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Die kroatische Polizei schafft illegal Flüchtlinge aus.
Die kroatische Polizei schafft illegal Flüchtlinge aus.bild: srf

Videoaufnahmen zeigen: Kroatien schafft illegal Flüchtlinge aus

Reporter der SRF-«Rundschau» filmten kroatische Polizisten, die Flüchtlinge abschieben. Laut Experten ist das illegal.
15.05.2019, 10:1315.05.2019, 14:31

Hier werden Flüchtlinge ausgeschafft:

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An einem verlassenen Grenzabschnitt im Norden Bosniens entstehen die Videoaufnahmen. Die SRF-«Rundschau» filmt kroatische Polizisten, die Flüchtlinge illegal abschieben. Eine Gruppe von rund 30 Personen wird über die grüne Grenze geschickt. An zwei Tagen werden insgesamt vier solcher Aktionen gefilmt, 70 Menschen werden über die EU-Aussengrenze geschickt. Laut «Rundschau»-Reportern stammen die Flüchtlinge hauptsächlich aus Pakistan, Algerien und Afghanistan.

Ohne Verfahren zurück nach Bosnien

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Direkt nach den Ausweisungen sprachen die Reporter mit den Flüchtlingen. Diese berichten übereinstimmend, dass sie von der kroatischen Polizei ohne Verfahren nach Bosnien zurückgeschafft worden seien. Und weiter:

«Sie zerstörten unsere Handys und gaben uns unser Geld nicht zurück. Dann schlugen sie uns mit Stöcken, traten uns und sagten: ‹Go Bosnia.›»

Kinder berichten von Drohungen

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Kinder einer afghanischen Familie erzählen, wie sie im Wald von der kroatischen Polizei mit Waffengewalt gestoppt worden seien. Die Polizisten lachten die Familie aus, als sie um Asyl bat. Das hat anscheinend System, wie Reporter der «Rundschau» im Gespräch mit mehr als hundert Flüchtlingen herausfanden.

«Sie richteten die Pistolen auf uns und sagten ‹Stopp›. Wir hatten grosse Angst und weinten.»

Das meinen Experten

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András Léderer vom Hungarian Helsinki Committee (HHC) bezeichnet die Praxis gegenüber dem SRF als schwere Menschenrechtsverletzung. Bei Rückführungen brauche es immer ein offizielles Verfahren – auch bei illegalen Einreisen.

«Man darf Menschen nicht mitten im Wald oder auf einem Feld aus dem Land werfen.»

Der deutsche Migrationsforscher Marcus Engler ist gleicher Meinung: «Es ist ein Verstoss gegen EU-Recht und Völkerrecht.» Allerdings sei es kein Einzelfall: «Diese Praxis wird an der ganzen EU-Aussengrenze angewendet.» (jaw)

Die «Rundschau» wird heute Mittwoch um 20.05 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt.

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