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Die Welt hat einfach zugeschaut – das erzählen 3 Überlebende des Massakers von Srebrenica

Vor einem Vierteljahrhundert geschah rund um die Stadt Srebrenica in Bosnien das Undenkbare: der Mord an Tausenden Männern und Jungen. Das Leiden und Leugnen hat bis heute nie aufgehört.

Samuel Schumacher / ch media



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8372 Männer und Buben zwischen 13 und 78 Jahren wurden in Srebrenica von den bosnisch-serbischen Truppen unter Ratko Mladic ermordet. bild: ch media

Srebrenica: Der Name der bosnischen Stadt an der Grenze zu Serbien steht symbolisch für das schlimmste Verbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Juli 1995 ermordeten bosnisch-serbische Truppen in der Gegend rund um Srebrenica 8372 Männer und Buben. Der älteste war 78, der jüngste 13, mehr als 1000 gelten noch immer als vermisst.

Jedes Jahr bringen neue identifizierte Knochensplitter Hinterbliebenen die traurige Gewissheit, dass auch ihre Väter, Brüder und Söhne zu den Opfern der ethnischen Säuberung gehörten.

21 Massengräber haben Ermittler seit dem Genozid vor genau 25 Jahren ausgehoben. Das Massaker, das die bosnisch-serbischen Truppen an den Bosniaken (bosnischen Muslimen) verübt haben, gilt als eines der bestdokumentierte Kriegsverbrechen der Geschichte. Doch der Streit darüber, was wahr ist und was nicht, sorgt in Bosnien und Herzegowina noch immer für tiefe Gräben.

Das Land besteht bis heute aus zwei Entitäten: einer bosniakischen (der Föderation Bosnien und Herzegowina) und einer bosnisch-serbischen (der Republika Srpska). Milorad Dodik, bosnisch-serbisches Mitglied des dreiköpfigen Staatspräsidiums, bezeichnet das Massaker von Srebrenica als «fabrizierten Mythos». Die Bosniaken schäumen über die Weigerung der serbischen Seite, das Verbrechen als Völkermord zu bezeichnen.

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Hier hat der Genozid vor 25 Jahren stattgefunden. grafik: lsi/chm

Bosniens Kinder büffeln an den Schulen Geschichtsmythen

Vedran Dzihic forscht am Österreichischen Institut für Internationale Politik und lehrt an der Uni Wien. Der gebürtige Bosnier fasst die verzwickte Situation so zusammen: «Die Bosniaken sehen sich als Opfer der serbischen Aggression in den 1990er Jahren, was sie den Zahlen nach auch waren. Die Serben betrachten aber den Krieg als legitimen Verteidigungskrieg und feiern ihn bis heute.»

Für Dzihic ist klar, dass die Spannungen nicht abnehmen, solange die Fakten zum Massaker von den Serben weiter geleugnet werden. «Politiker auf allen Seiten müssen die objektive Aufarbeitung der Vergangenheit zu einem der Schwerpunkte ihrer Arbeit machen», sagt Dzihic. Der gesamte Balkan kämpfe nach wie vor mit seiner teils nicht aufgearbeiteten Vergangenheit, die von politischen Eliten stark instrumentalisiert werde. Die Landesteile, zum Beispiel, haben bis heute kein gemeinsames Curriculum für den Geschichtsunterricht. Bosniakische Kinder und bosnisch-serbische Kinder hören ganz unterschiedliche Versionen der gemeinsamen Vergangenheit.

Hinzu kommt laut Dzihic die autokratische Politik in vielen Balkanländern.

«Die Patriarchen der Region - Aleksandar Vucic in Serbien, Milo Djukanovic in Montenegro, Edi Rama in Albanien, aber auch Hashim Thaci im Kosovo - erzeugen ständig Krisen, wenn notwendig auch künstlich, um Menschen zu mobilisieren und sich selbst als Problemlöser zu verkaufen.»

Dass es auf dem Balkan zu einem neuen Krieg kommt, glaubt Dzihic aber nicht. «Am schlimmsten wäre es, wenn die Region den Anschluss verliert und zu einer grauen Zone der Instabilität mitten in Europa wird.»

Wie haben die Überlebenden den Genozid erlebt? Wir haben mit dreien gesprochen.

Adnan Hasanovic, 41: «Die Schüsse tönten wie galoppierende Pferde»

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Adnan Hasanovic, 41, aus Potocari, heute in Horw (LU). bild: zvg

Über Nacht kamen die Flüchtlinge. Adnan Hasanovic erinnert sich genau. Er war damals 16, lebte mit seinen Eltern und seinen vier Geschwistern in einem einfachen Bauerndorf bei Srebrenica. Und plötzlich drängten sich da in ihrem kleinen Haus 50 andere Bosniaken, geflohen aus den nahen Ortschaften, welche die Serben eingenommen hatten. «Wir hatten nichts zu Essen ausser Johannisbrot und etwas Mais. Die Zähne putzten wir uns mit Asche aus der Feuerstelle, wie es uns die Alten zeigten», erinnert sich Adnan. Dann fiel auch Srebrenica. Der Vater, Adnan und zwei seiner Brüder flohen durch die Berge und Wälder, die Mutter und die beiden Jüngsten gingen zur UNO-Schutzzone in Potocari. «Unsere Schafe und Kühe liessen wir zurück. Wir legten ihnen etwas Futter in den Stall und hofften, dass das reicht, bis irgendjemand sie findet», erzählt Adnan.

Die Flucht erlebte er wie im Delirium, todmüde, erschöpft, mit den Kräften am Ende. Irgendwann trafen sie auf serbische Truppen. «Sie sagten uns, sie würden uns passieren lassen, einen Korridor bilden.» Doch das war ein Hinterhalt. Adnan erzählt:

«Die Schüsse tönten wie tausend Pferde, die über uns hinwegtrabten.»

Der Vater schrie: «Kopf runter!» Adnan lag am Boden, um ihn herum Tote, Hände, Köpfe, Füsse, zerfetzte Körper von jenen, die getroffen wurden. Als die Schüsse aufhörten, half er mit, die Verletzten wegzutragen. Im Chaos verlor er seine Brüder und den Vater aus den Augen. Wieder Schüsse, wieder Schreie. «Ich hätte mich am liebsten in der Erde vergraben, ich wusste nicht, wohin rennen», sagt Adnan. Dann sah er den Vater wieder, ein letztes Mal. Er trank Wasser am Bach, seine Beine konnten ihn nach Tagen mit nichts als Gras und Schnecken im Magen kaum noch tragen. Stunden später trat der Vater auf eine Mine, wurde schwer verletzt. Der jüngste Bruder war noch bei ihm. «Geh, bevor die Serben wieder kommen», hat er dem Bruder gesagt. Adnans Stimme bricht, wenn er davon erzählt.

Sein Vater ist eines von 6838 Opfern von Srebrenica, die Jahre später aus einem der 21 bislang bekannten Massengräber geborgen und identifiziert wurden. Ein paar Knochen sind geblieben, mehr nicht. Von Adnans grossem Bruder fehlt bis heute jede Spur. Er und sein kleiner Bruder aber haben es geschafft, vorbei an den serbischen Einheiten, durch den eiskalten Fluss, mitten in der Nacht. Elf Tage lang war Adnan auf der Flucht, seine Gedanken sind es noch immer. Die Tortur, sagt er, gehe nicht vorbei. Weder für seine Geschwister, die noch heute in Bosnien leben, noch für ihn, den Heizungsmonteur in Horw.

«Mich stört, dass manche den Völkermord immer noch leugnen. Das tut unendlich weh», sagt Adnan. Und dass die Täter noch immer über den Verbleib der Vermissten schweigen, das zerreisst ihn fast. Mehr als tausend Männer liegen noch an unbekannten Stellen. Wie Adnans Bruder. Er bleibt verschwunden, verloren, vergraben irgendwo, seit nunmehr 25 Jahren. (sas)

Dzeva Malagic, 50: «Vergessen dürfen wir nicht. Niemals»

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Dzeva Malagic, 50, aus Srebrenica, heute in Oberentfelden (AG). bild: zvg

Die Nacht vom 12. Juli wird Dzeva Malagic nie mehr vergessen. Mit ihren beiden kleinen Kindern und vielen anderen Frauen lag sie am Boden eines leeren Fabrikgebäudes im Dorf Potocari. Hierhin in die vermeintlich sichere UNO-Schutzzone war sie geflohen, weg von den Schüssen in ihrer Heimatstadt Srebrenica. Doch statt Sicherheit wartete in Potocari der Horror. Die ganze Nacht hindurch kamen serbische Soldaten in die leere Fabrik, wählten sich junge Frauen aus und vergewaltigten sie. Manche der Frauen und Mädchen kannte Dzeva. Noch heute gibt es keinen Tag, an dem sie nicht daran denkt. «Wir glaubten, die UNO-Soldaten würden uns helfen», erzählt Dzeva. Doch die UNO schaute nur zu.

Drei Tage zuvor war sie aus ihrem Haus in Srebrenica geflohen. Den achtmonatigen Sohn unter dem Arm, den Fünfjährigen an der Hand, mit nichts als ein paar Kleidern in der Tasche. Es war heiss, es fielen Schüsse, es herrschte Chaos. Ihr Mann wählte die gefährliche Flucht durch die Wälder.

Tage später fand Dzeva unter den tausenden Geflohenen in Potocari ihre Schwiegereltern. Sie wollte weg, nur noch fort von diesem Ort. Busse standen bereit, um die Frauen und Kinder aus der belagerten Zone zu bringen.

«Die serbischen Soldaten haben alle Männer aussortiert. ‹Du, du und du: Mitkommen!›, sagten sie.»

Der Schwiegervater begleitete Dzeva zum Bus. «Wenn sie mich holen, dann mach kein Theater. Bring die Kinder in Sicherheit», sagte er der jungen Mutter.

Links und rechts standen die uniformierten Einheiten. Ein Spiessrutenlauf. Dzeva zerriss es fast vor Angst. Dann der Bus. Sie wollten einsteigen, der Schwiegervater stand schon mit einem Bein im Bus, da packte ihn ein Soldat und führte ihn ab. «Er drehte sich noch einmal um, als ob er sichergehen wollte, dass ich und die Kinder im Bus bleiben konnten», erzählt Dzeva. Auch dieses Bild ging ihr nie mehr aus ihrem Kopf.

Der Bus rollte los in Richtung der Stadt Tuzla. Alle paar Minuten wurde er von serbischen Truppen angehalten.

«Sie sagten: ‹Gebt uns euren Schmuck und euer Geld, sonst erschiessen wir die Kinder!›»

Dzeva gab ihnen ihre Ohrstecker, sie gab ihnen den Ehering. Er hat ihre Kinder gerettet.

36 Tage später fand sie im Flüchtlingslager von Tuzla ihren Mann. Seine Haare waren blutverklebt von einem Streifschuss. Wochenlang hatte er nichts gegessen ausser Gras, Pilze und ein wenig Honig, den er aus Srebrenica mitgenommen hatte.

Dzevas Mann hat den Genozid überlebt, ihr Schwiegervater nicht. Jahre später haben sie ihn in einem Massengrab gefunden. Der Obduktionsbericht sagt: Kopfschuss, gefesselte Hände. Bis zu diesem Moment hatte Dzeva die Hoffnung, dass er vielleicht überlebt hat. Die Hoffnung ist dem schwachen Trost gewichen, dass er wenigstens nicht mehr leiden muss.

An diesem Samstag, am Jahrestag des Völkermordes, wird Dzeva beten, viel beten. Und sie wird weinen, mehr noch als an normalen Tagen. «Verzeihen kann ich nicht - und vergessen dürfen wir nicht», sagt sie. «Niemals.» (sas)

Ahmo Harbas, 50: «Ich kann mir das bis heute nicht verzeihen»

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Ahmo Harbas, 50, aus Srebrenica, heute in Horw (LU). bild: zvg

Ahmo Harbas ist noch immer im Krieg. Srebrenica, das Grauen, die Verfolgung: Das alles hat in seinem Kopf nie aufgehört. Ganz falsch liegt er nicht. Sobald er die Schweiz verlässt, könnte der Albtraum von vorne losgehen.

Ahmo war gerade mal 22, als die Belagerung von Srebrenica begonnen hat. Wenn er davon erzählt, wie er sich 1992 einer Widerstandsgruppe anschloss und wie sie unter dem beengten Alltag gelitten haben, dann gestikuliert er wild. «Srebrenica 92-95 Izdata od svih» («Srebrenica, von allen verraten») steht auf seinem T-Shirt. Und genau so fühlt sich Ahmo noch heute.

Als die Stadt fiel, versteckte er sich mit sechs Kameraden im Wald. Als die «Zvornik Sieben» erlangte die Gruppe später traurige Berühmtheit. Zehn Monate lang schlugen sie sich in den Wäldern durch. Nachts suchten sie auf den Feldern nach alten Kartoffeln. «Wir hatten ein Gewehr. Aber jagen konnten wir nicht. Jeder Schuss hätte unsere Position verraten», erzählt er.

Auf einem Dynamo-betriebenen Radio hörten sie täglich «Radio Sarajevo». «Wir kriegten alles mit, auch die Verkündigung des Kriegsendes am 14. Dezember 1995. Da haben wir ganz leise gejubelt», erzählt Ahmo. Doch rund um die Wälder standen noch immer die serbischen Panzer. Erst im Mai 1996 trauten sich die sieben Männer aus ihrem Versteck. Sie meldeten sich bei einem Nato-Posten und baten darum, ins bosniakische Gebiet gebracht zu werden. Die serbische Polizei erhielt Wind davon und nahm die «Zvornik Sieben» noch am selben Morgen fest. «Sie beschuldigten uns, vier Serben ermordet zu haben. Es war völlig absurd», sagt Ahmo.

Was danach geschah, ist in Berichten über den Bosnienkrieg gut dokumentiert. Ahmo und seine Begleiter wurden von der serbischen Polizei tagelang gefoltert - bis zur Ohnmacht. Schlafentzug, Fusstritte, gebrochene Rippen: Beim Gedanken daran kommen Ahmo die Tränen. Irgendwann legten sie ihm ein Geständnis vor. Ahmo unterschrieb. «Ich kann mir das bis heute nicht verzeihen.»

Von einem Gericht in der serbisch kontrollierten Teilrepublik Republika Srpska wurde er zu 20 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt. Menschenrechtsgruppen kritisieren das Urteil wegen des erzwungenen Geständnisses. Ahmo landete im Gefängnis von Bijelina. Der Direktor begrüsste ihn mit einer Ohrfeige. «Die Zelle war zwei auf drei Meter gross. Wir waren zu fünft. 37 Monate lang», erzählt er. Beim täglichen Spaziergang auf dem Gefängnishof musste er stets auf den Boden schauen. Ein Blick in den Himmel - und die Schläge gingen los.

1998 kam Ahmo bei einem Gefangenenaustausch frei und floh in die Schweiz. Er möchte, dass in der Zeitung steht, wie dankbar er dem Land ist, dass er hier sein darf. In Bosnien war er nie mehr, aus Angst, dass er erneut an die Serben ausgeliefert wird. Er ist der einzige seiner Familie, der das Massaker überlebt hat. 2019 fanden Ermittler den Unterkiefer seines kleinen Bruders in einem Massengrab. Ahmo würde ihn gerne in seiner Heimat beerdigen. Doch das ist zu gefährlich - auch 25 Jahre nach Srebrenica. (sas)

Europas schwerstes Kriegsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg

1. März 1992: Bosnien-Herzegowina erklärt seine Unabhängigkeit von Jugoslawien. Am gleichen Tag beginnt der Bosnienkrieg gegen die bosnischen Serben unter der Führung von Radovan Karadzic.

April 1993: Die UNO errichtet in Srebrenica eine Sicherheitszone, um die vom Krieg vertriebenen mehrheitlich muslimischen Bosniaken zu schützen.

6. Juli 1995: Die Einheiten von Ratko Mladic, dem General der Armee der serbischen Teilrepublik Republika Srpska in Bosnien, umzingeln Srebrenica. Tausende Bosniaken ergreifen die Flucht.

11. Juli 1995: Die serbischen Truppen fallen in die Kleinstadt Srebrenica ein. Die vor Ort stationierten UNO-Soldaten leisten keinen Widerstand.

12. bis 18. Juli 1995: Die serbischen Einheiten trennten die zusammengetriebenen mehrheitlich muslimischen Bewohner der Gegend. Busse transportierten Frauen und Kinder ab. Rund 8000 Männer und Jugendliche zwischen 13 und 78 Jahren werden an verschiedenen Orten der Umgebung hingerichtet. Die Leichen werden mehrfach aus- und andernorts wieder eingegraben, um die Suche nach den Toten zu erschweren.

25. Juli 1995: Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag erhebt Anklage gegen General Ratko Mladic und gegen den Präsidenten der Republika Srpska, Radovan Karadzic. Beide wurden wegen des Völkermordes in Srebrenica zu lebenslanger Haft verurteilt; Mladic 2017, Karadzic 2019. (sas)

Der Gerichtsberichterstatter erzählt: «Die Verantwortlichen haben ihre Taten niemals bereut»

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Matthias Fink hat 2015 das Buch «Srebrenica: Chronologie eines Völkermords oder Was geschah mit Mirnes Osmanovic» (Hamburger Edition) geschrieben. bild: ho

Matthias Fink hat die Prozesse gegen die Srebrenica-Haupttäter am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag als Journalist und Beobachter mitverfolgt. Er hat mehrere Recherchereisen an den Ort des Genozids unternommen.

Wie konnte das schlimmste Verbrechen im Nachkriegseuropa trotz der UNO-Soldaten vor Ort passieren?
Matthias Fink: Die Blauhelmtruppen der Vereinten Nationen konnten sich auf das Mandat des Weltsicherheitsrates berufen. Das besagte: Die Blauhelme versorgen die Bevölkerung und beobachten das Geschehen. Sie hatten kein Mandat, um einzugreifen, ausser wenn sie selbst an Leib und Leben bedroht gewesen wären. Und die bosniakische Regierung war mehr an der Befreiung ihrer Hauptstadt Sarajevo gelegen als an der Verteidigung einer Enklave, von der sie überzeugt war, dass sie im Ernstfall sowieso nicht zu verteidigen wäre. Deshalb gab es keine Angriffe gegen die bosnisch-serbischen Truppen.

Noch immer sind nicht alle Vermissten gefunden, noch immer nicht alle Verantwortlichen gefasst. Was muss passieren, um das Trauma überwinden zu können?
Von bosnisch-serbischer Seite müssen die Ereignisse als ein grauenhaftes Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt und als solches auch benannt werden. Dann könnten Begegnungen zwischen den Volksgruppen stattfinden. Solange der jetzige Zustand anhält, sehen sich alle nur als Opfer der jeweils anderen Seite.

Sie waren bei den Prozessen gegen die Hauptverantwortlichen in Den Haag als Beobachter dabei. Haben Ratko Mladic und Radovan Karadzic ihre Taten je bereut?
Niemals. In ihren Augen sind sie Opfer einer ungerechten Siegerjustiz. Das gilt übrigens für fast alle Angeklagten, die in Den Haag vor ihren Richtern gesessen haben.

Welche Lehren können wir aus dem Verbrechen ziehen?
Eine Lehre, die man gezogen hat, ist die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, der allen Kriegsverbrechern androht: Wir kriegen euch. Aber dann kommt die Einschränkung: Tatsächlich allen? Nein, siehe Syrien, Irak, Afghanistan. Trotzdem ist der Internationale Strafgerichtshof wichtig. Aber ich bin pessimistisch. Jüngster Beweis: Der Weltsicherheitsrat ist nicht in der Lage, die grundlegende Versorgung der Zivilbevölkerung in Nordwest-Syrien sicherzustellen.

Ein neues Sondergericht hat Anklage erhoben gegen Hashim Thaçi, den Präsidenten des Kosovo, für dessen mutmassliche Verwicklung in Verbrechen an den Serben. Die Lage ist angespannt. Droht der Region ein neuer Krieg?
Meiner Meinung nach ist es höchste Zeit, dass Herr Thaçi vor Gericht gebracht wird. Ob das mehr Spannung in der Region schafft, als ohnehin schon da ist? Schwer zu sagen. Die Spannung, ob offen oder unterschwellig, ist seit dem Friedensabkommen von Dayton im Dezember 1995, das den Bosnienkrieg beendet hat, eigentlich nie gewichen. Sie ist etwa in Bosnien-Herzegowina permanent spürbar. Der Friedensvertrag hat zwar das Kriegsgeschehen beendet, aber Frieden hat er nicht gebracht, sondern nur ein faktisch unregierbares Land. (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Das etwas 13.07.2020 15:46
    Highlight Highlight es ist erschreckend zu lesen weiviel hier nur schuldige suchen. egal ob uno nato oder eu oder sonstwer.

    die uno ist auch ohne vetorechte nicht beschlussfähig ausser ihr wllt einen 2 kaltenkrieg heraufbeschwören. wie soll die stimmezahl der uno gerichtet werden? jedes land 1 stimme? wielange geht es bis sich 2 fronten bilden westliche gegen mittlererosten russland und china etc?
    nach bevölkerung stimmrecht? ist das fair und beschlussfähig? oder nach wirtschaftsmacht? militärmacht?

    egal welche regelung die uno wird nie beschlussfähig sein.
  • Swen Goldpreis 13.07.2020 14:50
    Highlight Highlight Apropos Masaker: Ich lese gerade das Buch "Die Kronzeugin", in der eine kasachischstämmige Sayragul Sauytbay von ihren Erlebnissen in den chinesischen Umerziehungslagern erzählt. Mir wurde beim Lesen fast übel.

    Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und vermutlich sogar ein Völkermord, der sich gerade in Westchina ereignet. Und wir alle schauen einfach weg, kaufen genüsslich chinesische Produkte und schauen Tiktok.

    Zwischen einer bis drei Millionen Menschen befinden sich in solchen Lagern, werden gefoltert, vergewaltigt und ermordert. Da sollte man mal hinschauen.
  • caro90 13.07.2020 11:17
    Highlight Highlight Danke für den Bericht. Ich sitze heulend da und hasse die unmenschliche Menschheit. Wie kann man nur??? Vor Jahren hat mir auch ein betroffener seine Flucht geschildert... Selbst Erzählungen davon kann man nicht vergessen. Aber immer und immer wieder die gleiche Scheisse; auch jetzt schauen wir nur zu und diskutieren darüber, ob die Schweiz noch 2-3 Flüchtlinge mehr verkraftet...
    • ein bekiffter Holländer 13.07.2020 15:40
      Highlight Highlight Wenn du alle Flüchtenden dieser Erde hier aufnimmst, wirst du sehr bald selbst auf der Flucht sein.
      Überleg doch besser mal, statt dich von Emotionen steuern zu lassen.
    • Lutz Pfannenstiel 14.07.2020 08:36
      Highlight Highlight @bekiffter Holländer: wo hat caro90 etwas davon gesagt, "alle Flüchtenden dieser Erde" hier aufzunehmen?
  • MGPC 13.07.2020 10:43
    Highlight Highlight Hört endlich auf euren kindern zu erzählen was damals passiert ist. Was glaubt ihr eigentlich werden sie tun. „ Oh neindad darf nicht wieder passieren, wir machen das nicht mehr“. Aber genau das werden Sie tun wenn die Serben weiterhin von Verteidigung reden und die Bosnier von Volkermord. Das kann ja nur Hass generieren und das geht so immer weiter. Ihr werdet nie in Frieden miteinander leben können wenn die 3. Generation nicht endlich gemeinsam gegen das Versagen ihrer Vorfahren vorgehen. Auf beiden Seiten. Reicht euch endlich die Hand, dann werden auch mehr Touristen kommen.
  • Heinz Maag 12.07.2020 23:04
    Highlight Highlight Die Blauhelmtruppen der Vereinten Nationen konnten sich auf das Mandat des Weltsicherheitsrates berufen. Das besagte: Die Blauhelme versorgen die Bevölkerung und beobachten das Geschehen. Sie hatten kein Mandat, um einzugreifen, ausser wenn sie selbst an Leib und Leben bedroht gewesen wären.... Eine lustige Aussage, die Holländischen UNO Soldaten hatten einfach Angst un ihr Leben. Die UNO ist son lange unfähig und das wird auch so bleiben bis, man denen Länder die Veto Rechte haben dieses Privileg weggenommen wird und die UNO mit einer mehrheitsabstimmung zum Beschluss kommt.
  • Walser 12.07.2020 22:50
    Highlight Highlight Ich erinnere mich noch sehr gut an diese unfassbaren Ereignisse. Ich konnte und kann bis heute nicht glauben was da passiert ist. Wie die Weltengemeinschaft zugeschaut hat wie diese Menschen abgeschlachtet wurden. Das erbärmliche, feige Verhalten der EU. Wer hat letztlich dem traurigen Spiel ein Ende machen müssen? Auch wenn ihr es nicht hören wollt. Richtig, die USA.
  • Rick Khan 12.07.2020 21:10
    Highlight Highlight Dieser Konflikt in Europa hat gezeigt das Europa keinen Militärischen Konflikt lösen kann. Da gibt es noch Fantasten welche behaupten die EU ist ein Friedensprojekt. Srebreniza hat vor den Augen der EU stattgefunden und passiert war nichts. Am Schluss mussten die Amerikanischen Streitkräfte diesen Konflikt regeln. Eine Schande für die EU
    • Samurai Gra 12.07.2020 23:24
      Highlight Highlight Und die Schweiz?
      Andere nicht EU Staaten (der ganze Ostblock war noch nicht dabei)?

      Es ist einfach auf die EU zu zeigen
    • Kesla 12.07.2020 23:48
      Highlight Highlight Mit dem Dayton-Vertrag haben die Amerikaner den Krieg zwar beendet, jedoch aber nicht dafür gesorgt, dass es langfristig Frieden gibt. Es ist eine Schande, dass die Welt weggeschaut hat.
    • Oberon 13.07.2020 03:04
      Highlight Highlight Die EU ist keine Militärunion und wird es wohl auch nie sein.

      Das Hauptversagen hat eindeutig die UNO zu rechtfertigen.

      Wieso laufen heute noch diese Massenmörder ungestraft rum...


    Weitere Antworten anzeigen
  • Telomerase 12.07.2020 21:00
    Highlight Highlight Und alle tun so, als könnte so was nie mehr passieren.
    Die EU hats (und wirds) nicht fertigbringen, eine gemeinsame militärische Eingreiftruppe zu bilden, die UNO ist immer noch gleich unfähig wie vor 25 Jahren (siehe Syrien).
  • Sa Tiin 12.07.2020 20:36
    Highlight Highlight Es hätte sich etwas ändern können, wenn man damals wie heute nicht immer zu oder eben noch schlimmer, wegschaut, wenn Völkermorde geschehen. Im Moment werden in Kurdistan Menschen abgeschlachtet seitens türken und iraner, alle schauen zu. Oder eben lieber weg. In den USA fallen die schwarzen tagtäglich dem systhematischen Rassismus zum Opfer. Die ganze Welt schaut zu. Oder eben lieber weg. Das einzige, was man bis heute aus der Geschichte gerlent hat ist, Geschichte wiederholt sich, ohne dass es wesentlich besser wird.
  • cdrom 12.07.2020 19:57
    Highlight Highlight Vielleicht sollte noch erwähnt werden dass die CIA beim Anzetteln des Krieges eine wesentliche Rolle gespielt hat. Wie bei vielen Kriegen...

    "Robert Baer: Das Ziel war es, den Staat Jugoslawien als geopolitischen Machtfaktor auszuschalten."...

    https://www.heise.de/tp/features/Der-Staat-Jugoslawien-stand-dem-strategischen-Entwurf-der-USA-im-Wege-3378506.html
  • Bartli, grad am moscht holä.. 12.07.2020 19:39
    Highlight Highlight Es ist gerade 27grad in meinem büro, es fröstelt mich trotzdem. ☹️ All dieses leid. Damals , heute an vielen orten dieser welt. Ich werde nie verstehen, warum wir auf dieser erde nicht einfach alle ein schönes leben haben können.
  • Amkkk 12.07.2020 18:10
    Highlight Highlight Man würde besser dieses Thema im Geschichtsunterricht bearbeiten statt über 3 Monate lang alles über die Bewässerungsart der alten Inkas zu lernen. Habe beim Lesen des Artikels bemerkt, dass ich keine Ahnung von den Geschehnissen all dieser Kriege in Ex-Jugoslawien in den 90ern habe und schäme mich nun fast ein wenig...
  • Hardy18 12.07.2020 17:51
    Highlight Highlight Schade...Das Mein Kommentar nicht freigeschaltet wurde,nur weil man ein Frage gestellt hatte die diesem Thema mehr Gewicht geben würde.

    Hier fragt man sich warum es nicht klappt, dass man diese Schlimme Sache nicht aufarbeiten kann. Wie auch, wenn man nur einer Partei Gehör schenkt.

    Es bestätigt sich wieder einmal mehr, das solche „Berichte“ in erster Linie nur dem Interesse- und der Meinung, des Autors widerspiegelt. Vor ein paar Jahren war euer Slogan noch, dass ihr auch die andere Seite eines Themas beleuchtet... Was mich neugierig gemacht hatte um sich so ein besseres Bild machen konnte.
    • Samurai Gra 12.07.2020 19:13
      Highlight Highlight Die andere Seite?
      Wusste gar nicht das Eindeutig belegter Völkermord an Tausenden Unbewaffneten Menschen, Teils Kindern, eine andere Seite hat.
      Es ist ist was es ist, unabhängig davon wer was davor und danach noch gemächt hat.
      Genozid bleibt Genozid und Täter bleibt Täter der für sein Handeln selber Verantwortlich ist und bleibt, unabhängig davon wer ihm was wie befohlen hat.

      Da gibts keinen anderen Blickwinkel, nichts das am Fakt des Völkermordes ändern könnte.
    • manhunt 12.07.2020 22:00
      Highlight Highlight die andere seite? srebrenica ist passiert. mittlerweile tausendfach belegt, mit fakten welche jeden zweifel ausräumen. und trotzdem wird der genozid in serbien von einem grossteil der bevölkerung geleugnet, die opfer werden verspottet, die täter bleiben vor strafverfolgung unbehelligt, nicht selten gar geschützt. wenn du damit die andere seite meinst, die wurde bislang tatsächlich zu wenig beleuchtet.
    • Popelbert 12.07.2020 22:01
      Highlight Highlight Die 'anderen Seite' hat man in GerichtsProzessen gehört und das sollte m.E. so bleiben.
  • landre 12.07.2020 15:59
    Highlight Highlight In Srebrenica entstand eine internationalisierte Dynamik zwischen Mächten die medial unumgänglich wurde und uns konsequent mit der Abscheulichkeit und Absurdität eines Krieg in Europa öffentlich bildlich konfrontierte. Der Balkankrieg zeigt aber auch emblematisch dass in der Moderne keine Kriegspartei (sei es ein Staat, sei es ein Volk, sei es eine Ethnie, sei es eine Religion usw) als exklusives Opfer haltbar/ vertretbar auftretet. Krieg generiert mittlerweile hauptsächlich stets nur ein Opfer, die Zivilisation; Zivilistinnen und Zivilisten.
  • Skip Bo 12.07.2020 15:36
    Highlight Highlight Ich habe auch zugeschaut. Ich habe die Bilder in der Tagesschau gesehen. Der hilflose, im Stich gelassene französische UNO General Morillon hat mit Mladic vor den Kameras verhandelt. Er wusste genau was Mladic vorhatte. Die UNO/Nato Administrationen waren informiert, haben aber das was folgte, für unmöglich gehalten und nicht unternommen.
    Im Fernsehen war die Selektion zu sehen, Männer und Knaben wurden abtransportiert. Fassungslos ab der Untätigkeit der Verantwortlichen hat man nur noch traurig zur Kenntnis genommen.
    Den Zaun mit weinenden Frauen, mit Morillon und Mladic sehe ich heute noch.
  • Kubod 12.07.2020 14:58
    Highlight Highlight Mein Beileid an die Hinterbliebenen. Mut den Überlebenden.
    Was Menschen anderen Menschen aus Hass und Rassismus antun können, erschreckt mich.
    Meine Hoffnung liegt in den Menschen, die bereit sind mit ihren Nachbarn in Frieden weiterzuleben, den Menschen, die Taten aufklären und Klarheit schaffen, auch wenn die dabei erkannten Täter aus der eigenen Ethnie stammen. Die Menschen, die die Abscheulichkeit der Tat unbeinflusst von Clanzugehörigkeit unvoreingenommen als das bezeichnen, was es ist.
    Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
  • Stefan Morgenthaler-Müller 12.07.2020 14:40
    Highlight Highlight In Serbien werden Kriegsverbrecher wie Mladić und Karadžić von breiten Bevölkerungsschichten verehrt.

    In gewissen nationalisischen Kreisen werden die Opfer von Srebrenica und ihre Familien verspottet, indem "Nož, žica, Srebrenica" (Messer, Stacheldraht, Srebrenica) gesungen wird. Gleichzeitig reden serbische Politiker in Bosnien den Genozid klein oder verleugnen ihn.

    Warum wird in Serbien die eigene Vergangenheit nicht kritisch aufgearbeitet? Warum laufen in Serbien weiterhin tausende von Leuten rum, die im Krieg vergewaltigt oder Babys, Kinder, Zivilisten ermordet haben? Verstehe ich nicht.
    • Frag 12.07.2020 16:48
      Highlight Highlight Weil die Kroaten, Bosniaken und später die Kosovo-Albaner sich keiner Schuld an ihren Taten bewusst sind.

      Klar die Serben haben am meisten Mist gebaut, aber solange nur auf sie mit dem Finger gezeigt wird und die anderen kaum oder gar nicht in die Pflicht genommen werden, kann ich deren Frust und Leugnung verstehen. Solange in den meisten Ländern da unten die alten Nationalisten an der Macht sind, wird sich nichts tun.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 12.07.2020 17:20
      Highlight Highlight @Frag. Also sind Kroaten, Bosniaken und Kosovaren Schuld, dass die Serben einen Genozid an der bosniakischen Bevölkerung verübt haben?

      Also sind Kroaten, Bosniaken und Kosovaren schuld, dass die Serben in Kroatien, Bosnien und im Kosovo gewütet haben?

      Wie ich gelesen habe, meinen einige Serben, dass Kroaten, Bosniaken und Kosovaren Schuld seien, dass Serbien von Corona heimgesucht wird.

      Fassen wir also zusammen: Schuld sind die anderen, dass man keine Vergewaltiger und Mörder zur Rechenschaft zieht.
    • Bündn0r 12.07.2020 17:36
      Highlight Highlight @Frag Sollen Deutsche also auch ihren Genozid leugnen, weil USA, UK, Russland etc auch Kriegsverbrechen begangen haben im 2. WK?
      Ich glaube nicht!

      Glünggistaaten wie Serbien (insbesondere auch die Türkei) sollen ihre Gräuel eingestehen, aufarbeiten und nie wieder geschehen lassen! Egal was andere getan haben.
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  • Glenn Quagmire 12.07.2020 13:37
    Highlight Highlight Leider nur eine von vielen Gräueltaten im Balkankrieg... furchtbar was dort alles passiert ist.
  • Kunibert der Fiese 12.07.2020 13:07
    Highlight Highlight Leugnen tun diesen völkermord eigentlich nur die serben. Und der aktuelle literaturnobel preisträger peter handke.
    • atorator 12.07.2020 19:48
      Highlight Highlight Dann hör dich mal ein bisschen in Kroatien um, da wird der Hitlergruss beklatscht. Wie damals zu Hitlers Zeiten. Zeige dir gerne wo in Split oder Zagreb das so ist.
    • Kunibert der Fiese 13.07.2020 10:58
      Highlight Highlight Nun, in kroatien leugnen sie den völkermord an den bosnischen serben nicht.

      Und das in kroatien viele nationalistisch sind, ist nichts neues.
  • Crocodile Hundi 12.07.2020 12:38
    Highlight Highlight Ich hatte Gänsehaut während dem ganzen Artikel. Krass.
  • mon tuno 12.07.2020 12:08
    Highlight Highlight Nicht die Welt sondern vor allem Europa hat zugeschaut. Erst nach der NATO Intervention kam etwas Bewegung in die Sache. Seit diesem Krieg empfinde ich die Schweizer Neutralität als feige.
    • mon tuno 12.07.2020 12:50
      Highlight Highlight Ja, sicher. Mir ist die Rolle der Schweiz, insbesondere auch jener als stille Vermittlerin oder Teilnahme an UN Missionen bekannt.

      Ich kann mich einfach gut an diese Zeit erinnern als man ohnmächtig beispielsweise die Belagerung Sarajevo‘s mitbekam. „Feige“ ist vielleicht nicht die richtige Bezeichnung und zu negativ konnotiert. Wir sollten Stellung beziehen, auch auf die Gefahr hin, Fehler zu machen.
    • Pipikaka Man 12.07.2020 13:28
      Highlight Highlight Viele Konflikte werden hier extrem Einseitig aufgezeigt. Man erinnere sich an Libyen, wo sich später herausstellte, das dass meiste gelogen war und die Rebellen die grösste Schuld innerhalb Libyens tragen, warum das Land seit 9 Jahren in Kriegen steckt. Natürlich trägt die meiste Schuld F/UK/US. Irak und Kosovo sind auch noch andere Konflikte die mir in den Sinn kommen die verzerrt dargestellt wurden. Wenn wir hier als Schweizer mitmachen würden, würden wir uns blöd vorkommen bei fragwürdigen Interventionen mitgemacht zu haben. Ich bin froh um die Schweizer Neutralität.
    • Tagedieb 12.07.2020 13:37
      Highlight Highlight Ich bin nur ein paar wenige Jahre älter als Adnan. Und ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass der Krieg längst in vollem Gang war und man hier in der Schweiz immernoch darüber diskutierte, ob Menschen aus -damals- Ex-Jugoslawien den Status als Kriegsflüchtlinge erfüllen. Ich habe gekotzt, weil man die Menschen nicht einmal flüchten liess-
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  • Malenky74 12.07.2020 12:03
    Highlight Highlight Traurig und feige dass weiterhin geleugnet und nicht aufgearbeitet wird.
    Auch für diese Taten müsste oder hätte man auf die Strasse gehen müssen! Ach und für sooo vieles mehr. Traurige Abgründe der Menschheit...
  • stadtzuercher 12.07.2020 11:44
    Highlight Highlight Ich sehe das traurige Trauerbild der beiden Frauen, welches stellvertretend steht für die 8000 ermordeten Männer und Knaben in Srebrenica.

    Und muss dann an Hillary Clintons zynische Wahlkampfrede denken, in der sie propagierte, dass "die Hauptleidenden des Kriegs Frauen seien, weil sie ihre Männer, Kinder und Väter verlieren".

    Es scheint, dass heute noch genausoviel Empathielosigkeit mit den Opfern des Genozids herrscht wie damals, als sich auch niemand aus der Weltgemeinschaft verantwortlich fühlte.
  • FRILIE 12.07.2020 11:26
    Highlight Highlight Meine Eltern sind aus Serbien bin aber hier geboren und aufgewachsen. Mir tut es von Herzen leid was in Srebrenica passiert ist. Ich hoffe Sie können den Menschen aus Serbien irgendwann verzeihen was geschehen ist. Ich weiss das viel verlangt ist trotzdem würde ich es mir wünschen vor allem weil Bosniaken ein so friedliches freundliches Volk ist. Mit allem grössten Respekt ihr Nachbar und Freund.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 12.07.2020 14:25
      Highlight Highlight In Serbien laufen heute Tausende von Vergewaltigern, Mördern von Babys, Kindern, Frauen, Männer frei herum. Haben Sie sich nie gefragt, warum diese Leute vom Serbischen Staat nicht zur Rechenschaft gezogen werden? Was konkret tun Sie, damit sich in Serbien etwas ändert?
    • Garp 12.07.2020 14:31
      Highlight Highlight Verzeihen fällt leichter, wenn sich die Verantwortlichen von Herzen entschuldigen und ihre Fehler einsehen und dazu stehen. Viele Serben feiern leider noch heute das Abschlachten, wenn es auch andere gibt.
    • DemonCore 12.07.2020 15:01
      Highlight Highlight Was fällt ihnen ein morgenthaler? Frilie ist genau so unschuldig Serbe wie sie unschuldig irgendetwas anderes sind. Was tun sie dafür, dass Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden?

      Ein mal mehr ein äusserst peinlicher Kommentar!
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  • flyingdutch18 12.07.2020 11:19
    Highlight Highlight Das Leugnen hat bis heute nicht nur nicht aufgehört, es hat in jüngster Zeit sogar zugenommen. Das ist schrecklich für die Überlebenden, wie wenn ihre Angehörigen ein zweites Mal ermordet werden.
  • DartVaidder 12.07.2020 11:05
    Highlight Highlight Schwer verdaubare Zeilen.
    Traumas welche nie verheilen werden und auch die folgenden Generationen nicht loslassen.
    Und immer bleibt da die Hoffnung, dass der Mensch doch endlich was lernen würde aus den Kriegen und Erlebnissen.
  • Cleora 12.07.2020 10:03
    Highlight Highlight Ich bin schockiert - auch darüber, dass ich (JG 1993) noch nie davon gehört habe. Stattdessen 1 Jahr über französische Revolution diskutiert im Geschichtsunterricht. Werd mich nun ausführlich informieren.
    • DemonCore 12.07.2020 21:47
      Highlight Highlight Die Französische Revolution stand am Anfang der modernen Menschenrechte und Demokratie, u.a. derjenige Katalog an Rechten der uns heute erlaubt Srebrenica als Verbrechen zu klassifizieren. Es gab im alleine im 20. Jhdt tausende Massaker. Nanking 1937 wird zum beispiel auch gerne unter den Teppich gekehrt. Massaker der SS in Italien, der Roten Armee im Baltikum, der Italiener in Äthiopien, der Taliban in Afghanistan, etc, etc.

      Die Französische Revolution im Geschichtsunterricht gegen ein einzelnes Massaker auszuspielen ist äusserst unglücklich, aber erklärt auch so einiges... http://ä
    • Crocodile Hundi 12.07.2020 23:28
      Highlight Highlight Danke für die Aufklärung!
  • Ironiker 12.07.2020 10:00
    Highlight Highlight Ich muss da immer an den 2. Weltkrieg denken. Politiker aller Länder und aller Parteien haben immer gesagt, sowas darf nie mehr vorkommen.

    Plötzlich erreichten uns Bilder von Gefangenenlager in Ex Jugoslawien. Wären die Bilder schwarz/weiss gewesen, man hätte sie den KZ' der Nazis zugeordnet.

    Da dachte ich: Uiii, jetzt wird die Post abgehen. Da werden die Europäischen Alliierten einmarschieren. KZ und Völkermord vor unserer Haustüre. Sowas duldet Europa nicht.

    Nichts ist passiert... Ich weiss, niemand will seine Söhne in den Krieg schicken. Aber das hätte nie zugelassen werden dürfen!
    • DemonCore 12.07.2020 15:06
      Highlight Highlight Europäer haben mittlerweilen Angst vor ihrem eigenen Schatten. Darum brauchte es in Kosovo, Irak, Syrien, Libyen und Afghanistan die USA als Motor. Und wenn sie die Kommentare aufmerksam lesen, werden sie merken, dass fast immer den Amerikanern die Schuld gegeben wird. Saddam, Taliban, Ghadaffi, Assad, Putin, etc werden von vielen Europäern mit Respekt genannt. Merkel, Bush, Blair, Obama werden als kriegstreiber verunglimpft.🤷
  • JoeThrasher 12.07.2020 09:57
    Highlight Highlight Kriege sind das schlimmste je von Menschenhand geschaffene Werkzeug. Es gibt hierbei nur Verlierer und niemals Gewinner. Ich wünsche mir für unsere Kinder und Kindeskinder eine Welt in Frieden.
    • DemonCore 12.07.2020 15:08
      Highlight Highlight Unsinn. Hätten die Alliierten von Beginn weg kapituliert hätte der Rassismus gewonnen.

      Kriege passieren. Aber es gibt immer mindestens eine Seite die trotz allem einen gerechten Grund zum widerstand hat.
    • DemonCore 12.07.2020 21:18
      Highlight Highlight Die Blitzer gehören zu den Leuten, die so feige sind, dass sie nicht mal hinter den Allierten Kriegsanstrengungen gegen die Faschisten und Rassisten stehen können. Was für ein erbärmliches Zeugnis vom grassierenden Werteverlust.
    • DemonCore 12.07.2020 21:42
      Highlight Highlight Moralischer Relativismus ist noch viel schlimmer als Kriege. So zu tun als seien immer alle Kriegsparteien gleich schlecht/schuldig ist völlig daneben. Juristisch, historisch und vor allem moralisch.

      Allierte vs Nazis, Japaner gegen Chinesen, Äthiopier gegen Italiener. Kurden gegen Saddam, Syrische Demokraten gegen Assad. Israelis gegen Araber, Kosovoalbaner gegen Serben, Finnen gegen Russen. Das sind alles klare Fälle, wo schwere Verbrechen gegen die völkerrechtliche Souveränität und gegen die Menschlichkeit mit legitimem staatlichem oder nicht-staatlichem Widerstand beantwortet wurden.
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  • Michele80 12.07.2020 09:57
    Highlight Highlight Hut ab vor den Leuten, die gelernt haben, über das Erlebte zu sprechen! Und auch wenn es nur Schilderungen sind und wohl die eigenen Erinnerungen um Längen schlimmer sind, so macht nur schon das Lesen der Zeilen weh.
    • modjoes 12.07.2020 14:43
      Highlight Highlight Ein bosnischer Arbetskollege von mir war in einem dieser Konzentrationslager. Als ich ihn danach befragte brach er in Tränen aus und erzählte mir Dinge die für mich schwer zu verdauen waren. Der Schmerz, die Erinnerungen sitzen noch sehr tief.
  • rodolofo 12.07.2020 09:56
    Highlight Highlight Das Kriegsverbrechen von Srebrenica erinnert an die Kriegsverbrechen der Nazis, sowohl was die Grausamkeit, als auch was die systematisch organisierte Kaltblütigkeit angeht!
    Wenn ich mich frage, wie so etwas am Ende des 20. Jahrhunderts in Europa überhaupt noch möglich war, dann komme ich auf folgende Haupt-Übel:
    - (Kultur-)Rassismus
    - Machismo
    - Autoritäre Strukturen, die im Militär extrem kultiviert werden
    Ich denke, dass ALLE neuen Balkan-Nationen an diesen traditionell überlieferten Grund-Übeln kranken.
    Die Serben waren im früheren Jugoslawien aber tonangebend, wie die Russen im Ostblock.
  • Hierundjetzt 12.07.2020 09:37
    Highlight Highlight Korrugendum: Die Holländer haben die Bosnier verraten. Darum gabs in Holland auch Prozesse gegen deren Kommandanten. Ganz schlimm alles.

    Und Russland als Waffenlieferant des Bürgerkrieges torpediert auch heute noch die Aufarbeitung bzw den Frieden
    • rodolofo 12.07.2020 18:01
      Highlight Highlight Die Holländer haben gar niemanden verraten.
      Sie versuchten ja sogar, dazwischen zu gehen!
      Aber sie erhielten die von ihnen angeforderte Hilfe aus der Luft nicht, und Mladic und seine Soldaten wollten mit grausamer Energie morden!
      So berichtete es jedenfalls kürzlich im "Echo der Zeit" ein noch heute traumarisierter Holländer, der UNO-Blauhelme.

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