International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
U.S. President Barack Obama, right, and Russia's President Vladimir Putin pose for members of the media before a bilateral meeting Monday, Sept. 28, 2015, at United Nations headquarters. (Mikhail Klimentyev/RIA-Novosti, Kremlin Pool Photo via AP)

Einen Tag nach dem Treffen zwischen Putin und Obama erhalten die USA Schützenhilfe von der EU.
Bild: AP/POOL RIA NOVOSTI KREMLIN

1,8 Milliarden Dollar: G7 und Golfstaaten beschliessen zusätzliche Hilfe für Flüchtlinge  

An der Generalversammlung der Vereinten Nationen stellte EU-Ratspräsident Donald Tusk klar, dass Europa in der Syrienfrage die USA unterstützt. Derweil sorgte Ukraine-Chef Poroschenko mit seiner Kritik an Russland für einen Eklat.



Die G7-Industriestaaten und die Länder am Golf haben den Vereinten Nationen am Dienstag 1.8 Milliarden Dollar (knapp 1.75 Milliarden Schweizer Franken) zusätzlicher Hilfe zur Versorgung von Flüchtlingen zugesagt. Das Geld soll nach Angaben des deutschen Aussenministers Frank-Walter Steinmeier insbesondere dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und dem Welternährungsprogramm (WFP) überwiesen werden.

Deutschlands Beitrag wird um umgerechnet 100 Millionen Euro Frankreich will ebenfalls 100 Millionen Euro bereitstellen. Japan hatte zuvor schon angekündigt, zur Bewältigung der Krise im Nahen Osten und zur Flüchtlingshilfe insgesamt etwa 1,6 Milliarden Dollar beizusteuern.

EU stellt sich hinter USA

«Wir können nicht vergessen, dass Millionen Menschen wegen seiner furchtbaren Methoden, die Stabilität Syriens zu sichern, geflohen sind», sagte Tusk am Dienstag am UNO-Hauptsitz in New York.

President of the European Council Donald Tusk of Poland addresses attendees during the 70th session of the United Nations General Assembly at the U.N. headquarters in New York, September 29, 2015.   REUTERS/Carlo Allegri

EU-Ratspräsident Donald Tusk.
Bild: CARLO ALLEGRI/REUTERS

«Bei meinen Reisen in die Region hat man mir gesagt, dass ein Sieg Assads nur zu einem neuen Exodus führen würde», sagte der Pole. «Das alleinige Ziel eines Friedensplanes muss aber sein, dass sie wieder ein normales Leben in der Region führen können.»

Zuvor hatten die Präsidenten der USA und Russlands, Barack Obama und Wladimir Putin, sich über genau diese Frage gestritten. «Wir sind bereit, mit jedem zu reden, auch mit Russland und dem Iran», sagte Obama.

«Aber nach so viel Blutvergiessen und Gemetzel können wir nicht einfach zum Status quo zurückkehren.» Wenn ein Diktator Zehntausende seines eigenen Volkes ermorde, sei das keine innere Angelegenheit mehr.

Putin hatte hingegen gesagt: «Es ist ein grosser Fehler, die syrische Regierung und ihre Armee infrage zu stellen. Sie kämpfen wahrhaft gegen die Bedrohung durch islamistische Terroristen.»

«Der IS wird verlieren, weil er nichts zu bieten hat ausser Leid und Tod.»

Barack Obama

Tusk fordert weltweite Hilfe

In der Flüchtlingskrise forderte Tusk vor der Vollversammlung der 193 UNO-Staaten weltweite Hilfe. «Diese Krise hat eine globale Dimension. Und deshalb braucht sie auch eine globale Lösung. Jede Hilfe ist willkommen.» Die Welt könne auf Europa zählen, sagte er.

«So schwierig die Situation ist; wir werden diese Krise lösen, und die Welt wird danach ein besserer Platz sein.» Isolierung sei nie und werde nie eine Option für Europa sein.

Zugleich sagte er, die Flüchtlinge kämen nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen – dann gäbe es nähere Plätze mit vergleichbarem Reichtum. «Es geht ihnen auch um Toleranz, Freiheit, Menschenrechte und Respekt und die Gewissheit, dass ihre Kinder in solch einem Umfeld aufwachsen.»

Obama: IS-Terrormiliz wird verlieren

Obama zeigte sich zuvor an einem Treffen am Rande der UNO-Vollversammlung sicher, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zwangsläufig unterliegen werde. «Der IS wird verlieren, weil er nichts zu bieten hat ausser Leid und Tod», sagte er.

Gleichwohl gebe es keine militärische Lösung. «Der Islamische Staat kann nicht auf dem Schlachtfeld besiegt werden. Selbst wenn wir die ganze Führungsriege des IS ausradieren, würden immer noch einige weitermachen.» Stattdessen müssten die Köpfe und Herzen der Verführten gewonnen werden. Die sunnitischen Fanatiker haben weite Teile Syriens und des Iraks erobert.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den IS «eine Bedrohung des internationalen Friedens». Die Gruppe «höhlt die universellen Werte von Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und menschlicher Würde aus». Menschenrechte seien aber nicht verhandelbar. «Wenn wir damit anfangen, haben wir schon verloren.»

Poroschenko stellt Russland an den Pranger

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko für einen Eklat gesorgt. Er warf Russland vor, «mit dem Angriff auf mein Land aggressiv internationales Recht verletzt und die Welt schockiert» zu haben. «Obwohl diese UNO-Vollversammlung die Aggression verurteilt hat, hat Russland die Angriffe sogar noch verstärkt», sagte er.

«An unserer Grenze stehen so viele russische Soldaten, dass sie die Armeen der meisten UNO-Staaten in den Schatten stellen würden. Und der Grund ist die Gier Moskaus, zu imperialen Zeiten zurückzukehren.»

Petro Poroschenko

8000 Ukrainer, 6000 von ihnen Zivilisten, seien getötet worden. «Lassen Sie mich klarmachen: Das ist kein Bürgerkrieg und kein interner Konflikt. Das ist eine Aggression», sagte Poroschenko. Die russische Delegation hatte schon zu Beginn der Rede den Saal verlassen und nur einen nachrangigen Diplomaten zurückgelassen.

«An unserer Grenze stehen so viele russische Soldaten, dass sie die Armeen der meisten UNO-Staaten in den Schatten stellen würden. Und der Grund ist die Gier Moskaus, zu imperialen Zeiten zurückzukehren», sagte Poroschenko.

Russland wird von der Ukraine als Aggressor im Konflikt in der Ostukraine gesehen. Moskau hatte allerdings stets Vorwürfe bestritten, die Separatisten mit Waffen und Personal zu unterstützen. (dwi/sda/dpa/afp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Facebook geht neu gegen «Blackfacing» vor – das musst du wissen

Der US-Konzern ändert seine Hausregeln und will angeblich verstärkt gegen Rassismus und Antisemitismus vorgehen.

Facebook verschärft laut Ankündigung die Gangart gegen rassistische und antisemitische Stereotypen und will deshalb Fotos von Weissen mit schwarzer Schminke im Gesicht sowie Behauptungen, dass Juden die Welt kontrollierten, von der Plattform verbannen. «Solche Inhalte verstiessen schon immer gegen den Geist unserer Regeln», betonte die zuständige Facebook-Managerin Monika Bickert am Dienstag.

Eine Folge ist nun, dass der umstrittene niederländische Nikolaushelfer «Zwarte Piet» künftig nicht …

Artikel lesen
Link zum Artikel