Fünf Aspekte im Iran-Krieg, die Trump Kopfzerbrechen bereiten
Am Ende der dritten Kriegswoche häufen sich die Probleme, die Donald Trump sich mit dem Militäreinsatz gegen den Iran eingebrockt hat. Diese fünf Aspekte bereiten dem US-Präsidenten derzeit am meisten Kopfzerbrechen.
Die steigenden Kosten des Krieges
Als der Krieg gegen den Iran begann, sprach der US-Präsident von einem zeitlich begrenzten Einsatz. Donald Trump wollte damit auch die Stimmen im eigenen Lager beruhigen, die «endlosen» militärischen Abenteuern im Nahen Osten skeptisch gegenüber stehen.
Nun aber ist das Pentagon von dieser Sprachregelung abgekommen – weil sich das iranische Regime auch in der dritten Kriegswoche weigert, zu kapitulieren. Der Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Donnerstag, es gebe keine Zeitvorgabe mehr. Dazu passt, dass Hegseths Ministerium die Kosten des Militäreinsatzes auf 200 Milliarden Dollar beziffert – so viel Geld soll der Kongress in einem Nachtragshaushalt bewilligen. «Es braucht Geld, um die Bösen zu töten», sagte Hegseth. Die enorme Summe deutet auf einen mehrmonatigen Krieg hin, kostet der Konflikt doch aktuell 1 Milliarde Dollar pro Tag.
Hegseth: As far as the $200 billion. I think that number could move. Obviously, it takes it takes money to kill bad guys. pic.twitter.com/uN3L6vw08k
— Acyn (@Acyn) March 19, 2026
Die fehlende Hilfe der Verbündeten
Mit ein Grund für die Eskalation: Washington unterliess es, vor Beginn des Iran-Krieges die Verbündeten in Europa und Asien in die Planung einzubeziehen. So wurde Japan vom Angriff auf Teheran überrascht. Das rächt sich jetzt, angesichts der iranischen Blockade der Strasse von Hormus. Über einen Plan B allerdings scheint das Weisse Haus nicht zu verfügen.
Hegseth beschimpfte am Donnerstag erneut die «undankbaren Verbündeten in Europa», die sich weigerten, Trump zu helfen. Der Präsident selbst hatte scharfe Kritik an den Nato-Verbündeten geäussert und gar über den Austritt aus dem Verteidigungsbündnis spekuliert. Derweil zeigte sich der Finanzminister Scott Bessent zuversichtlich, dass «eine Art globale Koalition» bald schon Schiffe durch den Engpass eskortieren werde. Dafür gibt es derzeit keine Anzeichen.
Die Unstimmigkeiten mit Israels Regierung
Für Ärger sorgen in Washington auch die Solo-Läufe des israelischen Verbündeten. So attackierten die Streitkräfte Israels am Mittwoch erneut die Energieinfrastruktur des Irans, obwohl Trump explizit gesagt hatte, solche Missionen seien nicht im Interesse der Kriegsparteien. Die Iraner griffen daraufhin Einrichtungen Katars ein, in denen der Golfstaat Erdgas verflüssigt und zum Export bereitstellt. Das sorgte auf den Energiemärkten erneut für eine Schockreaktion. Trump sagte am Donnerstag dazu, er habe den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu dazu aufgefordert, auf solche Attacken zu verzichten. «Mach' das nicht!», soll Trump gesagt haben.
Q: Did you talk to Netanyahu about attacking the oil and gas fields?
— Aaron Rupar (@atrupar) March 19, 2026
TRUMP: Yeah I do. I did him, 'don't do that.' And he won't do that. pic.twitter.com/VYdPp302vr
Der interne Widerstand wird lauter
Die hohen Benzinpreise und die drohenden Dünger-Engpässe in der Landwirtschaft treffen zwar die Kern-Anhängerschaft Trumps in den USA stark. Noch unterstützen die «Make America Great Again»-Wählerinnen und -Wähler aber den Präsidenten. Das könnte sich ändern, falls Trump ein weiteres Tabu bricht und US-Bodentruppen im Iran einsetzt – beispielsweise um die Strasse von Hormus zu sichern. Das würden ihm viele Anhänger nicht verzeihen.
Schon jetzt behaupten einflussreiche Stimmen im Maga-Lager, dass Netanyahu den US-Präsidenten am Gängelband führe. So hatte der Kommentator Tucker Carlson am Mittwoch Joe Kent in seiner Sendung zu Gast, den Antiterror-Koordinator der Regierung Trump, der am Montag aus Protest gegen den Krieg zurückgetreten war. Kent wiederholte den (unbewiesenen) Vorwurf, Netanyahu habe Trump in den Krieg hineingezogen.
Die drohende Abstrafung durch die Wähler
Derweil gibt es keine Hinweise darauf, dass die Republikaner im Kongress den Iran-Krieg stoppen wollen. Zuletzt sprach sich der Senat am Mittwoch mit 53 zu 47 Stimmen dagegen aus, den Präsidenten dazu aufzufordern, den Krieg zu beenden.
Aber diese Einigkeit könnte bröckeln, sollte der Krieg wirklich noch Monate andauern. Denn im November stehen Parlamentswahlen an, und republikanische Abgeordnete haben Angst, an der Urne abgestraft zu werden. Die Zustimmungswerte für Trump sind seit Beginn des Krieges gefallen. Derzeit unterstützen ihn noch 40 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner. (aargauerzeitung.ch)

