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Jeder achte Todesfall in der EU hat mit der Umweltverschmutzung zu tun

Eine neue Studie zeigt: 13 Prozent aller Todesfälle in der EU stehen in Zusammenhang mit der Umweltverschmutzung. Die grössten Gesundheitsrisiken: Luftverschmutzung und die Belastung durch Chemikalien.



Mehr als 400'000 Menschen in der Europäischen Union sterben jährlich vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA), der am Dienstag in Kopenhagen veröffentlicht wurde.

Für den Bericht wurden Daten zum Einfluss der Umwelt auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Europäer analysiert. Demnach stellt in Europa die Luftverschmutzung nach wie vor die grösste Umweltbedrohung für die Gesundheit dar.

epa08110578 Smog hangs over the Duomo square in Milan, Italy, 07 January 2020. The Region of Lombardy has confirmed the stopping for the most polluting cars including standards of euro 4 due to the 10 consecutive days of microparticle levels of over 50 micrograms per cubic metre.  EPA/MATTEO CORNER

Smog über Mailand – eine Aufnahme aus dem Januar 2020. Bild: EPA

Verglichen mit früheren Jahren hat sich die Luftqualität jedoch verbessert. Vor 30 Jahren lag die Zahl der Todesfälle wegen der Luftverschmutzung noch bei einer Million.

Die Lärmbelastung ist die zweitwichtigste Ursache. Sie führt laut dem Bericht zu 12'000 vorzeitigen Todesfällen. Auch Auswirkungen des Klimawandels hätten zunehmend ihren Anteil, Hitzewellen und Überschwemmungen zum Beispiel.

Menschen in Städten stark betroffen

Menschen in städtischen Umgebungen seien von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen, sagte Catherine Ganzleben von der EEA. Weitere von der Umweltagentur genannte Faktoren sind chemische Verbindungen, auf zu starken Antibiotika-Einsatz zurückgehende Resistenzen bei Krankheitserregern und verschmutztes Trinkwasser.

Auffällig sei zudem der deutliche Unterschied zwischen den Ländern in Ost- und Westeuropa. In vielen osteuropäischen Länder sei die Rate vorzeitiger Tode durch Umweltfaktoren sehr viel höher als in Westeuropa. Den höchsten Anteil an Todesfällen in Zusammenhang mit Umweltbelastungen habe Bosnien und Herzegowina (27 Prozent), den niedrigsten hätten Island und Norwegen (9 Prozent).

Daten der WHO

Die Untersuchungen stützen sich auf Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den Todes- und Krankheitsursachen. Demnach lassen sich rund 13 Prozent der jährlichen Todesfälle in der EU – das entspricht 630'000 vorzeitig Verstorbenen – auf Umweltfaktoren zurückführen und wären daher vermeidbar. Zu den häufigsten Todesursachen zählen dabei Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfälle.

«Während wir in Europa Verbesserungen in der Umwelt und im Green Deal einen klaren Fokus auf eine nachhaltige Zukunft sehen, zeigt der Bericht, dass Massnahmen erforderlich sind, um die am stärksten gefährdeten Personen in unserer Gesellschaft zu schützen», sagte EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx. Armut gehe häufig mit dem Leben in einer belasteten Umwelt und schlechter Gesundheit einher. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 08.09.2020 16:51
    Highlight Highlight Jeder achte Todesfall in der EU hat mit der Umweltverschmutzung zu tun...

    Wenn wir dies nun weiter denken erkennen wir die Quadratur des Kreises:

    Reduzieren wir die Umweltverschmutzung gibt es jeden achten Todesfall nicht mehr. Dies bedeutet das exponentionelle Bevölkerungswachstum wird weiter angeheizt was den Konsum anheizt, was die Umweltverschmutzung erhöht...

    Ich bin klar für den Kampf gegen die Umweltverschmutzung. Nur führt dies wohl unweigerlich dazu dass wir noch mehr werden. Dabei sind wir schon zuviele
  • Lustiger Baum 08.09.2020 10:44
    Highlight Highlight Übergewicht, wenig Bewegung oder Drogen (Nikotin, Alkohol etc.) sind bei 1/3 Toten die Todesursache - in der Schweiz. Das ist die harte Wahrheit und nicht irgendwelche Umweltverschmutzung.
    Wer die Quelle möchte kann per Google oder direkt beim BAG nach Kardio-Vaskulären Toten suchen.

    • FaLa02 08.09.2020 11:18
      Highlight Highlight Du bist aber ein lustiger Baum....
      Deine Blätter werden bald für immer welken.
    • FaLa02 08.09.2020 11:41
      Highlight Highlight An all die Blitzer.....ihr könnt wie der lustige Baum alles ausblenden ( ich schreibe ja nicht, dass der mit den Wohlstandskrankheiten nicht recht hat.....).

      Gibt es eigentlich ein anderes Thema zu welchem so viele wissenschaftliche belegte Berichte/Studien etc. verfasst wurden, wie zu Umweltverschmutzung oder Klimaerwärmung?

      Ihr habt einfach keine Lust die ansich einfachen Massnahmen, welche bereits sehr viel bewirken täten gegen diese Probleme, nicht als Einschränkungen zu empfinden.....

      zu Corona Zeiten schon gar nicht
    • insert_brain_here 08.09.2020 11:58
      Highlight Highlight @Lustiger Baum: Die von dir genannten Faktoren sind längst nicht die einzigen Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, lärminduzierter Stress bzw. Schlaflosigkeit gehören ebenso dazu.
      Auch der aktive, sich gesund ernährende, abstinente Nichtraucher der mit 120 der Altersschwäche erliegt taucht in dieser Statistik auf.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 08.09.2020 09:32
    Highlight Highlight Das haben wir unserer Wirtschaft zu verdanken. Es sollte der Mensch im Zentrum allen Tuns stehen, nicht die Rendite.
    • Moglyy 08.09.2020 10:24
      Highlight Highlight Bitteschön: Gründe eine Firma, stell den Mensch ins Zentrum.

      Tue was und jammer nicht herum wie ein Millenial.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 08.09.2020 14:03
      Highlight Highlight @Moglyy. Wenn ich eine "private" Firma gründe, dann steht ja gerade die Rendite im Zentrum, sonst kann keine Firma existieren. Sie haben meinen Kommentar 0,0 verstanden. Es geht um die Art und Weise, wie wir unsere Gesellschaft organisieren und die könnte ganz anders sein als jetzt!
  • sottosopra 08.09.2020 09:29
    Highlight Highlight Schön, dass die Stadtregierungen in der Schweiz auch handeln und die Strassen in den Städten velofreundlicher und autofeindlicher gestalten. Jetzt muss der Trend nur noch von den Städten aufs Land rüberschwappen. Mit E-Bike ist mittlerweile der Grossteil der Pendlerdistanzen machbar. Langfristig profitieren alle Bewohner der Schweiz davon.
    • Moglyy 08.09.2020 10:25
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
  • tii 08.09.2020 09:22
    Highlight Highlight Wie kann man wegen Lärmbelästigung sterben?🤔
  • Klack 08.09.2020 08:30
    Highlight Highlight ....gut handeln wir da auch so schnell wie bei Covid-19!
  • Chalbsbratwurst 08.09.2020 08:26
    Highlight Highlight Wie kann man an den Folgen von Lärm sterben?
    Klar man kann sich über Lärm so dermassen aufregen das man einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommt. Aber ist dann wirklich der Lärm schuld? Oder sterben die Leute an permanentem Schlafmanko? Oder gibt es noch Gründe die ich nicht sehe?
    • Eskimo 08.09.2020 08:33
      Highlight Highlight Ständiger Lärm kann Herz und Kreislaufprobleme verursachen.
    • RomT 08.09.2020 08:52
      Highlight Highlight Ich hatte schon mal eine schlecht isolierte Wohnung direkt an einer lauten Strasse. Das führte bei mir zu schlechtem Schlaf und ich konntre mich auch tagsüber, z. B. am Wochenende, nicht mehr richtig erholen. Es scheint mir sehr plausibel, dass das zu vorzeitigen Todesfällen führt.
    • Cpt. Jeppesen 08.09.2020 08:58
      Highlight Highlight Geräusche über 80 Dezibel erzeugen im Körper Stresshormone. Dadurch verengen sich die Blutgefässe und es kommt zu Ablagerungen. Langfristige Folge sind mindestens Bluthochdruck und zu hohe Cholesterin-Werte.
      Gleiches gilt für den Schlaf. Auch dieser wird durch Lärm schlechter. Das Gehör schaltet nie ab. Wenn es Nachts laute Geräusche gibt wird der Schlaf gestört und die benötigte Erholung ist nicht mehr gegeben. Dazu reichen kurze Störungen, wie ein lauter Auspuff oder Geschrei auf der Strasse.
      Kann man alles selber googeln, aber wer will das schon wissen wollen, weil müsste man sich ändern...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Al Pal 08.09.2020 08:14
    Highlight Highlight Es werden noch viel mehr Menschen durch Umweltverschmutzung sterben, denn wirksame Massnahmen um die Umweltverschmutzung einzudämmen werden ja selten getroffen.
  • Cirrum 08.09.2020 07:56
    Highlight Highlight Wegen Corona, alles steht still, alles ist plötzlich möglich, dass vorher undenkbar gewesen wäre.
    Wegen unserem Lebensraum: Machen wir noch ein paar Pläne fürs 2030, können sich dann die nächsten Generationen drum kümmern.. Wir, die das sagen haben, und profitieren, sind eh alle schon Ü60.. und trollen noch die Untertanen mit z.B. lächerlichen Abstimmungen über noch lächerlichere Präsidenten...
    Ich verstehe es langsam wirklich nicht mehr, dass gebildete Leute noch Nachkommen zeugen.. verschliessen die die Augen und hoffen, Gott kommt und macht in 7 Tagen eine neue Welt??
    • FaLa02 08.09.2020 08:13
      Highlight Highlight Tja so funktioniert der Mensch....
      Corona ist eine unmittelbar spürbare Gefahr.
      Medial und politisch gepusht.....
      Würde eine Klimabedingte Feuerwalze von..., sagen wir mal Afrika her auf uns zurollen.....
      welche man, wissenschaftlich bestätigt durch vernünftige Massnahmen stoppen, verlangsamen oder löschen könnte....., we weis wie gross die Bereitschaft wäre etwas zu unternehmen.....
      Nun ist es halt aber keine Feuerwalze.....
    • rodolofo 08.09.2020 09:21
      Highlight Highlight Du sagst das jetzt moralisierend.
      Aber wären die Dinosaurier noch da und würden ruppig herum trampeln, wären unsere spitzmäusigen Urahnen immer noch äussert scheu unter dem Boden!
      Die Katastrophe des Aussterbens einer dominanten Spezies (eben den Dinosauriern) war die Voraussetzung für den Erfolg einer anderen Spezies (den Säugetieren).
      Aber wie jede Spezies haben auch die Säugetiere Schwächen und Anfälligkeiten, welche von anderen Spezies komplementär ergänzt und dadurch kompensiert werden.
      Und wenn sich die Umweltfaktoren ändern, dann ändern sich auch die Ziusammensetzungen der Spezies...
  • henkos 08.09.2020 07:40
    Highlight Highlight Was sind die Zahlen für die Schweiz? Werden die bei uns ebenfalls erhoben?
  • FaLa02 08.09.2020 07:34
    Highlight Highlight Somit trage ich ab heute meine Maske aus diesem Grund.......
  • René Obi (1) 08.09.2020 07:30
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • MarGo 08.09.2020 07:59
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.

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