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Energie

Deutschland und Österreich gehen gegen hohe Benzinpreise vor

Regeln für Tankstellen: Deutschland und Österreich gehen gegen hohe Benzinpreise vor

Österreichs Tankstellen dürfen Spritpreise künftig nur maximal dreimal pro Woche erhöhen statt wie bisher einmal am Tag.
12.03.2026, 02:1512.03.2026, 02:15

Deutschland will hingegen die bisherige österreichische Regel übernehmen: Treibstoff darf nur noch einmal täglich teurer werden.

Der Bundesrat hat die Steuern auf Benzin und Diesel
Deutschland und Österreich versuchen die Erhöhung der Benzinpreise zu kontrollieren. (Symbolbild)Bild: sda

Die neue Regel für Österreich gab Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer als Massnahme gegen die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Preise bekannt. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit möglich.

Seit Ausbruch des Krieges sind die Benzinpreise in Österreich nach Angaben Hattmansdorfers um etwa 14 Prozent nach oben geklettert, Dieselpreise haben um 25 Prozent zugelegt. «Unser Ziel ist es, extreme Preissprünge zu dämpfen und stabilisierende Preissignale zu setzen, damit internationale Krisen nicht eins zu eins an den Zapfsäulen ankommen», sagte der konservative Minister (ÖVP). Er kündigte zudem an, dass nationale Ölreserven so wie auch in anderen Ländern freigegeben würden.

Die deutsche Bundesregierung will die bisherige österreichische Spritpreis-Regel übernehmen. Tankstellen in Deutschland sollen künftig nur noch einmal am Tag ihre Preise erhöhen dürfen. Dieses Modell wolle die Bundesregierung im Hinblick auf die enorm gestiegenen Preise so rasch wie möglich einführen, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in Berlin.

Der Iran-Krieg hat die Treibstoffpreise auch in der Schweiz innert weniger Tage spürbar in die Höhe getrieben. Zwischen dem 28. Februar und dem 9. März verteuerte sich Diesel um 8,6 Prozent auf durchschnittlich 1.90 Franken pro Liter, wie eine Auswertung des Touring Club Schweiz vom Mittwoch zeigte. Der Preis für Bleifrei 95 stieg im gleichen Zeitraum um 3,7 Prozent auf 1.70 Franken. (sda/dpa)

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55 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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ohu
12.03.2026 05:02registriert Januar 2014
Was könnte man gegen die Abhängigkeit von Öl aus dem nahen Osten und der ganzen Welt machen, damit sich solche Krisen nicht direkt auf den Treibstoffpreis auswirken? Wenn es doch nur eine Technologie gäbe, die Autos mit Erzeugnissen der Sonnen- und Windenergie antreiben könnten und lokal produziert werden könnte.
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Ökonometriker
12.03.2026 06:47registriert Januar 2017
Wenn man von Zürich in den Europapark und zurück dieselt, bezahlt man jetzt 3-4 Franken mehr fürs Tanken. Das dürfte die Lebensqualität der aller meisten Leute kaum beeinflussen.

Schlimmer ist es für Industriefirmen, die weitaus mehr Energie - besonders Gas - brauchen. Und für Stromverbraucher, die den Grosshandelspreis bezahlen und auf die die höheren Energiepreise somit direkt durchschlagen. Strom wird teurer, weil der Spotpreis vom Gaspreis bestimmt wird, da Europa zusätzlich benötigter Strom mit Gas erzeugt. Zusätzlich benötigtes Gas kommt als Flüssiggas, oft durch die Strasse von Hormus.
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NotYouButMe
12.03.2026 07:49registriert November 2023
Ich zweifle stark, dass diese Gesetzt auch nur irgendwas bringen. Bislang:
Morgens um 10Uhr, Mittags um 2Uhr und dann nochmals Abends um 9Uhr den Preis jeweils um 3 Rappen erhöht.
Neu:
Mittags um 2Uhr den Preis um 9 Rappen erhöhen.

Aus meiner Sicht, typische Politik: Viel Blabla aber Null Nutzen.
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55
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