International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
abspielen

Die Pressekonferenz im Re-Live. Video: YouTube/Sky News

Donald Trump: «IS-Anführer al-Bagdadi starb als Feigling»

Der Anführer der radikal-islamischen IS-Miliz Abu Bakr al-Bagdadi ist bei einem Einsatz des US-Militärs im Nordwesten Syriens getötet worden. Das sagte US-Präsident Donald Trump am Sonntag in einer Rede im Weissen Haus.



Die US-Spezialeinheiten hätten die Mission in einer «gefährlichen und riskanten Nachtaktion» erfolgreich durchgeführt, sagte Trump. Kein US-Soldat sei dabei verletzt, aber viele Anhänger und Kämpfer Bagdadis getötet worden. Elf Kinder hätten evakuiert werden können.

Er habe eine Grossteil des Einsatzes live mitverfolgt, sagte Trump und sprach von einem «unglaublichen Einsatz» der US-Einheiten. Bagdadi sei zusammen mit drei Kindern in einen Tunnel geflüchtet und dort von Hunden aufgespürt worden. In der Folge habe er eine Sprengstoffweste gezündet und sich und die drei Kinder getötet.

Bagdadis Körper sei dadurch zwar verstümmelt worden und der Tunnel sei eingestürzt, doch Testresultate hätten «sofort, sicher und positiv» bestätigt, dass es sich bei dem Toten um al-Bagdadi handelte. «Er war es», sagte Trump.

Laut Schilderung des US-Präsidenten waren acht US-Helikopter an dem Einsatz beteiligt. Die Spezialeinheiten hielten sich demnach etwa zwei Stunden auf dem Anwesen auf. Dabei hätten sie wichtiges Material gefunden, auch solches über die «Zukunftspläne» des IS.

Der Kommandant der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), Maslum Abdi, schrieb auf Twitter, Bagdadis Tod sei das Ergebnis einer über fünf Monate andauernden Geheimdienstzusammenarbeit gewesen. Der IS-Chef sei dann bei einer gemeinsamen Operation getötet worden.

Einer der meistgesuchten Terroristen

Der Aufenthaltsort des bereits mehrfach für tot erklärten IS-Chefs war bisher unbekannt. Mit dem von den USA ausgesetzten Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ist Al-Bagdadi einer der meistgesuchten Terroristen der Welt gewesen. Zuletzt hatte der IS im April ein Video mit Al-Bagdadi verbreitet, in dem er dem Westen mit Angriffen drohte.

Ein Archivbild auf einer IS-Webseite zeigt den IS-Gründer und IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi, der sich gemäss US-Präsident Trump bei einem US-Einsatz selber in die Luft sprengte.

IS-Gründer und Anführer Abu bakr al-Bagdadi. Bild: AP Al-Furqan media

Details über die Biografie von Abu Bakr al-Bagdadi, den selbst ernannten «Kalifen Ibrahim», sind mit Vorsicht zu geniessen. Häufig lassen sie sich nicht verifizieren. Lange Zeit wusste kaum jemand, wie der Chef der Terrormiliz IS aussieht, da es nur zwei Fotos von ihm gab.

Wenige Tage nach Ausrufung des Kalifats Ende Juni 2014 tauchte er dann völlig überraschend in einer Moschee in der nordirakischen Stadt Mossul auf, wo er die Freitagspredigt hielt. Danach aber zeigte er sich lange nicht mehr.

Immer wieder gab es Gerüchte, er sei bei Angriffen verletzt oder sogar getötet worden. Erst im April - nach dem endgültigen Zerfall des vom IS ausgerufenen Kalifats - zeigte er sich noch ein zweites Mal in einem Video. Zwischendurch verbreitete der IS vereinzelt Audio-Botschaften seines Anführers.

Von Al-Kaida zum IS

Al-Bagdadi wurde 1971 in der irakischen Stadt Samarra geboren. An der Universität Bagdad machte er einen Abschluss in Islamischen Studien. Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 sass er eine Zeit lang in einem US-Gefängnis im Irak.

Im Jahr 2010 übernahm Al-Bagdadi die Führung des Al-Kaida-Ablegers im Irak, der damals noch «Islamischer Staat im Irak» hiess. Nach und nach begann die Gruppe, sich nach Syrien auszudehnen. Darüber brach Al-Bagdadi mit Al-Kaida, weil er nicht die Forderung der Führung des Terrornetzwerkes akzeptieren wollte, sich auf den Irak zu beschränken.

Mit Ausrufung des Kalifats benannte sich die Terrormiliz in Islamischer Staat um. Damit verbunden war der Anspruch, alle Muslime weltweit zu vereinen und zu führen. Nach und nach verlor der IS jedoch sein Herrschaftsgebiet im Irak und in Syrien wieder. Offiziell galt der IS mit dem Fall seines letztes Rückzugsorts im ostsyrischen Baghus als besiegt.

Noch vor wenigen Monaten ging die von den USA geführte Anti-IS-Koalition aber in einem Bericht davon aus, dass sich noch zwischen 14'000 und 18'000 IS-Angehörige im früheren Herrschaftsgebiet der Extremisten zwischen Syrien und dem Irak aufhalten sollen. Mittlerweile sind IS-Ableger in zahlreichen Ländern aktiv. (bal/sda/dpa/afp/reuters)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

IS-Chef al-Baghdadis Gefängnisakte

«Historisches Verbrechen»

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

44
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 28.10.2019 12:38
    Highlight Highlight Ist noch lustig, dass hier so viele ausrufen, weil Trump nicht nach Vietnam ging. Gar nicht gewusst, dass hier so viele Fans von Krieg und Militär sind...
  • Jörg K. 27.10.2019 21:15
    Highlight Highlight Der Typ lebte sicher schon viele Jahre im Schutz der Türkei und wollte grad mal wieder drüben in Deckung gehen.
  • Jörg K. 27.10.2019 20:58
    Highlight Highlight Trump bringt es auf den Punkt. Ein niederträchtiger, bösartiger Völkermörder winselt um sein dreckiges Leben. Hoffentlich werden alle Verantwortlichen, auch die Frauen so behandelt. Ich will keinesfalls, das solche Leute die Chance haben, in unserem weichgespülten Justiz- und Politikbetrieb die Chance haben ungestraft davonzukommen.
  • Ueli der Knecht 27.10.2019 19:53
    Highlight Highlight Man kann eine Ideologie nicht mit Waffen besiegen.
    • Ueli der Knecht 28.10.2019 18:36
      Highlight Highlight Das behauptete ich nicht, Cédric.

      Nicht gute oder beschwichtigende Worte versprechen Besserung, sondern harte, sowie eine konsequente Haltung.

      Ich meine, Ideologie lässt sich nur mit Ideologie besiegen, und zwar am besten mit derjenigen, die man besiegen will.

      Aus meiner Erfahrung glauben Ideologen stets, sie seien die Gute, womit sie oft alles mögliche Böse und Unrecht rechtfertigen (du gehörst auch zu denen).

      Es gibt daher auch bei den Bösen und Unmoralischen etwas Gutes, womit man sie überzeugen kann.

      So wie bei Ying und Yang: Selbst im dunkelsten Schwarz gibt es einen weissen Punkt.
  • Roblock 27.10.2019 19:22
    Highlight Highlight Wow. 8 Helikopter nur um einen Feigling zu killen.
  • Butzdi 27.10.2019 19:16
    Highlight Highlight Trump war bewiesenermassen (Press Pool reports) zur Zeit des Raids auf dem Golfplatz und hat danach ein Photo gestellt (gefaked) wo er dem Raid ‘zusah’. Das ist ganz tief. Zudem hat er zuerst Russland informiert und erst später seinen eigenen Kongress...
    Benutzer Bild
  • Youri 27.10.2019 18:58
    Highlight Highlight I like 😆👍
  • Denk nach 27.10.2019 18:50
    Highlight Highlight Die Erfolsmeldung war jetzt aber wichtig für Kurden und Amis... Immer diese Zufälle
  • DaveKnobs 27.10.2019 18:45
    Highlight Highlight Der Typ versucht wirklich alles um vom Impeachment abzulenken...
  • Yogi Bär 27.10.2019 18:41
    Highlight Highlight Der eine starb als Feigling der andere wird einmal als Vollpfosten sterben, na was solls....
  • Farang Gringo 27.10.2019 18:37
    Highlight Highlight Klar, noch schnell eine Sprengstoffweste überziehen bevor man durch ein Tunnel flüchtet
  • Thinkdeeper 27.10.2019 18:20
    Highlight Highlight Wirklich ?....Dann gratulation den SEALs
    War er nicht schon Tod? Bevor sie feige den Schwanz ein- und abzogen wurde Badgadi nie gesichtet?

    Ist es Racivs Geschenk für Verrat und das zusammenstehen gegen die verhassten Demokraten und die Erlaubnis gegen die Kurden vorzugehen?

    Käme Trumpel gelegen um von Impeachment, Verrat, Nötigung und Unvermögen abzulenken. Wie er selber schrieb ich kandidiere für GOP, die sind dumm genug mich zu wählen. Hoffentlich nicht und baldiges, erfolgreiches impeachement.

    Diese Art ist Garantie für ein weiteres 9/11. Bösartigkeit kommt zurück.

  • Gummibär 27.10.2019 17:52
    Highlight Highlight Präsident Obama teilt mit, dass Osama bin Laden getötet wurde........... 9 Minuten.
    Präsident Trump teilt mit, dass Abū Bakr al-Baghdadi getötet wurde ..............60 Minuten.

    Es fehlt der Mann/die Frau im Hintergrund der oder die den Stecker zieht wenn es allzu peinlich wird.

    Persönlich würde es mich freuen wenn auch der Spürhund, der im Einsatz war, unverletzt zur Basis zurückkehren durfte.
    • Gummibär 27.10.2019 20:46
      Highlight Highlight Ein auf 600 Zeichen beschränkter Post muss plakativ sein. Er eignet sich nicht für eine Dissertation über den Kommunikationsstil zweier Präsidenten.
      Danke für den Bericht über den Hund.
  • Fischra 27.10.2019 17:44
    Highlight Highlight Der grösste Erfolg in der Terrorbekämpfung seit es Terroristen gibt. Verkündet vom besten Präsidenten den es jemals gab. Oder nicht einfach ein wenig Lektüre von zwei Idioten?
  • Mace82 27.10.2019 17:39
    Highlight Highlight Meine Gedanken sind bei den Hunde die höchstwahrscheinlich nicht wieder aus der Höhle gekommen sind. Traurig das sie nicht als Soldat gezählt werden.
  • Sa Tiin 27.10.2019 17:33
    Highlight Highlight Was genau hat den die Türkei da gemacht ausser Kurden abzuschlachten und die IS Kämpfer aus den von Kurden bewachten Gefängnissen zu befreien? Und die, die ihm geholfen haben werden zuletzt erwähnt kurz am Rande. Tfuuuuu am liebsten sollte man den typen anspucken.
    Lasst euch nicht zum Narren halten.
    1. wieso wird Baghdadi genau JETZT gefunden?
    2. perfekt, zu behaupten er hat sich in die Luft gesprängt. Denn so muss man niemandem eine Leiche präsentieren. So war das beim Obama nicht ! Auch Bush musste Saddam nicht verstecken. Wieso wohl?
    Das stinkt zum Himmel !!!!
    • bigbackclock 27.10.2019 18:05
      Highlight Highlight Zu Punkt 1 deiner Liste:
      über 6000 Daesh Terroristen gehen auf das Konto der Türkei. Das ist mit Abstand die höchste Zahl an Eliminierungen in der anti IS Koalition. Auch in Sachen Opfern ist die Türkei das Land mit den Höchsten Zahlen. Bei Anschlägen durch IS kamen über 300 türkische Zivilisten ums Leben.
      https://en.m.wikipedia.org/wiki/Turkey%E2%80%93ISIL_conflict
  • ujay 27.10.2019 17:23
    Highlight Highlight Trump, der Feigling, der sich um die Einberufung nach Vietnam gemogelt hat, sollte vielleicht mal die Klappe halten....es kommt alles zurück!
    • Mia_san_mia 27.10.2019 18:17
      Highlight Highlight Hey hallo, da ist ja mal ausnahmsweise etwas gutes passiert.
    • Farang Gringo 27.10.2019 19:17
      Highlight Highlight aha du der Held wärst in diesen Krieg gezogen? Ging ja nicht darum sein Land und Leute zu verteidigen. Dem sinnlosen Tod entgehen zu wollen kann ich durchaus nachvollziehen
    • Jo Blocher 28.10.2019 03:42
      Highlight Highlight Hey Gringo, dein Held Donald hat sich als Superpatriot nicht aus ideologischen Gründen vor der Einberufung gedrückt. So sieht reine Feigheit aus!
  • Raphael Stein 27.10.2019 17:17
    Highlight Highlight Ich glaub denen vorläufig kein Wort.
  • azoui 27.10.2019 17:12
    Highlight Highlight <<Bagdadis Körper sei dadurch zwar verstümmelt worden...... doch Testresultate hätten «sofort, sicher und positiv» bestätigt, dass es sich bei dem Toten um al-Bagdadi handelte.>>

    Musste sich dieses Mal kein Seal neben die Leiche legen, um anhand der Grösse, die Leiche zu identifizieren, wie bei Bin Laden......
  • Basswow 27.10.2019 17:11
    Highlight Highlight Hat das der Held und mutige 🍊 wirklich gesagt?
  • äti 27.10.2019 17:05
    Highlight Highlight Warum glaube ich Trump einfach nichts?
    • Arthur Sunil 27.10.2019 19:17
      Highlight Highlight Weil du wie die meisten hier am Trump-Derangement-Syndrome leidest?
    • äti 27.10.2019 22:34
      Highlight Highlight Oder weil er den Rekord in Lügen hält?
  • Paddiesli 27.10.2019 16:11
    Highlight Highlight Kann der Typ sich nicht mal in seinen Aussagen zügeln? Wenn er Baghdadi jetzt öffentlich als Feigling bezeichnet, schürt er noch mehr Hass gegen den Westen, vornehmlich die USA. Das heizt den IS noch mehr an.
    Oder will er das, damit die Welt weiter Waffen herstellen und fragwürdige Länder zu verkaufen?
    Hey, Ueli! Mas machst du gerade wieder in den Emiraten?
    • Peter von der Flue 27.10.2019 16:32
      Highlight Highlight Wie würdest du jemanden nennen, der tausende Menschen auf dem Gewissen hat und nun sich und seine Kinder gerichtet hat. Liebenden Vater der bis zum Ende gekämpft hat?
    • Fabio Haller 27.10.2019 16:46
      Highlight Highlight @Peter von der Flue

      Vielleicht nicht seine Redezeit mit Beleidigungen eines Toten verschwenden sondern sich an die Nation und an die Verbündeten wenden.
    • Paddiesli 27.10.2019 16:51
      Highlight Highlight @Peter, jedenfalls nicht so protzerisch und provozierend, so viel ist sicher. Man kann andere Worte wählen derart öffentlich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Schlange12 27.10.2019 16:01
    Highlight Highlight @ Watson
    Sie hießen auch mal ISIS (Islamischer Stadt im Irak und Syrian.
    • Miguel70 27.10.2019 17:30
      Highlight Highlight Staat nicht Stadt

Die vergessenen Jahre des Terrors: In den 70ern und 80ern zogen Terroristen eine Blutspur durch Europa

Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Manchester 2017.

Zusammenfassung: In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2015 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Hauptsächlich aufgrund der Attentate in Paris und Nizza stieg die Opferzahl zuletzt wieder auf rund 150 Menschen pro Jahr, sprich auf das Niveau der 80er-Jahre. Weltweit nimmt der Terrorismus seit 2005 zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel