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epa07653369 Demosisto Secretary General and pro-democracy activist Joshua Wong talks to the protesters after being released of prison, outside the Legislative Council building, in Hong Kong, China, 17 June 2019. His release comes as Hong Kong is rocked by huge protests to oppose a plan allowing extraditions to China. Wong said the protests would continue until Hong Kong Chief Executive Carrie Lam resigned.  EPA/ROMAN PILIPEY

Der Demokratieaktivist Joshua Wong wendet sich während einer Demonstration, bei der die Führer Hongkongs aufgefordert wurden, zurückzutreten und das Auslieferungsgesetz zurückzuziehen, an die Demonstranten. ArchivBild: EPA/EPA

Proteste in Hongkong: YouTube löscht 210 Kanäle – steckte China dahinter?



YouTube hat ein Netzwerk aus 210 Kanälen von seiner Videoplattform entfernt, über die koordiniert Stimmung rund um die Demonstrationen in Hongkong gemacht worden war. Die Google-Tochterfirma verwies in einem Blogeintrag vom Donnerstag indirekt auf China als Urheber.

Die Entdeckung decke sich mit jüngsten Erkenntnissen von Twitter und Facebook – die ihrerseits Anfang der Woche auf eine Kampagne aus China verwiesen hatten, mit der die Demonstranten diskreditiert werden sollten.

Twitter hatte 936 Accounts entdeckt, über die koordiniert «politischer Streit in Hongkong gesät werden sollte». Zusätzlich sei ein Netzwerk aus rund 200'000 Accounts gesperrt worden, bevor es nennenswerte Aktivität entwickeln konnte.

Facebook entfernte mit ähnlicher Begründung fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen. Mindestens einer der Seiten seien rund 15'500 Facebook-Profile gefolgt. Beide Dienste zeigten Beispiele von Beiträgen, in denen die Demonstranten in Hongkong zum Beispiel als gewalttätig dargestellt wurden.

YouTube lieferte weniger Informationen. So gab es in dem Blogeintrag keine Angaben zum konkreten Inhalt der Videos.

Hongkong protestiert

Die Proteste für Freiheit und Demokratie in Hongkong dauern bereits seit zweieinhalb Monaten an. Die Millionenmetropole gehört seit dem Abzug der Briten 1997 wieder zu China. Als Sonderverwaltungszone sind Hongkong eigentlich noch bis 2047 umfangreiche Sonderrechte garantiert. Um die fürchten nun aber viele Bewohner. Eine weitere Forderung der Demonstranten ist die unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei Protesten.

(sda/dpa)

So protestiert Hongkong

Die Megastadt Hongkong kommt nicht zur Ruhe

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dirk Leinher 23.08.2019 13:39
    Highlight Highlight Direkt gesagt: nun ist es Google, Twitter und co die entscheiden, welche Meinung verbreitet werden darf. Ob das besser ist als eine andere Meinungsdiktatur wage ich zu bezweifeln. Es ist jedenfalls auch eine Meinungsdiktatur.
  • Ökonometriker 23.08.2019 09:09
    Highlight Highlight Und so können Grosskonzerne ohne einen Gerichtsentscheid bestimmen, was Wahrheit ist. Schöne neue Welt.
    • Ökonometriker 23.08.2019 13:42
      Highlight Highlight @TingelTangel: der Punkt ist nicht, ob es gerechtfertigt war oder nicht. Der Punkt ist, dass das Handeln dieser Konzerne eigenmächtig erfolgt und intransparent ist.
      Woher weiss ich, dass die Aussagen stimmen? Und woher weiss ich, dass sämtliche Fake-Accounts - nicht nur jene die eine unliebsame Meinung verbreiten - gelöscht werden?

      Es braucht hier mehr Transparenz und Gewaltentrennung.
    • Ökonometriker 24.08.2019 16:41
      Highlight Highlight @TingelTangel: dann braucht es Deiner Meinung nach keinen Rechtsstaat?
  • Papierli-Tschingg 23.08.2019 08:06
    Highlight Highlight Habt ihr den Artikel ganz genau gelesen? Wegen der Erwähnung von VPN klingt es für mich eher so, dass demokratiefeindliche Propaganda gelöscht wurde, nicht Kanäle von Protestlern 🤔
    • Schne 23.08.2019 12:15
      Highlight Highlight Genau, da wurde Propagandha von China gelöscht. Ausserdem warnt Youtube, vor Übernahme von Accounts durch von China unterstützte Hacker.
      Musste aber auch zuerst den Blogeintrag lesen. Beim Lesen des Artikels hab ichs zuerst auch falsch verstanden.
  • büropflanze 23.08.2019 08:01
    Highlight Highlight Das Recht auf freie Meinungsäusserung enthält nicht das Recht auf eine Plattform zur Äusserung dieser Meinung.

    Es hindert die Propaganda-Netzwerke ja niemand daran, deren "Meinung" Kund zu tun.

    Zudem ist man sich in China Zensur ja gewohnt ...
  • DjRedflame 23.08.2019 06:30
    Highlight Highlight Irgendwie auch sehr Komisches verhalten von Twitter, Facebook und Youtube. Ich verstehe es das sie dagegen vorgehen frage mich aber wo sie waren als Trump diese ausgenützt hat. Jetzt China als Fake News Melder abzustempeln bringt auch nichts. Fake News findet man reichlich, selbst wir in der Schweiz streuen sie. Es wird immer wie Schwieriger zwischen Fake und Real zu unterscheiden. Und leider nehmen wir uns auch die Zeit nicht mehr um verschiedene Meinungen dazu zu lesen. Wir haben vergessen Zwischen den Zeilen zu Lesen und das wird für uns Gefährlich den wir lassen uns zu schnell blenden.
    • Magnum 23.08.2019 10:58
      Highlight Highlight Da schmeisst Du aber ganz gehörig mit Whataboutismen um Dich.

      Zum Sachverhalt: Auf von China orchestrierten, nun gesperrten Twitteraccounts wurden Pro-Demokratie-Demonstranten als Küchenschaben dargestellt. Das ist an Diffamierung schon eine Stufe zu weit und rechtfertigt die Sperrung solcher Accounts. Erst recht, wenn sich zeigt, dass diese koordiniert mit anderen vorgehen. Und vor dem Hintergrund, dass normale Chinesen Twitter nicht nutzen dürfen und können - die Great Firewall lässt grüssen. Die SoMe-Netzwerke sollten noch weit härter gegen Chinas Trollarmeen durchgreifen.
    • DjRedflame 23.08.2019 13:12
      Highlight Highlight Hmm. Die Amis haben die Daten ausgewertet und gezielt Propaganda gemacht um Wähler zu Manipulieren, so wurde den einten eine Version verkauft den anderen die andere, so quasi jedem das geben was sie möchten und dan mach ich das was ich möchte. Wie gesagt Fake News sind immer scheisse aber es sollte bei allen gleich umgegangen werden. Geh mal au Youtube und schau dir die Videos zu Politischen Themen aus der Schweiz, da wird manchmal bulshit erzählt das sich die Balken biegen. Und nur weil die Bevölkerung kein Zugriff zu Twitter hat heisst noch lange nicht dass dies die Regierung nicht hat.
    • Magnum 23.08.2019 14:16
      Highlight Highlight Da die Bevölkerung ohne Nutzung von strikt regulierten und grösstenteils verbotenen VPN-Diensten keinen Zugriff zu Twitter hat, legt eben gerade nahe, dass es sich bei chinesischen Twitterusern um Akteure im Auftrag des Staats handelt - auch bekannt als «wu mao» oder «fifty cent army». Der chinesische Staat unterhält eigene Cyberabteilungen der Volksbefreiungsarmee (die periodisch Teile des Volks von den Mühen der irdischen Existenz befreit), die nur irreführende Propaganda betreiben. Dein Vergleich mit Schweizer YouTube-Kanälen ist daher für mich ein weiterer, grotesker Whataboutismus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 23.08.2019 06:03
    Highlight Highlight Kurz gesagt, Kanäle die zeigen, dass die Demonstranten auch gewalttätig sind werden gelöscht. Man könnte fast annehmen, dass Youtube, Facebook und Twitter partei für die Demonstranten ergreifen. Sollten die nicht neutral sein?
  • Die_andere_Perspektive 23.08.2019 06:01
    Highlight Highlight Diese Entwicklung empfinde ich als äusserst gefährlich...
    • Majoras Maske 23.08.2019 06:52
      Highlight Highlight Hier muss man fragen was wichtiger ist: Darf jeder uneingeschränkt sagen was er will? Muss man auch realitätsverfremdete Propaganda tolierieren, welche vermutlich ein gewaltsames und blutiges Eingreifen Chinas in Hongkong schon mal moralisch legitimiert?
      Hetze in sozialen Medien hat in Asien schon zu Morden und Vertreibung geführt. Es ist richtig, wenn die sozialen Medien ihre Verantwortung ernst nehmen.
    • walsi 23.08.2019 07:02
      Highlight Highlight @Major: Freie Meinungsäußerung bedeutet, dass jeder sagen darf was er will. Besonders dann, wenn das Geäusserte nicht jedem gefällt. Somit ist deine Eingangsfrage mit ja zu beantworten.
    • Frankygoes 23.08.2019 07:11
      Highlight Highlight Die Meinungsfreiheit ist doch nicht das Problem. Hier kommt aber politische Propaganda als Meinungsäusserung getarnt daher. Das ist dann schon geährlicher. Wie soll man Propaganda von Meinung unterscheiden können?
      Alle Grossmächte betreiben diese Art von Manipulation. Nur, haben gekaufte/manipulierte Artikel früher nur einen Teil der Menschen erreicht, erreichen moderne online-Medien viele Menschen innert einer kurzen Zeit. Schon heikel.
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