Files deuten an, dass Epstein jungen Müttern die Babys wegnahm – die er gezeugt hatte
Über drei Millionen Seiten an Dokumenten veröffentlichte das US-Justizministerium vergangene Woche zur Epstein-Affäre. Zum einen enthalten sie weitere Hinweise, welche prominenten Namen in die Affäre verwickelt sein könnten – zum anderen gewähren sie neue Einblicke in das Leben des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
In einem der Dokumente behauptet etwa eine Teenagerin, dass Epstein ein Kind mit ihr gezeugt habe und er ihr dieses «Minuten nach der Geburt» weggenommen habe. Das kann man einem Tagebucheintrag der Minderjährigen aus dem Jahr 2002 entnehmen, wie die britische «Times» berichtet. Auch eine Kopie des Ultraschalls ist zu sehen.
«Sie wurde geboren, ich habe sie weinen gehört», schreibt die Minderjährige über die Geburt. Sich selbst bezeichnet sie als «menschlichen Brutkasten». Sie habe kurz den «kleinen Kopf und Körper» des Kindes gesehen.
Die junge Frau erwähnt ebenfalls, dass Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell bei der Geburt anwesend gewesen sein soll. Maxwell habe gesagt, das Mädchen sei «wunderschön». Dann sei es «weg gewesen».
Epstein habe die Teenagerin offenbar dazu überreden wollen, das Kind wegzugeben – mit Blick auf eine mögliche musikalische Karriere. Sie schreibt in ihrem Tagebuch:
Laut der «Times» hatte die Frau im Jahr 2023 eine Klage gegen Leon Black, den ehemaligen Geschäftsführer von Apollo Global Management und Mitarbeiter von Epstein, eingereicht. Black habe sie in Epsteins Haus vergewaltigt, bis sie geblutet habe – er bestreitet die Vorwürfe.
Es gibt diverse Hinweise darauf, dass Epstein mehrere Kinder gezeugt hat, auch wenn er offiziell keine Nachkommen hatte. Auch in seinem Testament werden keine Kinder erwähnt. Doch in einem neu veröffentlichten Video aus Epsteins New Yorker Villa ist ein Vaterschaftstest auf einem Tisch zu sehen.
Sarah Ferguson gratulierte Epstein zu Sohn
Ausserdem ist eine E-Mail von Sarah Ferguson aufgetaucht, der Ex-Frau des damaligen Prinzen Andrew. Darin gratuliert sie Epstein im Jahr 2011 zur Geburt eines Sohnes. «Ich habe vom Herzog gehört, dass du einen kleinen Jungen bekommen hast», schreibt sie. «Auch wenn du nie Kontakt gehalten hast, bin ich immer noch mit Liebe, Freundschaft und Glückwünschen zu deinem kleinen Jungen für dich da. Sarah xx.»
Wenige Minuten später folgt eine weitere Nachricht, in der Ferguson von Epstein enttäuscht klingt:
Epstein war an Eugenik interessiert
Es ist schon länger bekannt, dass Epstein an einer Art modernen Eugenik interessiert war. Dieses Weltbild beinhaltet, dass etwa Nobelpreisträger und Tech-Milliardäre ihr Erbgut verstärkt weitergeben sollen, um neue und «bessere» Menschen zu schaffen.
Laut der «New York Times» soll Epstein in den frühen 2000ern Wissenschaftlern und Geschäftsleuten von seinem Plan erzählt haben, seine Ranch in New Mexico zu nutzen, um Frauen mit seinem Sperma künstlich zu befruchten und seine Kinder zur Welt bringen zu lassen. (hkl)
