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Die «Alan Kurdi» befindet sich derzeit in internationalen Gewässern vor Lampedusa.
Die «Alan Kurdi» befindet sich derzeit in internationalen Gewässern vor Lampedusa.
Bild: EPA

Das Rettungsschiff «Alan Kurdi» will Salvinis Landeverbot respektieren – vorerst

06.07.2019, 11:2906.07.2019, 12:28

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye wird mit ihrem Rettungsschiff «Alan Kurdi» mit 65 Flüchtlingen an Bord vorerst nicht in italienische Hoheitsgewässer einfahren. Das sagte Sea-Eye-Einsatzleiter Gorden Isler der Nachrichtenagentur DPA am Samstag am Telefon.

Der italienische Zoll habe der Besatzung am Morgen ein Dekret des italienischen Innenministers Matteo Salvini ausgehändigt, mit dem die Einfahrt in die Hoheitsgewässer des Landes untersagt wurde. «Wir beachten erstmal dieses Verbot», versicherte Isler. Ohne triftigen Grund werde Sea-Eye nicht gegen das Dekret verstossen.

Die «Alan Kurdi» hatte nach Sea-Eye-Angaben 65 Flüchtlinge in internationalen Gewässern vor Libyen von einem Schlauchboot gerettet. Im Bundesinnenministerium war am Freitagabend ein Brief Salvinis eingegangen. Darin drängt er den deutschen Innenminister Horst Seehofer, Verantwortung für die «Alan Kurdi» zu übernehmen.

Deutschland hat der EU-Kommission nach Angaben Seehofers angeboten, Flüchtlinge von der Sea-Eye und vom Rettungsschiff «Alex» der italienischen Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans im Mittelmeer aufzunehmen. «Auch im Fall der ‹Alan Kurdi› und der ‹Alex› sind wir im Rahmen einer europäisch-solidarischen Lösung bereit, einen Teil der aus Seenot Geretteten aufzunehmen», sagte Seehofer am Samstag.

Italiens Innenminister Matteo Salvini am Mittwoch im Parlament.
Italiens Innenminister Matteo Salvini am Mittwoch im Parlament.
Bild: AP

Die «Alan Kurdi» befand sich am Samstagvormittag nach Angaben Islers etwa eine Seemeile vor den italienischen Hoheitsgewässern und rund 13 Seemeilen vor der italienischen Insel Lampedusa. Eine per Mail an die Behörden in Rom und Valletta, der Hauptstadt Maltas, geschickte Bitte um Zuweisung eines sicheren Hafens für die «Alan Kurdi» sei bis zum Vormittag ohne Antwort geblieben, sagte der Einsatzleiter weiter. (cbe/sda/dpa)

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