International
Energie

IAEA-Gouverneursrat fordert Klärung zum iranischen Atomprogramm

IAEA-Gouverneursrat fordert Klärung offener Fragen zum iranischen Atomprogramm

05.06.2024, 20:0505.06.2024, 20:05

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat die Klärung offener Fragen zum iranischen Atomprogramm eingefordert. Es sei «unerlässlich und dringend», dass Teheran gefundene Spuren von Nuklearmaterial in ehemals geheimen Anlagen erkläre, heisst es in einer Resolution, die am Mittwoch in Wien verabschiedet wurde. In dem von Deutschland, Frankreich und Grossbritannien formulierten Text wurde auch verlangt, dass IAEA-Inspektoren den nötigen Zugang zu Dokumenten, Informationen und Orten erhalten.

Nach Angaben mehrerer Diplomaten unterstützten 20 Länder im Gouverneursrat die Resolution. Russland und China stimmten dagegen. 12 enthielten sich der Stimme.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi sei derzeit «nicht in der Lage, diesem Gouverneursrat und der internationalen Gemeinschaft Gewissheit zu geben, dass Irans Atomprogramm ausschliesslich friedlichen Zwecken dient», hiess es in einer gemeinsamen Erklärung Deutschlands, Frankreichs und Grossbritanniens. Falls der Iran nicht kooperiert, drohten die drei Staaten Teheran indirekt damit, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten.

Irans Regierung bezeichnete die Resolution in einer ersten Reaktion als kontraproduktiv. Hinweise auf radioaktive Spuren an zwei nicht ausgewiesenen Orten beruhten auf Propaganda durch den Erzfeind Israel, warf Teheran der IAEA vor, wie die Staatsagentur Irna berichtete. Die Islamische Republik habe gewarnt, dass «politische Aktionen» durch den Gouverneursrat mit einer «verhältnismässigen, wirksamen und sofortigen Reaktion» beantwortet würde.

Die IAEA versucht seit mehreren Jahren vergeblich zu klären, ob der Iran sein gesamtes Nuklearprogramm offengelegt hat. Vor einem Jahr einigte sich die Islamische Republik mit der IAEA, diese Themen künftig im «Geist der Zusammenarbeit» abzuarbeiten. Doch seitdem gab es keine Fortschritte. Zuletzt hat der Tod von Präsident Ebrahim Raisi und Aussenminister Hussein Amirabdollahian für die Absage von geplanten technischen Gesprächen gesorgt.

In der offiziellen Nuklear-Strategie des Iran sind keine Atomwaffen vorgesehen. Zuletzt hatten jedoch mehrere iranische Vertreter mit Aussagen zur möglichen Änderung dieser Doktrin und zu Irans Fähigkeiten zum Bau solcher Waffen aufhorchen lassen. Grossi hat wiederholt darauf hingewiesen, dass das Land Uran mit einem beinahe waffentauglichen Reinheitsgrad herstellt. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
«Trumps Präsidentschaft, wie wir sie kennen, wird im November enden»
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom spricht in einem Interview mit der «Zeit» über Gianni Infantino, den neuen Zusammenhalt in Europa – und über eine mögliche Präsidentschaftskandidatur.
Das Interview mit der «Zeit» fand am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz statt, an der Gavin Newsom am Wochenende teilgenommen hatte. Wenige Wochen zuvor war der kalifornische Gouverneur auch Teil des WEF in Davos, da er nicht gewollt habe, «dass Trump dort das Spielfeld für sich allein hat». Er hätte zeigen wollen, dass Trump nicht die Mehrheit der Amerikaner repräsentiere. «Die Europäer müssen das verstehen; die Welt muss das verstehen.»
Zur Story