternahm damit auch wenig gegen Hassreden, Drohungen und die Verbreitung falscher Informationen (Fake News).

Angesichts eines zunehmend härteren Vorgehens von Twitter und Facebook gegen Gewaltaufrufe und Verschwörungstheorien wanderten schon im vergangenen Jahr verstärkt Trump-Anhänger zu Parler ab.

Trump war nach der Attacke auf das Parlamentsgebäude bei Twitter und Facebook gesperrt worden. Twitter – die für ihn bis dahin mit Abstand wichtigste Plattform – betonte vergangene Woche bereits, dass es für den Ex-Präsidenten keinen Weg zurück gebe. Facebook lässt die Blockade noch von einem unabhängigen Gremium prüfen, das die Entscheidungen des Online-Netzwerks rückgängig machen kann.

Laut Medienberichten umwarb Parler Trump bereits als er noch Präsident war – mit dem Vorschlag, die App zu seinem exklusiven Kommunikationskanal zu machen. Personen in Trumps Umfeld hatten Parler immer wieder als Alternative zu Twitter oder Facebook beworben, weil diese angeblich konservative Ansichten unterdrückten.

(dsc/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Dieses Video soll Trump während des Impeachment-Verfahrens zum Verhängnis werden

Video: watson

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

4 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Kaoro
16.02.2021 09:05registriert April 2018
Die Trumpisten drehen es sich zurecht. Wenn sie ihre rechtsextremen, rassistischen, verschwörerischen Aussagen posten, geht es um Redefreiheit. Wenn die Linken demonstrieren, sind das Antifa, Terroristen.
2518
Melden
Zum Kommentar
4
«Proteste werden nicht aufhören, selbst wenn der Kopftuchzwang fällt»
Die Proteste in Iran hätten eine andere Qualität als die vorherigen, sagt die Politologin Azadeh Zamirirad. Sie treffen den Iran in einer kritischen Phase.

Vor gut zwei Wochen nahm die Sittenpolizei im Iran die 22-jährige Mahsa Amini fest, weil sie angeblich ihr Kopftuch nicht richtig getragen habe. Sie starb Tage später in einem Teheraner Krankenhaus unter ungeklärten Umständen. Seitdem demonstrieren im ganzen Land Menschen gegen die Regierung. Diese schlägt mit Gewalt zurück. Wie breit sind die Proteste und was bedeuten sie für die Regierung? Auf diese Fragen antwortet die Politologin Azadeh Zamirirad von der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Zur Story