Trumps wollen an Gold Coast Riesen-Turm bauen – die Australier haben gar keine Lust darauf
Die Gold Coast, ein Küstenstreifen mit mehreren Stadtteilen an Australiens Ostküste, steht für Surfer- und Fitnesskultur, sonniges Wetter und kilometerlange Strände. Vor allem aber ist sie bekannt für ihre Hochhäuser – Türme, die in der Sonne glitzern und scheinbar direkt aus der Brandung in den Himmel wachsen.
Nun soll ein weiterer Wolkenkratzer hinzukommen – und zwar der höchste von allen. Er trägt den Namen einer Familie, die nicht nur für spektakuläre Immobilienprojekte steht, sondern in den USA derzeit auch das politische Machtgefüge prägt: Trump.
«Australiens höchstes Gebäude»
Der «Trump International Hotel & Tower» soll demnach auf einem Grundstück in Surfers Paradise, einem bei Touristen beliebten Stadtteil der Gold Coast südlich von Brisbane, entstehen – nur wenige Schritte vom Pazifik entfernt. Mit 335 bis 340 Metern Höhe und 91 Stockwerken soll der Turm das «höchstes Gebäude Australiens» werden.
Schon länger wird in der Region von einem solchen Projekt gemunkelt. Anfang Februar teilte Projektentwickler David Young von der Altus Property Group mit, er habe die Vereinbarung am 14. Februar im Anwesen von US-Präsident Donald Trump in Florida unterzeichnet. «Frühe Bauarbeiten» seien bereits genehmigt, sagte Young. Der Baustart sei für August vorgesehen, die Fertigstellung bis zum Ende des Jahrzehnts.
Geplant sind neben dem Hotel auch 270 Luxusresidenzen, ein privater Beach Club sowie Einzelhandels- und Gastronomieflächen. Finanziert wird der Bau demnach vollständig durch private Investoren aus Singapur, Hongkong, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA. Mit 91 Stockwerken würde der Turm den bisherigen Rekordhalter der Region überragen: den rund 322 Meter hohen Q1 Tower, der seit 2005 mit seinen knapp 80 Etagen und einer weithin sichtbaren Aussichtsplattform die Skyline prägt.
Widerstand gegen Trump Tower – bereits Tausende Unterschriften
Doch gegen das Projekt regt sich Widerstand. In einer Online-Petition, die im Januar gestartet wurde und mittlerweile mehr als 128'000 Unterschriften gesammelt hat, warnen Anwohner. Sie fürchten eine weitere Verdichtung der Küstenlinie, mögliche Umweltauswirkungen und zusätzliche Belastungen für die Infrastruktur. Vielen bereitet vor allem der Name des Projekts Unbehagen.
«Neben der Befürchtung einer übermässigen Bebauung fühlen sich viele Anwohner mit der Marke Trump und dem, wofür sie steht, zutiefst unwohl», schreibt einer der Initiatoren, Craig Hill, ein Lehrer, der selbst an der Gold Coast lebt. Er kritisiert in seiner Argumentation unter anderem die Politik der Trump-Regierung – insbesondere den harten Migrationskurs, der von vielen Australiern als unmenschlich und diskriminierend wahrgenommen werde. «Diese Massnahmen spiegeln nicht die Werte wider, für die wir in Australien einstehen», heisst es. Ein Bauprojekt mit dem Namen Trump an der Gold Coast würde daher «die falsche Botschaft darüber aussenden, wer wir als Gemeinschaft sind und was wir zu unterstützen bereit sind».

