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Von wegen «Fake»-CNN-Wahlumfragen – auch diese 7 Polls dürften Trump ärgern

Zuerst die fatale Coronakrise, jetzt die Proteste gegen Polizeigewalt: Die USA sind in Aufruhr. Und es wird noch hektischer – im November findet die US-Präsidentschaftswahl statt. Wer hat dabei die Nase vorn?



CNN veröffentlichte kürzlich neue Umfrageergebnisse, die schlecht für Trump aussehen. Ganze 14 Prozent liegt er hinter seinem demokratischen Rivalen. Die Umfrage erzürnte den amerikanischen Präsidenten so sehr, dass gar rechtliche Schritte gegen CNN angedroht wurden – die Zahlen seien zwecks Wählermanipulation verändert worden.

Ist da was dran? Wir haben die neuesten Umfragen aus dem Juni zusammengetragen. So sieht's aus:

Ipsos/Reuters

Die Umfrage von Ipsos gibt aber noch weitere interessante Einblicke in das Denken der US-Wähler. So ist derzeit das wichtigste Problem nach Ansicht der US-Amerikaner der Zustand der Wirtschaft, gefolgt vom Gesundheitswesen (beide knapp über 20 Prozent). Auf dem dritten Platz ist die Arbeitslosigkeit (um die 10 Prozent) und erst abgeschlagen bei fünf und weniger Prozent Immigration und Terrorismus. Hier liegt wohl Trump leicht im Vorteil: über 50 Prozent finden, dass Trump der Wirtschaft und den Arbeitslosenzahlen gut tut.

Economist/YouGov

CNN

Diese Umfrage hat Trump besonders genervt: Sie sieht Biden ganze 14 Prozent im Vorsprung.

NPR/PBS/Marist

Emerson

Die Umfrage von Emerson fand zusätzlich ein paar interessante Punkte: Trotz der Führung von Biden gehen die meisten davon aus, dass Trump gewinnt (53 Prozent). Zusätzlich hat Trump die überzeugteren Fans: 69 Prozent gaben an, dass sie sehr begeistert seien, Trump zu unterstützen – bei Biden sind es 55 Prozent.

IBD/TIPP

NBC News/Wall Street Journal

Fox News

Obwohl ein bisschen älter als der Rest der Umfragen, haben wir der Vollständigkeit halber auch das Poll von Trumps (Ex-?)Lieblingssender eingebettet.

*Die Bewertung der Qualität der Umfragen gibt die amerikanische Nachrichtenseite FiveThirtyEight vor und reicht von A+ bis F. Hier geht's zu den Ratings.

Wie beliebt ist eigentlich Trump?

Bild

screenshot: fivethirtyeight.com

Die Zustimmung zur Politik von Präsident Trump litt in den Monaten merklich. Allerdings sind die Zustimmungswerte nicht so übel wie etwa im Dezember 2017, als Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn im Zuge der Russland-Affäre ein Geständnis ablegte. Damals lagen seine Zustimmungswerte bei nur 37 Prozent.

Die Coronakrise und die Unruhen rund um die Proteste gegen Polizeigewalt haben aber auch einen sichtbaren Einfluss, derzeit liegt die Zustimmung zu Trump bei 41,1 Prozent.

Das muss aber nicht zwingend viel bedeuten, auch Obamas Zustimmungswerte und diejenigen von Bush Jr. waren zum selben Zeitpunkt ihrer Präsidentschaft unter 50 Prozent – und sie wurden trotzdem im darauffolgenden Herbst gewählt. Clinton und Reagan waren über 50 Prozent und wurden wiedergewählt.

Sollten Trumps Werte aber noch weiter sinken, sollte er sich langsam ernsthaft Sorgen machen: Bush Senior und Jimmy Carter hatten nur leicht tiefere Werte und erreichten keine zweite Amtszeit.

Wer die Daten genauer anschauen will: Hier sind sie interaktiv aufgearbeitet.

Biden vs. Trump während der letzten Monate

Bild

Die Veränderung zwischen März und Mai. screenshot: new york times

Was ebenfalls derzeit klar zu sehen ist: Joe Biden ist im Momentum. Gemäss dem Durchschnitt der letzten Polls führt er etwa 10 Punkte vor Trump, ein Anstieg um vier Punkte, schreibt etwa die New York Times. Die renommierte Zeitung weiter:

«Die Welle neuer Umfragen zeigt, dass Joe Biden auf nationaler Ebene eine bedeutende Führungsrolle innehat, was ihn in eine stärkere Position versetzt, einen amtierenden Präsidenten zu stürzen, als jeder andere Herausforderer seit Bill Clinton im Sommer 1992.»

Was die neuesten Polls aber auch zeigen: Die Wähler wollen nicht primär Joe Biden als Präsidenten – sie wollen einfach nicht noch einmal vier Jahre Trump. Und dennoch: Der letzte Wahlkampf zeigte eindrücklich, dass man gute Poll-Werte nicht automatisch in einen Sieg ummünzen kann.

Wer wird im November 2020 zum Präsidenten gewählt?

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jonas3344 12.06.2020 09:40
    Highlight Highlight Auch spannend: Kippt der Senat?
    Die Demokraten dürften einen Sitz in Alabama verlieren. Dürften aber 2 Sitze in Arizona und Colorado auf sicher haben. Zusätzlich hats einige republikanisch gehaltene Sitze welche hart umkämpft sind. 3 weitere Sitze müssten die Demokraten holen für eine Mehrheit. Die Chancen dazu sind sicher da.
  • Ökonometriker 12.06.2020 07:53
    Highlight Highlight Man darf aber nicht vergessen, wie das US-Wahlsystem funktioniert. Trump muss v.a. in den Swing States gewinnen um Präsi zu bleiben - und dort nur knapp. Wenn er in den ohnehin demokratischen Grossstädten haushoch verliert, macht das keinen Unterschied (the winner takes it all).
    Trump wurde ja bereits vor vier Jahren nicht von der Mehrheit gewählt...
    • jonas3344 12.06.2020 09:32
      Highlight Highlight Das stimmt, die lokalen Polls sind entscheidender als die landesweiten. Aber auch dort deuten die Polls stark in Richtung Biden. Aber bis November fliesst noch viel Wasser den Mississippi runter.
    • Ökonometriker 12.06.2020 10:06
      Highlight Highlight @jonas: wär' mal toll, wenn man hier demographisch und geographisch gewichtete Umfragen machen würde, um die Wahrscheinlichkeiten für die Wahlergebnisse besser evaluieren zu können. Aber dann muss die Stichprobe beträchtlich grösser sein...
  • Democracy Now 11.06.2020 23:41
    Highlight Highlight "Die Umfrage erzürnte den amerikanischen Präsidenten so sehr, dass gar rechtliche Schritte gegen CNN angedroht wurden..."

    Logisch. Die schlechten Umfragen dürfen nicht sein. Ansonsten wird der geplante Wahlbetrug im November zu offensichtlich.

    https://www.nytimes.com/2020/04/11/opinion/sunday/republicans-voter-suppression.html
  • Randy Orton 11.06.2020 23:25
    Highlight Highlight Super Beitrag, vielen Dank für die sachliche Aufarbeitung.
  • Back in Time 11.06.2020 22:50
    Highlight Highlight Mir ist gerade etwas klar geworden: Donald Trump ist die absolute 100%-Inkarnation einer Karen. Der Urtyp der Karen. Eigentlich müsste man das Karen-Meme in Trump-Meme umbenennen. Oder Donald-Meme? Es gibt wohl keine grössere und schrecklichere Karen auf der ganzen Welt als Donald Trump.
    • CalibriLight 12.06.2020 05:40
      Highlight Highlight Eine gute Idee. Nichts dürfte Bunker Boy mehr ärgern, als mit einer Frau verglichen zu werden.
    • Randy Orton 12.06.2020 09:29
      Highlight Highlight So?
      Benutzer Bild
  • General Flynn 11.06.2020 22:23
    Highlight Highlight Hauptsache Trump gewinnt🙏 und das wird er ;) einfach ein grossartiger und toller Mann.
    • ChlyklassSFI 13.06.2020 08:56
      Highlight Highlight Und seine Hände sind riesig.
  • Randalf 11.06.2020 22:22
    Highlight Highlight
    Ich gehe davon aus, dass bei der Umfrage 1 von Reuters die Monatsdaten falsch angegeben wurden.
    Die Werte werden D. T. sicher nicht erfreuen, er ist jedoch auch immer für eine Überraschung gut. Wir werden es sehen.
  • Buddhatwig (1) 11.06.2020 21:18
    Highlight Highlight Nee… das reicht nicht. So sah es aus auch in 2016. jetzt wird es noch schwieriger…
  • John Galt 11.06.2020 21:16
    Highlight Highlight Was auch bemerkenswert sind die vielen Umfragen die Biden bei etwa 50% zeigen; das heisst, Trump reicht es nicht die unentschlossenen für sich zu gewinnen, er muss sogar Wähler von Biden umstimmen.

    Ein weiterer Punkt der Trump zu denken geben sollte ist die Umfrage „Direction of the Country“, Mitte März noch war es 40 right : 55 wrong (-15%), jetzt sind es 28:66 (-36%).

    Das letzte Mal dass es einen positiven Wert gab, war bei Obamas Amtsantritt...
  • Das Auge des Argus 11.06.2020 21:02
    Highlight Highlight Ein perverses Land mit einem perversen Wahlsystem wird ein perverses Resultat produzieren: Frump!
  • Jokaero 11.06.2020 20:45
    Highlight Highlight Alle Samplegrössen sind um 1000 rum. Reicht das wirklich um mehr als 250 Millionen potentielle Wähler in solch einer diversifizierten Bevölkerung aussagekräftig zu repräsentieren? Hoffentlich schon.
  • Füürtüfäli 11.06.2020 20:04
    Highlight Highlight 2/2
    Die Lokal- und Vorwahlen in Georgia zeigen wohin die Reise geht, die Republikaner haben kurzerhand zahlreiche Wahllokale in Gebieten geschlossen wo überwiegend Demokraten/Schwarze wohnen, es bildeten sich extrem lange Schlangen bei den verbliebenen Wahllokalen mit Wartezeiten von drei und mehr Stunden, was zu einer niedrigeren Wahlbeteiligung in diesen Gebieten führt.

    https://twitter.com/nytimes/status/…9033007106
  • Füürtüfäli 11.06.2020 20:04
    Highlight Highlight 1/2
    Fakt 1: Die Mehrheit ist gegen Trump.
    Fakt 2: Die Mehrheit wird womöglich die Wahl nicht entscheiden. Und damit meine ich nicht unbedingt das Wahlmännersystem (wobei er davon auch erneut profitieren könnte) sondern dass von dieser Mehrheit nicht alle die Gelegenheit haben werden bei der Wahl im November ihre Stimme abzugeben.


    • Levi Vodica 12.06.2020 03:25
      Highlight Highlight Wie meinst du das mit der Gelegenheit?
  • Basti Spiesser 11.06.2020 19:59
    Highlight Highlight Wie war die Stimmverteilung in der Vorwahlen in Giorgia? Wieviel hat Trump erhalten und wieviel die Demokraten?
  • CalibriLight 11.06.2020 19:58
    Highlight Highlight Spannend ist der graue Balkenanteil mit der "anderen Aussage". Da kann noch alles kippen: Es ist noch sehr offen.
    Leider.
  • Pascal91 11.06.2020 19:51
    Highlight Highlight Gsnz ehrlich... Wieviel Bürger hat die USA? 360 Millionen (hab das jetzt nicht gegoogelt)? Eone Umfrage unter ~1000 registrierten Wählern ist einfach irrelevant. Auch wenn ich die Ergebnisse gerne glauben würde ☹️
  • Hillary Clinton 11.06.2020 19:48
    Highlight Highlight Nach 2016 sage ich nur:

    Mittwoch, 4. November haben wir eine Antwort.
  • Joe 'Barack America' Biden 11.06.2020 19:45
    Highlight Highlight Ich tippe zwar auch auf "eher Biden" bei der Vorhersage, muss aber klar sagen: Ich traue absolut keiner US-Meinungsumfrage zu einem Trump Thema, die nicht mindestens gleich anonym und vom Umfang der Fragen her gleich einfach ist wie die offiziellen Wahlen es sein werden.

    Wer sich als Trump Wähler outet, riskiert massive berufliche und soziale Repressalien an sich selber und Familie.

    Das war 2016 schon so und trifft nun noch viel mehr zu als damals.
  • Cpt. Jeppesen 11.06.2020 19:40
    Highlight Highlight 51% bis 55% für Biden im landesweiten Durchschnitt wird nicht reichen. Der Präsident wird vom Electoral Collage gewählt. Und dort die die traditionell roten Staaten aus dem Süden und der Mitte des Landes überrepräsentiert. Nur wenn Texas und Florida kippen würden, dann könnte es für Biden klappen. Jedoch wird Trump wissen wie er dieses vermeiden kann, haben doch beide Staaten einen Republikanischen Gouverneur. Voter Suppression und Probleme bei der Stimmabgabe, wie vorgestern in Georgia werden es schon richten.
    • Shabaqa 11.06.2020 20:00
      Highlight Highlight Es geht auch ohne Florida und Texas. Wenn Biden Pennsylvania, Wisconsin und Michigan zurückgewinnt, bspw. Wenn er Arizona und North Carolina dreht, kann er auch auf Texas, Florida und Pennsylvania verzichten.

      Wenn er Michigan und Pennsylvania nicht drehen kann, reicht auch Florida nicht.

      Hier, probiers aus:
      https://www.270towin.com/maps/consensus-2020-electoral-map-forecast

      51 bis 55 % deuten aber doch darauf hin, dass Biden in den Swing States die Nase vorne hat. Rote Staaten gewinnen muss er nicht, nur violette.
    • Bynaus 11.06.2020 20:33
      Highlight Highlight 55% fur Biden reicht sicher. Bei 51% kommts auf die Verteilung der Stimmen an. Trump kann mit seiner "Basis" alleine nicht gewinnen. Er muss auch Wähler darüber hinaus ansprechen, wenn er gewinnen wird. Bis November ist a er noch eine lange Zeit, da kann viel geschehen.
    • swisskiss 11.06.2020 20:45
      Highlight Highlight Cpt. Jeppesen: Trump ist in Texas, Pennsylvania und North Carolina vorne. Der Rest geht an Biden inkl, Florida. Wenns so bleibt, wird Florida der entscheidende Battelground. Da war doch was? Bush gegen Gore 2000, mit demensprechendem Wahlchaos, dass dazu führte, dass durch Gerichtsentscheide, die die Nachzählung stoppten, Bush zum Präsidenten ernannt wurde. 537 Stimmen Vorsprung und sein Bruder Jeb war Gouverneur.... So macht man Präsidenten.

      Einfach als Reminder, wenn im November wieder das Chaos in gewissen Staaten ausbricht...
    Weitere Antworten anzeigen
  • DerRabe 11.06.2020 19:39
    Highlight Highlight Alles andere als max. 5% Zustimmung für Trump ist schlicht eine Beleidigung für jeden mit Hirn gesegnete Erdenbürger.
  • soulpower 11.06.2020 19:30
    Highlight Highlight Trump hat die Wahl so gut wie verloren. Die Demokraten können sich nur noch selber schlagen, zum Beispiel mit der neuen Debatte über die Abschaffung der Polizei und deren Finanzierung...
  • bruuslii 11.06.2020 19:24
    Highlight Highlight danke für die angaben der quellen.

    wichtiger qualitätsaspekt im modernen/digitalen journalismus. check ✅
    • Mittelpunk0 11.06.2020 20:46
      Highlight Highlight Aber in einer beliebigen Reihenfolge und nicht nach Qualität der Umfrage...

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