International
EU

Waffen aus dem 3D-Drucker: EU-Kommission will neue Regeln

Waffen aus dem 3D-Drucker: EU-Kommission will neue Regeln

26.02.2026, 15:2826.02.2026, 15:28

Die EU-Kommission schlägt eine neue Regulierung von Waffen aus dem 3D-Drucker vor. Wer Baupläne dafür online stellt oder anders illegal verbreitet, soll dem Vorschlag nach mit mindestens zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft werden.

Auch wer eine Blaupause für eine Waffe aus dem 3D-Drucker ohne Genehmigung erstellt, erwirbt oder besitzt, macht sich dem Vorschlag nach strafbar.

October 18, 2024, Vienna, Austria, Austria: A display of a 3D printer making a HW4 mega pistol, to demonstrate the facility of production on today
Es wird immer einfacher, Waffen mithilfe eines 3D-Druckers herzustellen.Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire

EU-Innenkommissar Brunner: Lücke im Gesetz schliessen

«Organisierte Kriminelle und Terroristen nutzen neue Technologien und Lücken in unseren Gesetzen aus, um Gewalt, Terror und Kriminalität zu verbreiten», teilte EU-Innenkommissar Magnus Brunner mit. Mit EU-weiten Richtlinien schliesse man diese Lücken und mache Europa sicherer, fügte der österreichische Politiker hinzu.

Bislang gibt es in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union Waffengesetze, aber keine speziellen Regeln für Blaupausen für den 3D-Drucker. Die neue Technologie stellt laut EU-Kommission eine wachsende Sicherheitsbedrohung dar.

Mehrere Funde bei Rechtsextremen in Europa

Immer wieder versuchen Kriminelle, sich Waffen zu drucken. Im vergangenen Jahr verurteilte ein Gericht in Deutschland einen 20-Jährigen wegen rechtsextremistischer Anschlagspläne, für die er laut Urteilsbegründung per 3D-Drucker schon «wesentliche Teile einer automatischen Maschinenpistole» hergestellt hatte. Auch in Portugal und Grossbritannien tauchten bei Ermittlungen gegen rechtsextreme Gruppen bereits gedruckte Waffenteile auf.

Die vorgeschlagene Richtlinie zur Verschärfung der Waffengesetze in den Mitgliedstaaten sieht zudem vor, die Mindeststrafe für den Besitz illegaler Feuerwaffen EU-weit auf fünf Jahre festzulegen. Für den Handel und die Herstellung soll es demnach mindestens acht Jahre geben. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen sich mit den Vorschlägen noch befassen, bevor sie in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden könnten. (hkl/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Etliche verlassen wegen Netanjahus Rede bei UN-Generalversammlung den Raum
Kein Einlenken bei Gaza, keine Zweifel am Vorgehen gegen den Iran: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei den Vereinten Nationen seinen Kurs mit Nachdruck verteidigt. Internationale Vorwürfe gegen sein Land wies er zurück und griff zugleich seine Kritiker an. «Israel des Völkermords zu bezichtigen, ist die grösste Lüge des Jahrhunderts», sagte er in New York.
Zur Story