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Donald Trump: Warum der US-Präsident es auf Grönland abgesehen hat

Fünf Gründe, warum es der US-Präsident auf die grösste Insel der Welt abgesehen hat

Im Weissen Haus wird am Mittwoch über die Zukunft von Grönland verhandelt – die Insel, die Donald Trump unbedingt annektieren will. Was steckt hinter dieser Obsession?
14.01.2026, 16:3416.01.2026, 09:18
Renzo Ruf, Washington / ch media

Gipfel der Entscheidung: Eine Delegation aus Dänemark und Grönland wird am Mittwoch im Weissen Haus in Washington erwartet. Gastgeber sind Vizepräsident JD Vance und Aussenminister Marco Rubio; die beiden hochrangigen Vertreter der Regierung von Donald Trump wollen über das amerikanische Interesse an der grössten Insel der Welt diskutieren, das der Präsident in den vergangenen Tagen wieder bestärkt hat.

A boat travels at the sea inlet in Nuuk, Greenland, on Tuesday, Jan. 13, 2026. (AP Photo/Evgeniy Maloletka)
Greenland Daily Life
Nuuk, die Hauptstadt von Grönland, im arktischen Winter.Bild: keystone

Zuletzt drohte Trump erneut damit, in Grönland einzumarschieren, falls Dänemark nicht bereit sei, die Insel nach 300 Jahren an die USA abzutreten. Dänemark und Grönland hingegen stellen sich auf den Standpunkt, dass es nichts zu verhandeln gibt – weil die Insel erstens nicht zum Verkauf stehe und zweitens auch die von Trump heraufbeschworene sicherheitspolitische Krise nicht der Realität entspreche. «Wenn wir zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, dann wählen wir Dänemark, die Nato und die EU», sagte Jens-Frederik Nielsen, der Ministerpräsident von Grönland dazu am Dienstag.

Der Regierung Trump scheint das egal zu sein. Hochrangige Vertreter stellen die Ansprüche Dänemarks auf die Insel in Frage und verlangen eine Handänderung. Für ihn sei es aus «psychologischen Gründen» sehr wichtig, dass Grönland in amerikanisches Eigentum übergehe, sagte Trump kürzlich. Warum ist der amerikanische Präsident derart versessen an Grönland?

Grönland dient als Bollwerk gegen Russland und China

Trump ist überzeugt davon, dass die USA sich in einem Wettlauf um Grönland befinden und zwar sowohl gegen Russland als auch gegen China. Rund um die Insel, sagte der amerikanische Präsident kürzlich, wimmle es nur so von Schiffen feindlicher Mächte. Aus strategischen Gründen könne Washington es aber nicht zulassen, dass Moskau oder Peking plötzlich Präsenz auf der Insel markierten. Die USA haben auf Grönland noch einen Stützpunkt, die Pituffik Space Base, auf der rund 150 Mitglieder der Streitkräfte stationiert sind. «Den müssen wir verteidigen», sagte Trump.

President Donald Trump speaks with reporters at Joint Base Andrews, Tuesday, Jan. 13, 2026, in Joint Base Andrews, Md. (AP Photo/Evan Vucci)
Donald Trump
Donald Trump hat ein Auge auf Grönland geworfen.Bild: keystone

Interessant in diesem Zusammenhang ist: In der amerikanischen Sicherheitsstrategie, die kurz vor Weihnachten unter grossem Getöse vom Weissen Haus publiziert wurde, wird die Arktis im allgemeinen und Grönland im speziellen mit keinem Wort erwähnt.

Grönland ist die Türschwelle zur Arktis

Im Buhlen um Grönland spielen natürlich auch kommerzielle Überlegungen einen Rolle. Weil das Eis in der Arktis schmilzt, gehen Geostrategen davon aus, dass sich im hohen Norden bald neue Schifffahrtsrouten öffnen. Nun können die USA zwar nicht verhindern, dass andere Länder neue Seewege mit modernen Schiffen erschliessen, die nötigenfalls auch durch Eis pflügen.

Aber Washington möchte mit einer verstärkten Präsenz auf Grönland China und Russland klar machen, dass es sich dabei um Territorium im amerikanischen Einflussbereich handelt. Theoretisch könnten die USA dieses Ziel auch erreichen, indem sie auf der Grundlage eines bestehenden Sicherheitsbündnisses die Zahl der Stützpunkte auf der Insel wieder ausbaut – Trump aber will mehr. Er sagte kürzlich, dass er weder China noch Russland als Nachbarn in Grönland haben wolle.

Grönland hat viele Ressourcen

Im Boden von Grönland befinden sich viele wertvolle Rohstoffe. Das Problem: Das harsche Wetter – am Dienstag zeigte das Thermometer in der Hauptstadt Nuuk 3 Grad Celsius unter Null an – erschwert die Ausbeutung von Anorthosit, Zink, Kobalt, Gold und Edelsteinen enorm. Massive Investitionen in die Infrastruktur wären notwendig, um diese Vorkommen auszubeuten, was sich negativ auf die Profitmarge auswirkt. Investoren schrecken deshalb vor Grönland zurück.

Bodenschätze Rohstoffvorkommen Grönland Greenland Seltene Erden

Trump scheint dies allerdings egal zu sein. Er weist in öffentlichen Stellungnahmen immer wieder darauf hin, wie viele Ressourcen sich in Grönland befänden.

Grönland befindet sich in der Westlichen Hemisphäre

Trump sieht sich als Präsident, der Geschichte machen will. Und weil seine Kindheit stark vom Zweiten Weltkrieg geprägt war, steht er unter dem Eindruck, dass Präsidenten in Erinnerung bleiben, wenn sie den Machtbereich der USA ausdehnen. Deshalb hat er sich in seiner zweiten Amtszeit das Ziel gesetzt, den Einfluss seines Landes in der westlichen Hemisphäre massiv zu vergrössern – wie er zuletzt mit der Intervention in Venezuela bewies.

Grönland ist in den Augen Trumps, einem ehemaligen Baulöwen, das Kronjuwel der Hemisphäre. Dabei spielt wohl auch eine Rolle, dass traditionelle Landkarten den Eindruck erwecken, Grönland sei fast so gross wie der afrikanische Kontinent. Das entspricht zwar nicht der Wahrheit, sondern ist ein Nebeneffekt der Kartografie, aber scheint sich dennoch ins Gehirn vieler Amerikaner eingebrannt zu haben.

Grönland ist ein Prestigeprojekt Trumps

Natürlich ist es ein (schlechter) Scherz, wenn in Washington bereits über die Umbenennung von Grönland in Trumpland spekuliert wird. Aber die vergangenen Monate haben gezeigt, dass der amerikanische Präsident möglichst viele Regierungsprojekte mit seinem Namen schmücken will: von der Konzerthalle über einen Annex des Weissen Hauses bis hin zu einem Flughafen. Was noch fehlt in diesem Portfolio ist eine Insel. (aargauerzeitung.ch)

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Trump Jr. trifft in Grönland ein
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Trump Jr. trifft in Grönland ein
Donald Trump Jr. posiert für Fotos nach seiner Ankunft in Nuuk.
quelle: keystone / emil stach
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Werden sich die USA Grönland militärisch aneignen? Präsidentenberater Stephen Miller weicht aus
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131 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Der Micha
14.01.2026 16:56registriert Februar 2021
"Für ihn sei es aus «psychologischen Gründen» sehr wichtig, dass Grönland in amerikanisches Eigentum übergehe, sagte Trump kürzlich."

Aus psychologischen Gründen, sollte man Trump einweisen. Zum Glück gibt es jetzt auch ein paar republikanische Senatoren, die Trump dafür kritisieren.
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Roggenbrot-Bio
14.01.2026 17:09registriert Juli 2024
Warum nur wird die USA jetzt nicht sanktioniert, wie die Russen?
Es ist jetzt offensichtlich, dass die USA territorialer Anspruch hat.
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Pantoffelheld
14.01.2026 17:05registriert September 2025
Ein Grund fehlt: Trump sieht sich als König des amerikanischen Doppelkontinenten mit allem, das in seinem Einflussbereich liegt. Zu seinem Vermächtnis soll auch gehören, dass er "sein" Land erweitert hat und da kommt ihm Grönland gerade recht.
Ich bin sicher, dass es bereits Pläne zur Annektion Kubas gibt.

Viele wünschen dem orangenen Irren den Tod, aber das reicht nicht. Er soll miterleben und auch begreifen, wie alles, was er angepackt hat, wieder rückgängig gemacht wird: Ballsaal, Trump-Bogen, Golf von "Amerika", etc.
Er soll miterleben, wie er irrelevant und vergessen wird.
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