wechselnd bewölkt
DE | FR
International
Drogen

Folterkammern der Drogenmafia in Bogotá entdeckt: Hunderte Sklaven und Prostituierte befreit

Folterkammern der Drogenmafia in Bogotá entdeckt: Hunderte Sklaven und Prostituierte befreit

01.06.2016, 07:3201.06.2016, 09:24
Mehr «International»

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá sind in einem Gebäude unweit des Präsidentensitzes Folterkammern entdeckt worden. Darin wurden Menschen auf das Grausamste gequält, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

Folter-Figuren (in Thailand).
Folter-Figuren (in Thailand).
Bild: DIEGO AZUBEL/EPA/KEYSTONE

Demnach wurden dort Menschen bei lebendigem Leib von Hunden oder Krokodilen zerfleischt oder sie wurden erschossen. Die Leichen seien hinterher in Säure aufgelöst worden. Aus dem Haus waren am Wochenende bereits rund 200 Mädchen und junge Frauen befreit worden, die als Zwangsprostituierte ausgebeutet wurden. Zudem wurden dort 1500 Obdachlose als Sklaven gehalten.

Polizei und Armee in der Nähe

Ein junger Mann wurde laut Staatsanwaltschaft aus der Gefangenschaft der Banden befreit. Dieser habe erzählt, er habe in der Gegend Drogen kaufen wollen. Die Gangster hätten den Mann aber verdächtigt, ein Spion zu sein, und ihn tagelang gefoltert.

Im Hochsicherheitstrakt des kalifornischen Staatsgefängnisses

1 / 18
Im Hochsicherheitstrakt des kalifornischen Staatsgefängnisses
In kalifornischen Gefängnissen hausen 162'000 Sträflinge – das sind fast so viele Menschen, wie Basel Einwohner hat. Frühere Gangmitglieder werden in sogenannten Sensitive Needs Housings untergebracht.
quelle: exclusivepix / mark allen johnson/exclusivepix media
Auf Facebook teilenAuf X teilen

In der Nähe des Hauses liegen nicht nur der Präsidentenpalast und das Rathaus, sondern auch Einrichtungen der Streitkräfte und der Polizei. Das Viertel namens «Bronx» ist wegen Drogenhandels und Prostitution berüchtigt. Seit 2002 operieren dort kriminelle Banden aus ehemaligen Sicherheitskräften und Paramilitärs, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch den Waffenhandel in ganz Kolumbien kontrollieren wollen.

Monatelange Vorbereitung

Unter den rund 200 befreiten Zwangsprostituierten waren zahlreiche Minderjährige, die in ein staatliches Kinderschutzzentrum gebracht wurden. Eines der Opfer war hinter einer Wand versteckt und an Hals, Händen und Füssen angekettet, wie ein Vertreter der Staatsanwaltschaft berichtete.

Mehrere Verdächtige, mutmassliche Mitglieder krimineller Banden, wurden festgenommen. Die Razzia war nach Angaben der Behörden vier Monate lang vorbereitet worden. Angeordnet hatten sie Staatspräsident Juan Manuel Santos und der Bürgermeister von Bogotá, Enrique Peñalosa.

(sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
9 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9
«Dzud» wütet in der Mongolei: Über eine Million Herdentiere sterben im Extremwinter

Extreme Kälte und Schneefälle haben den Hirten in der Mongolei schwere wirtschaftliche Verluste zugefügt. Mehr als 1,5 Millionen Herdentiere sind nach Angaben der staatlichen Notstandskommission in diesem Winter in dem zentralasiatischen Land bereits verendet.

Zur Story