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Orban lobt Trump als Präsident des Friedens: Trump setzt noch einen drauf

epa11208138 A handout photo made available by the Hungarian Prime Minister's Office shows ..former US President and Republican presidential candidate Donald Trump (R) and Hungarian Prime Minister ...
Viktor Orban und Donald Trump halten regelmässig öffentliche Lobreden übereinander.Bild: keystone

Orban lobt Trump als «Präsident des Friedens» – Trump setzt noch einen obendrauf

10.03.2024, 12:4010.03.2024, 14:28
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Nach einem Treffen inmitten des US-Wahlkampfes haben sich der frühere US-Präsident Donald Trump und Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orban gegenseitig mit Lobeshymnen bedacht. Orban pries Trump als «Präsidenten des Friedens», während der Amerikaner den Ungarn wiederum als «besten Führer» überhaupt rühmte. Beide Politiker hatten sich am Freitag in Trumps Residenz Mar-a-Lago in Palm Beach in Florida getroffen.

«Wir Ungarn haben nur eines zu tun, nämlich ehrlich zuzugeben: Die Welt wäre besser und für Ungarn wäre es besser, wenn Herr Präsident Donald Trump (an die Macht) zurückkehren würde.», sagte Orban anschliessend in einer Videobotschaft auf Facebook. Während Trumps Amtszeit habe im Nahen Osten und in der Ukraine Frieden geherrscht. Diese Kriege gäbe es heute nicht, wenn Trump US-Präsident wäre. Trump habe «in der Welt Respekt geboten und damit die Voraussetzungen für den Frieden geschaffen». Von einer Wiederkehr Trumps ins Weisse Haus verspreche er sich zudem ein Aufleben der bilateralen Handelsbeziehungen.

Trump: «Niemand ist schlauer oder ein besserer Anführer als Viktor Orbán»

Trump äusserte sich bei einem Besuch mit seinem Budapester Gast in einem exklusiven Club in Palm Beach, in dem es ein Popmusik-Konzert gab. «Es gibt niemanden, der besser, klüger oder ein besserer Führer ist als Viktor Orban - er ist fantastisch», sagte Trump auf der Bühne des Clubs, wie ein Video zeigt, das Ungarns Premier auf seiner Facebook-Seite postete. «Er ist eine unumstrittene Figur, denn er sagt: So wird es sein und damit Schluss, nicht wahr? Er ist der Chef. (...) Er wird auf der ganzen Welt respektiert», fügte Trump hinzu.

Mit dabei in Mar-a-Lago war auch Aussenminister Peter Szijjarto. Vor dem Treffen mit Trump hatte Orban einen Auftritt bei der konservativen Heritage Foundation in Washington sowie eine Begegnung mit Trumps früherem Berater, dem ultrarechten Publizisten Steve Bannon.

Biden über Trump: «Er ist gefährlich»

US-Präsident Joe Biden kritisierte das Treffen am Samstagabend (Ortszeit) in einem Interview des US-Senders MSNBC deutlich. Über Orban sagte er auf Nachfrage: «Er ist Mitglied der Nato, aber er sagt, er glaubt nicht an Demokratie.» Biden verwies in diesem Kontext auch auf Kommentare Trumps zur Nato von Mitte Februar, als der Republikaner erneut die Nato-Beistandspflicht für säumige Bündnispartner infrage gestellt hatte. «Schauen Sie, was er tut», mahnte Biden am Samstag mit Blick auf Trump. «Er ist gefährlich.»

Trump und Orban halten regelmässig öffentliche Lobreden übereinander. Orban war der einzige Regierungschef eines EU-Landes, der sich bereits vor Trumps Wahl zum Präsidenten 2016 offen zur Unterstützung des Republikaners bekannte. Die beiden Rechtspopulisten haben politisch viel gemeinsam. Trumps ehemaliger Chefberater Bannon bezeichnete den Ungarn einmal als «Trump vor Trump». Orban regiert in Ungarn schon seit 2010. Trump wiederum hat ein Faible für Autokraten. Daraus hat er nie einen Hehl gemacht.

Orban pflegt auch gute Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin. Die Sanktionen des Westens gegen Moskau wegen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine trägt er nur halbherzig mit. Sanktionsbeschlüsse der EU verwässert er häufig mit Veto-Drohungen.

Trump steckt mitten im Präsidentschaftswahlkampf und will im November Amtsinhaber Joe Biden herausfordern. Der Demokrat kritisierte das Treffen Trumps mit Orban. Bei einem Wahlkampfauftritt am Freitagabend (Ortszeit) im Bundesstaat Pennsylvania griff Biden seinen voraussichtlichen Kontrahenten bei der Wahl erneut scharf an und spottete darüber, dass Trump ausgerechnet jenen Regierungschef aus Europa treffe, «der ganz offen erklärt hat, dass er nicht glaubt, dass Demokratie funktioniert». (sda/dpa)

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via cbs miami

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55 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mentos
10.03.2024 13:01registriert Mai 2020
Autokraten wie Orban und Trump sind offensichtlich im Aufwind.
Ist die Demokratie ein Auslaufmodell?
Autokraten versprechen mehr Effizienz durch weniger Demokratie. In Autokratien sind unabhängige Gerichte, Medien und die Zivilgesellschaft bedroht. Wieso schauen Bürger der entsprechenden Länder zu wie, sich Autokraten entwickeln?
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el-pollo-diablo
10.03.2024 13:14registriert Januar 2018
Jaja, das ungarische Wirtschaftswunder. Ohne EU wären die bankrott.
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Jesses Maria
10.03.2024 13:27registriert Januar 2024
Die EU sollte ein Ausschlussverfahren gegen Ungarn eröffnen, schauen wir wie lang Urban dann noch da ist. 🔚

Trump hatte die Wahl schon nicht gewonnen mit den Reps im Rücken, jetzt sind mindestens 30% in der eigenen Partei (im Geheimen ev. sogar mehr) gegen ihn.

Wechelwähler wollen keinen soziopathischen, narzisstischen Verbrecher als Präsident, also bleiben ihm nur noch die MAGA Clowns🥴, die reichen nicht.

☝️ Die über's Festnetz geführten Umfragen taugen nichts, die waren noch nie verlässlich, darum haben je die Dems bei den Zwischenwahlen gut abgeschnitten, trotz schlechter Umfragen.
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